US-Wahlkampf in der heißen Phase

Zweifel in den eigenen Reihen: Trump verliert Unterstützer - Resignation im eigenen Team?

Donald Trump, Präsident der USA, spricht bei einer Wahlkampfveranstaltung am internationalen Flughafen Tucson im Bundesstaat Arizona.
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Donald Trump, Präsident der USA, spricht bei einer Wahlkampfveranstaltung am internationalen Flughafen Tucson im Bundesstaat Arizona.

Es wird eng für Donald Trump im Kampf um eine zweite Präsidentschaft. Das sagen zumindest die Umfragen und laut eines Zeitungsberichts auch ein paar seiner Mitarbeiter.

  • Die Umfragen im US-Wahlkampf 2020 sehen seit Monaten Joe Biden* als Sieger.
  • Auch Wahlkampf-Unterstützer von Donald Trump glauben einem Medienbericht zufolge, dass die Chancen für den US-Präsidenten sinken.
  • Trump gestaltet seine Auftritte weiter in Trump-Manier.

Washington, D.C. - Donald Trumps* Terminkalender ist voll. Arizona, Nevada und Florida gehörten zu seinen Auftrittsorten der vergangenen Tage. Die heiße Phase der Wahlkampfzeit, die letzten zwei Wochen bis zum Wahltag am 3. November*, brechen an. In Umfragen liegt der amtierende US-Präsident* gegen seinen Herausforderer Joe Biden (Demokraten) seit Monaten zurück. Und der Abstand zwischen den Kontrahenten wird seit Anfang Oktober eher größer als kleiner. Knapp 11 Prozente führt Biden aktuell landesweit laut Auswertungen durch die Datenanalysten der US-Website FiveThirtyEight.

Vor vier Jahren lag die Demokratin Hillary Clinton ebenfalls in Umfragen vorn, bekam insgesamt auch mehr Stimmen als Donald Trump. Doch das Wahlsystem spielte dem Republikaner* Trump in die Karten: Die Mehrheit der Wahlleute ging an ihn, seitdem sitzt der frühere Reality-Show-Star im Weißen Haus.

Bericht der New York Times: Wahlkampfmanager meint, es könnte eng werden

Er bemüht sich um eine Wiederwahl, doch in seinem Umfeld schwindet die Hoffnung, berichtete die New York Times. In der Öffentlichkeit würden Trump und sein Wahlkampfteam noch optimistisch bleiben. Gegenüber Spendern zeigen sie sich laut der US-Zeitung tapfer, ein knapper Sieg sei drin. Doch hinter der Kamera sehe es anders aus. Trump Wahlkampfmanager, Bill Stepien, soll gegenüber führenden Republikanern eingeräumt haben, dass es mit einem Sieg eng werden könnte.

US-Wahl: Mitarbeiter schauten sich nach neuen Jobs um - Senator Sasse teilt gegen Trump aus

Einige Mitarbeiter, wenn auch nicht die prominentesten Gesichter, sollen sich schon nach Jobperspektiven umschauen, wenn es eine zweite Amtszeit von Trump nicht geben sollte. Außerdem berichtete die Zeitung, in Trumps Umfeld stelle sich Resignation ein.

Auch in den Reihen der republikanischen Partei verliert Trump Anhänger: US-Senator Ben Sasse warf Trump erst kürzlich in einem öffentlich gewordenen Telefonat mit Wählern vor, er habe mit „Rassisten geflirtet“, würde „Diktatoren den Hintern küssen“ und sei „selbstverliebt“.

Donald Trump macht unterdessen weiter wie bisher. Twittern ist schon lange eine seiner Lieblingsbeschäftigung. Seit 2017 bis heute werden es im Tagesschnitt immer mehr Tweets, wie eine Auswertung durch den Blog Chartable des Datenvisualisierungstools Datawrapper zeigt.

Trump im Wahlkampf: Hunderte Anhänger hören ihm zu, wenn er gegen seine Konkurrenten austeilt

Vor allem aber scheint Trump es zu genießen, endlich wieder auf Wahlkampftour zu gehen, mit vielen hundert Anhängern vor der Bühne, wie am Montag (Ortszeit) in Arizona*. Und das, obwohl die Kurve der Corona-Infizierten in den USA weiter ansteigt. Er teilt gegen seinen Konkurrenten Biden aus, nennt gar seine Familie ein „kriminelles Unternehmen“. Trump distanziert sich nicht ausdrücklich von weißen Rassisten, was Biden „erstaunlich“ nennt. Und ob der US-Präsident eine Wahlniederlage anerkennt, lässt er bisher weiter offen. *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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