4300 Menschen aus dem Sauerland aufgerufen

Umfrage der Gewerkschaft: Reinigungskräfte sollen "unsaubere" Arbeitsverträge melden

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Hat der Chef schon? Will er noch? Oder lässt er die Finger davon? Die Rede ist von Änderungen in Arbeitsverträgen von Reinigungskräften. Um zu erfahren, was die Arbeitgeber ihren Beschäftigten im Sauerland zumuten, hat die IG Bau jetzt eine Online-Umfrage gestartet.

Sauerland - Das Votum von Reinigungskräften aus dem Sauerland ist gefragt: Die 4300 Gebäude- und Glasreiniger sollen bei einer bundesweiten Online-Umfrage mitmachen. "Ziel ist es, das Ausmaß von Lohndrückerei und Urlaubskürzung zu ermitteln. In der Branche geht es nämlich gerade hoch her: Viele Reinigungskräfte werden regelrecht dazu gedrängt, geänderte Arbeitsverträge zu unterschreiben", sagt Friedhelm Kreft, Vorsitzengder des IG Bau-Bezirks Westfalen Mitte-Süd. 

Die Gebäudereiniger-Gewerkschaft hat die Umfrage nach eigenen Angaben gestartet, um "schwarze Schafe unter den Arbeitgebern gezielt zu orten". Davon gebe es nämlich Tag für Tag mehr: Seit der Kündigung des Rahmentarifvertrages für das Gebäudereiniger-Handwerk durch die Arbeitgeber scheuten viele Unternehmen nicht davor zurück, ihren Beschäftigten die Arbeitsbedingungen neu zu diktieren. 

"Die Reinigungskräfte bekommen deutlich weniger Lohn – schon dadurch, dass ihnen die Zuschläge bei Überstunden oder für die Arbeit an Sonn- und Feiertagen teilweise komplett gestrichen werden. Und sie werden mit einem Minimum an Urlaubstagen abgespeist", erklärt Friedhelm Kreft. Die Frage, die ihm dabei unter den Nägeln brennt: "Wie schlimm ist die Situation im Sauerland?" Er appelliert daher an die 3760 Reinigungskräfte aus dem HSK und die 540 aus dem Kreis Olpe, beim Online-Check zur Arbeit in der Gebäudereinigung mitzumachen

Nicht auf Änderungen im Vertrag einlassen

Gleichzeitig warnt die IG BAU heimische Reinigungskräfte davor, sich auf Änderungen im Arbeitsvertrag einzulassen. "Denn wer im Juli schon in der Branche gearbeitet hat, für den gelten die alten Bedingungen genau so auch weiter – von Zuschlägen für Überstunden und bei schwerer Arbeit bis zum Urlaub", klärt Kreft auf. Der von den Arbeitgebern gekündigte Rahmentarifvertrag sei nämlich allgemeinverbindlich gewesen und wirke deshalb nach. 

Zudem setze die IG Bau alles daran, bei der nächsten Tarifverhandlungsrunde am 30. September den Arbeitgebern noch einmal deutlich zu machen, dass Sauberkeit ihren Preis habe. "Und dass man Tricksereien mit Arbeitsverträgen nicht macht – schon gar nicht bei Menschen, die ohnehin hart für ihr Geld arbeiten müssen", so der IG Bau-Bezirksvorsitzende.

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