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Ukraine-Geflüchtete mit „riesigen Impflücken“? Lauterbach ist besorgt - Bayern will „sofort“ reagieren

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Von: Cindy Boden

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Gesundheitsminister Karl Lauterbach läuft im Bundestag zu einer Treppe
Gesundheitsminister Karl Lauterbach durch nach Lösung für Ukraine-Flüchtlinge: „Wir müssen jetzt sehr schnell nachimpfen“ © Political-Moments/Imago

Karl Lauterbach sucht „mit Hochdruck“ nach einer Lösung zu Impfungen für Geflüchtete - nicht nur wegen Corona. Bayern will Angebote machen.

Berlin - Erst die Corona-Pandemie, jetzt der eskalierte Ukraine-Konflikt*: Vielen Menschen machen die Krisen auf der Welt Angst*. Einige versuchen, mit Spenden und Hilfsaktionen zu unterstützen. Schließlich suchen zahlreiche Geflüchtete aus der Ukraine auch Schutz in Deutschland. Der fehlende Impfschutz bei einigen von ihnen beschäftigt nun aber Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach*.

Es gehe nicht nur um die Corona*-Impfung, sondern es gebe „riesige Impflücken“ auch bei anderen Impfungen, sagte der SPD*-Politiker am Sonntag (27. März) im Sender Bild TV. „Da versuchen wir, einen Weg zu finden, wie wir möglichst unbürokratisch und schnell diese wichtigen Impflücken schließen können.“ Mit der Gesundheitsversorgung ukrainischer Flüchtlinge befassen sich Lauterbach und seine Kollegen der Länder am Montag auch in der Gesundheitsministerkonferenz.

Ukraine-News: Lauterbach sucht nach Lösung zu Impfungen für Geflüchtete

„Wir werden darüber reden, wie wir die gesundheitliche Versorgung der Menschen, die aus der Ukraine zu uns geflohen sind, darstellen können“, kündigte Lauterbach an. „Dazu zählen auch die Impfungen. Da werden wir auch prüfen, welche Rolle die Impfzentren für die Impfung der geflüchteten Menschen leisten können.“

Auch viele ukrainische Kinder haben in Deutschland Zuflucht gefunden. Sie sollen möglichst auch in den Kita- und Schulalltag integriert werden. Doch in Deutschland muss bei Neueintritt dort ein Nachweis für Masern-Impfungen aufgrund der Impfnachweispflicht vorgezeigt werden. „Natürlich kann hier nicht gegen das Recht verstoßen werden“, sagte Lauterbach. Er arbeite mit den Gesundheitsministern der Länder an einem Vorschlag.

Es werde sich zeigen, „ob wir da eine pragmatische Lösung finden“ und „ob wir da mit einer Ausnahmeregelung arbeiten können“. Dazu gehöre auch eine Antwort auf die Frage, wie weit verbreitet Masern jetzt bei den ankommenden Kindern eigentlich sind. „Wir müssen die Kinder, aber auch die Erwachsenen, jetzt sehr schnell nachimpfen. Und daran arbeiten wir mit Hochdruck.“

Video-News zum Ukraine-Krieg: Wichtige aktuelle Nachrichten zusammengefasst

Geflüchtete aus dem Ukraine-Krieg: Bayern setzt auf Corona-Impfangebote in den Impfzentren

In Bayern macht man sich ebenfalls Gedanken rund die Corona-Impfung bei Geflüchteten. Die Staatsregierung möchte sie dafür motivieren. „Wir wissen, dass nur etwa 35 Prozent der ukrainischen Bevölkerung vollständig gegen Covid-19 geimpft sind“, sagte der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU*) der dpa. Deshalb wolle Bayern allen Flüchtlingen ein Impfangebot in den Impfzentren machen.

„Bayern hat ausreichend Infrastruktur und Impfstoff.“ Auf der Homepage des Gesundheitsministeriums gebe es dazu auch Informationen auf Ukrainisch. Auch sollten mobile Impfteams in die Einrichtungen gehen, in denen die Ukrainer untergebracht sind. Bei hoher Nachfrage könnten die Angebote „sofort und unbürokratisch“ umgesetzt werden, erklärte eine Ministeriumssprecherin. Allerdings machte das Ministerium keine Angaben dazu, wie hoch das Interesse derzeit überhaupt ist. Da die Angriffe im Ukraine-Krieg aber andauern, ist mit weiteren Flüchtlingen zu rechnen. (dpa/cibo) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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