„Was sie der ganzen Welt angetan haben, ist eine Schande“

Heftige Vorwürfe: Trump will mit TikTok-Verbot gegen „Corona-Verantwortliches“ China vorgehen

Will Trump sich an China für Corona rächen? Der US-Präsident denkt laut über eine Sperre von TikTok nach - Nutzer der App torpedierten zuletzt seinen Wahlkampf.

Update vom 18. September, 14:38 Uhr: Bis zuletzt rechneten Beobachter damit, dass die Social-Media App Tiktok an Oracle oder einen anderen US-Softwarehersteller verkauft wird. Doch wie die Nachrichtenagentur Reuters bekanntgab, soll das US-Finanzministerium noch am Freitag eine Anordnung erlassen, die Apple und Google zwingt, Tiktok aus den App Stores zu entfernen. Europäische Nutzer sollen nicht betroffen sein. Auch die App WeChat von Tencent soll betroffen sein.

Der Grund für die Sperrung: US-Präsident Donald Trumps* Frist für den Verkauf von Tiktok läuft am Sonntag ab.

Erstmeldung vom 10. Juli 2020:

Washington - Der politische Gegenwind aus den USA wird für TikTok zum Sturm. US-Präsident Donald Trump* hat im Gespräch mit dem TV-Sender Gray Television angekündigt, die beliebte Video-App aus China mit einem Verbot zu belegen.

„Wir sehen uns das an“, zitiert die US-Wirtschaftszeitschrift Fortune aus dem Interview. „Es ist ein großes Unternehmen. Schauen Sie, was mit China mit diesem Virus geschehen ist, was sie diesem Land und der ganzen Welt angetan haben, ist eine Schande“. Inzwischen kündigte Trump ein TikTok-Verbot an.

Trump stritt zu Beginn der Pandemie mit China über die Herkunft von Sars-CoV-2. Der US-Präsident bezeichnete den Erreger wiederholt als „China-Virus“ oder „chinesisches Virus“. Das Verbot von TikTok sei „einer von vielen“ möglichen Wegen, um gegen China vorzugehen, sagte Trump nun.

Trump-Regierung vs. TikTok: „... in die Hände der chinesischen Kommunistischen Partei“

Zuvor hatte US-Außenminister Mike Pompeo eine Sperre von Apps aus China nicht ausgeschlossen. Er war am Montag von Fox News gefragt worden, ob die US-Regierung nicht in Erwägung ziehen sollte, soziale Medien aus China und speziell TikTok zu verbieten. TikTok gehört der chinesischen Firma ByteDance. Bereits Ende 2019 wurde US-Militärangehörigen wegen Sicherheitsbedenken untersagt, die App auf ihren Dienst-Smartphones zu nutzen. Pompeo sagte nun, man solle sich die App nur auf sein Smartphone laden, „wenn Sie wollen, dass Ihre privaten Informationen in die Hände der chinesischen Kommunistischen Partei gelangen“.

Ein Sprecher von TikTok erklärte auf Anfrage der dpa, das Unternehmen werde von einem amerikanischen CEO geleitet und habe Hunderte Mitarbeiter und wichtige Führungskräfte unter anderem im Bereich Sicherheit in den USA. „Wir haben niemals Nutzerdaten an die chinesische Regierung weitergegeben und würden dies auch nicht tun, wenn wir darum gebeten würden“, hieß es.

Trump erwägt TikTok-Sperre - ByteDance will Video-App aus Hongkong zurückziehen

ByteDance wird im Ausland wegen einer möglichen Nähe zu Chinas Behörden und dem Umgang mit persönlichen Daten mit Argwohn betrachtet. Deswegen bemüht sich das Unternehmen seit langem, seine internationale Plattform von der chinesischen Version zu trennen. 

TikTok hatte am Dienstag angekündigt, sich wegen des chinesischen Gesetzes zum Schutz der nationalen Sicherheit in Hongkong aus dem Markt der Sonderverwaltungsregion zurückzuziehen - und die Bemühungen damit unterstrichen. Auch andere internationale Internetkonzerne wie Facebook, WhatsApp, Google, Twitter und Telegram kündigten an, mögliche Anfragen Hongkonger Behörden, Daten von Nutzern für Ermittlungen zur Verfügung zu stellen, vorerst nicht zu bearbeiten. Facebook teilte mit, vor weiteren Entscheidungen zunächst Menschenrechtsexperten über die Auswirkungen des neuen Gesetzes konsultieren zu wollen. 

„TikTok-Grßmutter“ zu Trump-Wahlkampf: „...lassen ihn dort allein auf der Bühne stehen“

Nutzer des sozialen Netzwerks TikTok haben möglicherweise zu den hohen erwarteten Besucherzahlen beim Wahlkampfauftritt von Trump in Tulsa beigetragen - bei dem am Ende zahlreiche Plätze leer blieben. Der Sender CNN berichtete, auf dem meist von Kindern und Jugendlichen genutzten Netzwerk habe es koordinierte Bemühungen gegeben, sich kostenlos für ein Ticket zu registrieren, dann aber nicht zu der Veranstaltung im Bundesstaat Oklahoma zu erscheinen.

Eine ältere Nutzerin namens Mary Jo Laupp, die sich als „TikTok-Großmutter“ bezeichnet, sagte in ihrem Video: „All jene von uns, die diesen Saal mit 19.000 Sitzplätzen kaum gefüllt oder völlig leer sehen wollen, gehen jetzt Karten reservieren und lassen ihn (Trump*) dort allein auf der Bühne stehen.“ Für den Antrag auf Reservierung ist nur die Angabe einer Handynummer erforderlich.(dpa/AFP/frs)

Die Verwerfungen zwischen der US-Regierung und China weiten sich immer mehr aus. Dadurch befindet sich auch die WHO in der Schusslinie. Außenminister Mike Pompeo spricht von einem „Deal" mit Peking, weshalb viele Briten hätten sterben müssen. *Merkur.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Zu oft verharmlost? 240 Forscher warnen dringlichst vor Gefahr durch Aerosole.

Wegen des Coronavirus ist in den USA die Arbeitslosigkeit gestiegen. Mit ihrer neuen Kampagne, die sich an Betroffene richtet, erntete Ivanka Trump nun Kritik.

Rubriklistenbild: © AFP / JIM WATSON

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare