„Kein Kavaliersdelikt und keine Kleinigkeit“

Folge der Corona-Einschränkungen: Vermüllung der Natur nimmt zu

Als Folge der Corona-Einschränkungen nimmt die Vermüllung der Natur aktuell zu. 
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Als Folge der Coronavirus-Einschränkungen nimmt die Vermüllung der Natur aktuell zu. 

Sauerland - Sonniges Wetter und aktuell keine Möglichkeit, größere Unternehmungen zu planen oder auszugehen: Die Kombination aus schönen Frühlingstagen und Einschränkungen durch den Corona-Virus treibt die Menschen derzeit vermehrt in die Natur. Doch die Stadt Arnsberg und der Westfälisch-Lippische Landwirschaftsverband (WLV) warnen vor der damit verbundenen zunehmenden Vermüllung der Natur. 

Der WLV erklärt: „In letzter Zeit mehren sich in der Geschäftsstelle des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein Anrufe besorgter Landwirte, die berichten, dass Gruppen von Menschen auf landwirtschaftlichen Nutzflächen picknicken. Kurz zum Verständnis: Es gibt kein Betretungsrecht für landwirtschaftliche Flächen. Es hat niemand etwas dagegen, wenn Leute am Rande von Flächen eine Pause einlegen, aber bitte nicht mitten auf die Wiese gehen und auch noch Müll hinterlassen.“

Genau jetzt fängt das Gras an zu wachsen, und deshalb soll man Grünflächen nicht mehr betreten: „Landwirte bergen das Futter für ihre Tiere von den Wiesen und jede Verunreinigung ist gefährlich für das Vieh. Zudem verstecken sich derzeit Bodenbrüter und Kitze im Gras, die aufgescheucht werden könnten. Ein ständiges Ärgernis sind auch rücksichtslose Hundebesitzer, die ihre Tiere im hohen Gras umherlaufen lassen. Hundekot ist Gift für das Futtergras, liegen gebliebene Stöcke krachen ins Mähwerk. Das muss alles nicht sein, Bauern und Bäuerinnen bitten dringlich: Bleiben Sie bitte auf den Wegen.“

Vermüllung der Natur: Arnsberg appelliert an die Bürger

„Aktuell häufen sich die Meldungen von Bürgerinnen und Bürgern, die illegale Abfallablagerungen in der Natur beobachten“, so Dieter Hammerschmidt, Leiter des Fachdienstes Umwelt I Ressourcenschutz bei der Stadt Arnsberg. Die leere Chipstüte, die Getränkedose, die aufgebrauchte Kekspackung – schnell seien diese lästigen Dinge in die Natur entsorgt. Doch wer so handele, schade nicht nur der Natur und somit der Pflanzen- und Tierwelt, sondern letzten Endes auch sich selbst.

„Natürlich nimmt die Qualität der Spazierwege und damit der Erholungseffekt der Natur ab, wenn überall Abfall herumliegt“, berichtet Hammerschmidt. Eine Entsorgung dieser Abfälle durch die jeweiligen Eigentümer der Waldgebiete sei angesichts der Größe der Flächen kaum leistbar. Doch nicht nur das: Tiere, deren natürlicher Lebensraum der Wald ist, können lebensgefährlich erkranken und sogar sterben, wenn sie beispielsweise Plastik fressen, das sie für ein Nahrungsmittel halten. 

Aus diesem Grund appelliert die Stadt Arnsberg eindringlich an alle Bürger: „Abfall ist ausschließlich in dafür vorgesehenen Abfalleimern zu entsorgen. Gibt es solche nicht in der Nähe, ist der selbst produzierte Müll selbstverständlich solange bei sich zu tragen, bis ein Mülleimer gefunden ist. Abfall illegal in die Natur zu entsorgen, ist kein Kavaliersdelikt und keine Kleinigkeit, sondern eine Handlung, die mit erheblichen Geldbußen geahndet werden kann.“ 

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