Corona-Maßnahmen

Politiker aus dem Sauerland fordert: „Raus gehen statt zu Hause bleiben“

Zu Hause bleiben gilt als eine der wichtigsten Maßnahmen im Kampf gegen Corona. Ein Politiker aus dem Sauerland sagt aber jetzt: Menschen können problemlos rausgehen - allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Sauerland - „Bleibt zu Hause!“ - dieser Aufruf begleitete die Menschen zu Beginn der Corona-Pandemie und nun auch während des zweiten Lockdowns. Gemeint ist damit: Wenn alle in den eigenen vier Wänden bleiben, haben sie keine Kontakte zu anderen Menschen und das Virus kann sich nur schwer ausbreiten.

NamePeter Liese
Geboren20. Mai 1965, Olsberg
ParteiChristlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)
AmtMitglied des Europäischen Parlaments seit 1994

In mehreren NRW-Städten werden aktuell harte Maßnahmen getroffen, die Ausflüge einschränken* sollen. Doch nun schlägt der CDU-Europaabgeordnete aus dem HSK, Dr. Peter Liese, andere Töne an: „Statt ‚Wir bleiben zu Hause‘ muss es heißen ‚Wir gehen raus und halten Abstand‘“, sagte gesundheitspolitische Sprecher der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP-Christdemokraten). Zuletzt habe man häufig gehört, dass es erschreckend sei, wie viele Menschen sich bei dem schönen Wetter draußen aufhalten.

Corona im HSK: Politiker fordert „rausgehen“ statt „zu Hause bleiben“

„Ich sage: Solange man sich nur mit Personen aus dem gleichen Haushalt trifft oder Abstand einhält, ist das nicht schlecht, sondern sehr gut“, erklärte der gelernte Arzt. Frische Luft und Licht seien gesund und würden auch das Abwehrsystem stärken. Zudem habe Corona draußen mit Abstand „keine Chance“: Das Ansteckungsrisiko in geschlossenen Räumen sei 20-mal so hoch wie draußen. „Diese Tatsache müssen wir in unserem täglichen Verhalten stärker berücksichtigen“, meinte Dr. Peter Liese.

Gerade bei schönem Wetter und auch, wenn es abends etwas frischer werde, sei es immer besser, einen Spaziergang zu machen oder sich zu einem Getränk auf der Terrasse zu treffen als in geschlossenen Räumen, wenn man sich mit jemandem treffen wolle. „Aus meiner Sicht müssen die Corona-Regeln diese Tatsache auch stärker berücksichtigen. In Irland hat man damit gute Erfahrungen gemacht“, sagte der Europaabgeordnete.

Corona im HSK: Liese will härtere Bestrafung für illegale Partys

Wichtig sei aber, Zusammenkünfte in geschlossenen Räumen weiter streng zu regeln und sogar noch sehr viel strenger zu kontrollieren. „Illegale Partys sind kein Kavaliersdelikt und müssen aus meiner Sicht sehr hart bestraft werden“, forderte der CDU-Politiker.

Leider sinke der Inzidenzwert nicht weiter. Und wenn jetzt die Schulen und demnächst die Friseure öffnen, bestehe die Gefahr einer dritten Welle - insbesondere durch die Corona-Mutationen. „Daher müssen wir in geschlossenen Räumen sehr streng sein, draußen und mit Abstand dürfen wir uns allerdings nach meiner festen Überzeugung, eine Menge erlauben“, erklärte Dr. Peter Liese. - *wa.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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