Wahl des britischen Unterhauses

Wahlkampf-Endspurt in Großbritannien: Ein enges Rennen

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David Cameron auf einer Wahlkampfveranstaltung.

Leeds/London - Knapp eine Woche vor der britischen Parlamentswahl konnte Premier David Cameron bei einer Fragestunde im TV noch einmal punkten. In den Tagen vor dem 7. Mai kämpfen er und Herausforderer Ed Miliband um jede Stimme - denn das Rennen ist weiterhin völlig offen.

Update vom 6. Juni 2017: Die Briten wählen am 8. Juni ein neues Unterhaus: Hier erfahren Sie, wann es ein Ergebnis gibt und was die aktuellen Umfragen vor der Wahl sagen.

Großbritanniens Premierminister David Cameron hat nach einer Blitzumfrage das letzte TV-Event vor der Unterhauswahl für sich entschieden. Knapp eine Woche vor der Wahl am 7. Mai stellten sich der konservative Amtsinhaber, Herausforderer Ed Miliband von Labour und der Vizekanzler und Liberalen-Chef Nick Clegg hintereinander Fragen des Publikums. 42 Prozent der unmittelbar danach Befragten sahen den Regierungschef als Sieger, 38 Prozent hielten Miliband für besser.

Der Labour-Chef schloss bei der am Donnerstagabend live ausgestrahlten Fragestunde noch einmal eine Zusammenarbeit mit der schottischen Nationalpartei nach der Wahl aus: „Lieber habe ich keine von Labour geführte Regierung als einen Deal oder eine Koalition mit der SNP“, sagte er. „Wir werden einen solchen Deal nicht haben.“ Derweil appellierte SNP-Chefin Nicola Sturgeon am Freitag an die schottischen Wähler, ihre Stimme „so laut hörbar zu machen wie nie zuvor“.

Umfragen sehen die wie Labour sozialdemokratisch ausgerichteten schottischen Nationalisten bei mehr als 50 Parlamentssitzen und damit als drittstärkste politische Kraft. Gemeinsam mit der SNP, die im Herbst mit einer Volksabstimmung über Schottlands Unabhängigkeit mit 45 Prozent gescheitert war, hätte Miliband vermutlich eine Chance zur Mehrheit - vor allem, wenn er noch die Liberaldemokraten ins Boot holen kann, die bisher als Koalitionspartner der Konservativen mitregieren. Sie werden wohl rund die Hälfte ihrer Sitze verlieren.

Auch Cameron hat derzeit nach Umfragen keine erfolgversprechenden Bündnisoptionen. Auf Fragen nach möglichen Koalitionspartnern reagierte er bei der Veranstaltung im nordenglischen Leeds ausweichend. Er sagte, er werde in den verbleibenden sechs Tagen für eine absolute Mehrheit kämpfen. Kommentatoren halten das aber für aussichtslos. Neben den Liberaldemokraten könnte auch die nordirische Unionspartei DUP Cameron stützen.

Am Freitag zog der Premier mit einem Versprecher reichlich Spott auf sich: „Das ist eine wirklich entscheidende Wahl für die Karriere... für das Land, die wir jetzt in weniger als einer Woche haben“, sagte er bei einer Fragerunde in Leeds. Die Konkurrenz beeilte sich, den Fehler als „aufschlussreichen Ausrutscher“ zu verbreiten.

dpa

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