Hoffnung auf Eröffnung

"Kletterwelt" Sauerland: Das Schweigen zum Neustart hat ein Ende

Die Kletterwelt Sauerland ist immer noch geschlossen: Jetzt gibt es Hoffnung.
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Die Kletterwelt Sauerland ist immer noch geschlossen: Jetzt gibt es Hoffnung.

Die im Dezember 2016 eröffnete Kletter- und Boulderhalle „Kletterwelt Sauerland“ auf Rosmart stand bis Donnerstag für 1,5 Millionen Euro zum Verkauf, von einer Insolvenz ist die Rede. Nach der durch die Corona-Pandemie bedingten Schließung am 16. März öffnete Inhaber René Brehm die Halle bislang nicht wieder. Jetzt macht er Hoffnung auf eine Neueröffnung am 1. Juli.

Werdohl – Während das „Bergwerk“ in Dortmund und die „Wupperwände“ in Wuppertal mit Hygienekonzepten bereits seit dem 11. Mai wieder in Betrieb sind, hüllte sich der Betreiber der „Kletterwelt“ in Schweigen.

Die hiesige Kletter-Gemeinschaft – mithin zahlende Kundschaft – wurde wochenlang nicht informiert: Einträge auf der Homepage und bei Facebook waren veraltet. Monatsbeiträge wurden seit März nicht mehr abgebucht. Die Kommanditgesellschaft besteht aus drei Personen: Brehm selbst, sein stellvertretender Geschäftsführer Thimo Panne und die Auszubildende Lorena Lange.

Kletterwelt Sauerland: Verkaufsangebot für 1,5 Millionen Euro

In einem Inserat in der „Deutschen Unternehmensbörse“ wurde ein paar Tage lang das Unternehmen für 1,5 Millionen Euro offeriert. Aus dem Inserat war herauszulesen, wie schlecht es finanziell bestellt ist mit dem Betrieb der Sportanlage. Das operative Ergebnis zwischen Juli 2018 und Juni 2019 ist mit einem Minus von 45.000 Euro angegeben, im Geschäftsjahr davor fehlten sogar 110.000 Euro. Der Jahresumsatz ist mit 530 000 Euro angegeben. Im Inserat war von einem Verkauf der Halle zum 1. Juli die Rede.

Der Himmel hat sich eingetrübt über der Kletterwelt Sauerland auf Rosmart: Die Halle ist seit März geschlossen und stand zum Verkauf. Die KG von René Brehm ist in großen finanziellen Schwierigkeiten.

Das Inserat sei Teil eines Prozesses der Umstrukturierung und Umfirmierung, sagte Brehm unter Nachfragedruck am Telefon. Minuten nach dem Gespräch war das Angebot auf der „Deutschen Unternehmensbörse“ wieder gelöscht.

Kletterwelt Sauerland: Anderer Umgang mit Insolvenzen 

Ob es sich bei dieser Umstrukturierung in irgendeiner Form um eine Insolvenz handelt, lässt sich nicht genau klären. Einen Eintrag im Insolvenzregister der Justizverwaltung gibt es nicht. Allerdings fallen Insolvenzen in Corona-Zeiten unter besondere Regelungen.

Brehm, der seit einiger Zeit in Wiblingwerde wohnt, stammt ursprünglich aus Hagen und ist studierter Betriebswirt. Mit dem Betrieb der Kletterhalle wollte er sich seinen Lebenstraum verwirklichen. Viele Standorte im Umfeld hatte er im Blick, bis er auf Rosmart nach längeren Verhandlungen ein preislich akzeptables Grundstück fand. Mithilfe der SIHK führte er Gespräche mit Banken. 

Die Auszubildende Lorena Lange und der stellvertretende Geschäftsführer Thimo Panne sind die einzigen beiden verbliebenen Mitarbeiter von René Brehm. Als die Kletterhallen im Umkreis öffneten, gab es auf Rosmart dafür kein Konzept.

Letztlich entschied sich Brehm für die Finanzierung durch die Volksbank. Noch vor der Eröffnung im Dezember 2016 hatten Brehm und sein damaliges Team Probleme beim Bau. Vor allem der plötzliche Tod des Architekten produzierte Zeitnot. Unter anderem mithilfe seiner Eltern Erika und Sieghard Brehm wurden Nachtschichten gefahren, um die Halle in Betrieb gehen zu lassen.

Kletterwelt Sauerland: Warme Sommer schaden der Auslastung

Brehm hatte sich immer wieder etwas einfallen lassen, um für Kletterer, Boulderer und Gäste attraktiv zu sein. Die Boulder-Cups waren gut besucht, im Bistro fanden Tanzveranstaltungen statt, Kurse, Vorträge und Geburtstagsveranstaltungen sowie ein kleiner Klettershop sollten Umsätze generieren. Sauna und Außenkletteranlagen blieben allerdings Pläne.

Vor allem in den beiden zurückliegenden Sommern war die Halle häufig nicht ausgelastet. Viele Sportler wollten bei dem trockenen Wetter nicht drinnen trainieren. Die Besucherfrequenz blieb stets ausbaufähig, vergleichbare Hallen in Großstädten sind deutlich voller. Klettern ist Trendsportart und boomt nach wie vor.

Kletterwelt Sauerland: Keine Stellungnahme der Volksbank

2019 wurden Brehm und Panne sowie ein ehemaliger Mitarbeiter mit dem Start-Up-Award des Marketing-Clubs Südwestfalen ausgezeichnet. Eine angefragte Stellungnahme der Volksbank als Kreditgeber der „Kletterwelt“ gibt es nicht. Man äußere sich nicht zu Kundenverbindungen, hieß es.

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