Bundestagswahl 2021

Umfrage kurz vor der Wahl: Armin Laschet holt auf - doch eine Zahl verwundert

Armin Laschet und die CDU/CSU-Union bekommen kurz vor der Bundestagswahl Aufwind durch eine Umfrage. Doch reicht das? Eine Zahl dürfte Laschet gar nicht schmecken.

Hamm - Wenige Tage vor der Bundestagswahl 2021* schöpft die Union wieder etwas Hoffnung. Nach einer langen Talfahrt und einer kurzen Phase der Stabilisierung haben CDU und CSU mit ihrem Spitzenkandidaten Armin Laschet* einer Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstitut forsa zufolge die Lücke zur führenden SPD verkleinern können. Aber reicht das?

EreignisBundestagswahl 2021
Datum26. September 2021

Umfrage zur Bundestagswahl 2021: CDU verringert Rückstand auf SPD

Bis Mitte Juli sah die Union wie der sichere Wahlsieger aus. Grüne und SPD dümpelten in den Umfragen zur Bundestagswahl 2021 weit abgeschlagen auf den Plätzen zwei und drei. Doch dann folgte ein atemberaubender Abstieg der CDU und speziell ihres Kanzlerkandidaten Armin Laschet bei gleichzeitigem Aufstieg der SPD unter Olaf Scholz.

Drei TV-Trielle haben an der Lage wenig verändert: Die SPD liegt auch in der jüngsten forsa-Erhebung im Auftrag von RTL/ntv in der Gunst der Wähler vorne. Doch die CDU hat ein wenig aufholen können.

Bei der Frage nach den Partei-Vorlieben gewann die Union laut RTL/ntv-Trendbarometer im Vergleich zur Vorwoche nochmals einen Prozentpunkt hinzu und kommt nun auf 22 Prozent. Die Werte für die anderen Parteien bleiben unverändert. Die SPD bleibt bei 25 Prozent, die Grünen bei 17 Prozent, die FDP und AfD bei je 11 Prozent und die Linke bei 6 Prozent. Bei diesen Zahlen handelt es sich laut Forsa um eine Projektion, bei der die Angaben der Briefwähler über die von ihnen gewählte Partei nicht berücksichtigt wurden.

Umfrage vor Bundestagswahl zeigt: Auch Große Koalition wieder möglich

Im Bundestag, der durch Überhang- und Ausgleichsmandate auf 762 Abgeordnete anwächst, wären CDU/CSU laut forsa-Umfrage mit 185 Abgeordneten (61 weniger als 2017) vertreten, die SPD mit 206. Die Grünen kämen auf 140 Abgeordnete, gefolgt von FDP, AfD (jeweils 91) und Linken (49).

Eine regierungsfähige Mehrheit (382 Sitze) hätten demnach folgende Dreier-Koalitionen: Eine Koalition aus Union, Grünen und FDP (416 Mandate), eine Koalition aus Union, SPD und FDP (482), eine Koalition aus SPD, Grünen und FDP (437) und eine Koalition aus SPD, Grünen und Linke (395). Eine Analyse schlüsselt auf, wie wahrscheinlich jede Koalition ist und welche Reibungspunkte sie haben.

Kopf an Kopf: Wahlplakate mit den Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (CDU).

Eine Mehrheit im Bundestag hätte aktuell aber auch wieder ein Bündnis aus SPD und CDU/CSU (391), die sogenannte Große Koalition. Keine Mehrheit hätte laut forsa aktuell eine rot-grüne Regierung (346 Mandate) oder ein Bündnis aus CDU/CSU und FDP (276 Mandate).

Kanzlerfrage: Armin Laschet macht etwas Boden gut, aber Scholz klar vorne

Bei der Frage nach dem Kanzler gewinnt Armin Laschet laut RTL/ntv-Trendbarometer im Vergleich zur Vorwoche nochmals 3 Prozentpunkte hinzu. Annalena Baerbock gewinnt einen Prozentpunkt, während Olaf Scholz einen Punkt verliert. Mit 29 Prozent liegt er in der Woche vor der Bundestagswahl am 26. September noch satte 15 Prozentpunkte vor Armin Laschet, dem aktuellen Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, mit 14 und 13 Prozentpunkte vor Annalena Baerbock. Sie kommt auf 16 Prozent.

Armin Laschet geht mit der Union also mit leichtem Rückenwind in den Endspurt vor der Bundestagswahl. Doch eine Zahl der forsa-Umfrage irritiert und dürfte ihm gar nicht schmecken. Wäre Markus Söder Kanzlerkandidat der Union, würden sich 38 Prozent für ihn und 23 Prozent für Olaf Scholz und 15 Prozent für Annalena Baerbock entscheiden, so heißt es.

Wegen der in diesem Jahr besonders hohen Quote für die Briefwahl dürften viele Wahlberechtigte ihre Kreuze auf dem Wahlzettel schon gemacht haben. Wer das noch vorhat, muss sich beeilen, denn für die Briefwahl gibt es Fristen, bis wann man die Unterlagen abgegeben haben muss. Dafür gibt es aber auch eine bestimmte Ausnahmen. *wa.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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