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Ukraine-Krieg: Die Lage an Tag 21 im Überblick

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Von: Lukas Zigo

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Die Kämpfe und Angriffe in der Ukraine gehen weiter. Der ukrainische Präsident Selenskyj äußert sich vorsichtig optimistisch über die Gespräche mit Russland.

Kiew – Die Kämpfe in der Ukraine* gehen auch kurz vor Ende der dritten Kriegswoche weiter. In der Nacht zu Mittwoch (16.03.2022) wurden aus mehreren Städten der Ukraine Alarm gemeldet. Die Verhandlungen zwischen Vertretern Russlands* und der Ukraine über ein Ende des Krieges wurden am Dienstag (15.03.2022) vertagt und sollen am Mittwoch fortgesetzt werden.

Selenskyj: Positionen bei Verhandlungen klingen realistischer

Dahingehend hat es nun eine dezente Annäherung gegeben. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj* hatte sich zu den Gesprächen mit Russland vorsichtig optimistisch geäußert. In einer in der Nacht zu Mittwoch veröffentlichten Videobotschaft sagte er, die Verhandlungspositionen hörten sich realistischer an. Es dauere aber noch, bis die Ukraine zufrieden sein könne. „Wir alle wollen so schnell wie möglich Frieden und Sieg“, sagte der Präsident. „Aber es braucht Mühe und Geduld. Es muss noch gekämpft und gearbeitet werden.“ Jeder Krieg ende mit einer Vereinbarung. „Die Treffen werden fortgesetzt.“

Zu Wochenbeginn verhandelten beide Seiten in einer Videoschalte. Der Präsidentenberater Mychajlo Podoljak erklärte am Dienstag, die Gespräche würden an diesem Mittwoch fortgesetzt. Die Ukraine fordert ein Ende des Krieges und einen Abzug der russischen Truppen. Moskau verlangt unter anderem, dass Kiew die annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim als russisch sowie die ukrainischen Separatistengebiete als unabhängige Staaten anerkennt.

Ukraine-Konflikt - Beerdigung in Lwiw
Ukrainische Soldaten bedecken den Sarg eines Kameraden mit einer ukrainischen Flagge während einer Trauerfeier für die Soldaten. © Vincenzo Circosta/dpa

Ukraine-Krieg: Russische Armee hat bis zu 40 Prozent der Einheiten verloren

Angaben des ukrainischen Generalstabs zufolge soll die russische Armee bereits bis zu 40 Prozent der Einheiten verloren haben, die seit dem russischen Einmarsch am 24. Februar an Kämpfen im Ukraine-Krieg* beteiligt waren. In einem Lagebericht in der Nacht zu Mittwoch in Kiew teilte der Generalstab mit, diese Truppen seien entweder vollständig zerschlagen oder hätten ihre Kampfkraft verloren. Eine konkrete Zahl nannte er nicht. Die Angaben können nicht unabhängig geprüft werden.

Nach wie vor sei die Situation in und um die umkämpfte Hafenstadt Mariupol am schlimmsten, heißt es. Die russische Armee versuche hier, die Stadt am westlichen und östlichen Rand zu blockieren. Dabei erleide sie jedoch erhebliche Verluste. Behördenangaben zufolge konnten sich am Dienstag etwa 20.000 Menschen aus der von russischen Truppen eingeschlossenen Stadt am Asowschen Meer in Sicherheit bringen.

Landesweit hätten sich am Dienstag insgesamt fast 30.000 Zivilisten aus umkämpften Städten und Dörfern zurückziehen können, sagte Selenskyj. Eine Kolonne mit Hilfsgütern für Mariupol werde von russischen Soldaten jedoch weiterhin blockiert. In der Region Odessa sei die Küste von russischen Schiffen beschossen worden, teilte der Berater des Innenministeriums, Anton Heraschtschenko, mit. Einen Landungsversuch haben es aber keinen gegeben.

EU-Regierungschefs treffen Selenskyj in Kiew: „Ihr seid nicht allein“

Die Regierungschefs von Polen, Tschechien und Slowenien haben dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj bei einem Treffen im umkämpften Kiew* Solidarität und Unterstützung zugesagt. „Hier, im vom Krieg zerrissenen Kiew, wird Geschichte geschrieben“, betonte der polnische Ministerpräsident Mateusz Morewiecki. „Hier kämpft die Freiheit gegen die Welt der Tyrannei. Hier hängt die Zukunft von uns allen in der Schwebe“, teilte er per Twitter mit.

Präsident Selenskyj bezeichnete den Besuch nach ukrainischen Medienberichten als großen und mutigen Schritt. In einer Zeit, in der viele ausländische Botschaften wegen des russischen Einmarschs die Ukraine verlassen hätten, würden „diese Führer unabhängiger europäischer Staaten“ zeigen, dass sie keine Angst hätten. „Sie sind hier, um uns zu unterstützen. Ich bin sicher, dass wir mit solchen Freunden, mit solchen Ländern, Nachbarn und Partnern wirklich gewinnen können.“

Ukraine-Konflikt - Selenskyj begrüßt Regierungschefs
Hier spricht Wolodymyr Selenskyj (l), Präsident der Ukraine, während eines Treffens mit Ministerpräsidenten im Namen des Europäischen Rates in Kiew, Ukraine. © Pressebüro des ukrainischen Präsidenten via AP/dpa

Tschechiens, Sloweniens und Polens Regierungschefs waren mit einem Zug nach Kiew gereist. Der Besuch war nach Darstellung eines polnischen Regierungssprechers unter strengster Geheimhaltung in Absprache mit der EU* und Nato* geplant worden. Immer wieder wird die ukrainische Hauptstadt beschossen. Es galt als möglich, dass die drei Politiker schon kurz nach dem Treffen mit Selenskyj wieder zurückreisten. Der tschechische Ministerpräsident Petr Fiala kündigt für Mittwochvormittag ein Briefing auf dem Militärflugplatz Prag-Kbely an.

Ukraine-Krieg: Das wird am Mittwoch wichtig

Aufgrund von Russlands Angriff auf die Ukraine wird in der Nato eine signifikante und dauerhafte Verstärkung der Ostflanke erwogen. Bei einem Treffen der Verteidigungsministerinnen und Minister am Mittwoch solle eine Diskussion über die längerfristige Stärkung der Sicherheit in allen Bereichen begonnen werden, erklärte Generalsekretär Jens Stoltenberg.

Erstmals seit der russischen Invasion in die Ukraine wird ein internationales Gericht in Urteil über den Angriff fällen. Das höchste Gericht er Vereinten Nationen in Den Haag entscheidet am Mittwoch über die Dringlichkeitsklage der Ukraine gegen den Nachbarstaat.

Europarat vor Ausschluss Russlands wegen Ukraine-Krieg

Wegen des Ukraine-Krieges bereitet der Europarat einen Ausschluss Russlands vor. Die Parlamentarische Versammlung des Europarats stimmte nach einer Dringlichkeitssitzung am Dienstagabend in Straßburg für einen Ausschluss Russlands. Das Ministerkomitee will zur Vorbereitung an diesem Mittwoch zu einer Sondersitzung zusammenkommen.

Währenddessen werden auch die internationalen Bemühungen für ein Ende der Kämpfe weitergeführt: Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu reist nach Moskau, der polnische Präsident Andrzej Duda in die Türkei. Der ukrainische Präsident Selenskyj hält vor dem US-Kongresse eine Rede per Videoübertragung. (lz/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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