Jeden Samstag eine andere Sichtweise

"Respekt"-Kampagne: Das sagen ein Berufskraftfahrer und eine Ordensschwester

Kreis Olpe/Hochsauerland. Der SauerlandKurier und der Bundesverband deutscher Anzeigenblätter (BVDA) stellen das Wort "Respekt" im Jahr 2019 in den Mittelpunkt. In einer gemeinsamen Kampagne präsentieren wir unseren Lesern jede Woche eine andere Sichtweise.

Vielen Autofahrern mangelt es am nötigen Respekt

"Zum Thema Respekt fällt mir als Berufskraftfahrer als erstes sofort das Fahrverhalten auf der Straße ein. Ich bin täglich stundenlang mit meinem LKW auf der Autobahn unterwegs. Dort erlebe ich die kuriosesten Sachen, bin häufig entsetzt über die Fahrweise mancher Menschen. Einige Autofahrer haben weder Respekt vor überhöhter Geschwindigkeit noch vor dem damit verbundenen Risiko, mit über 200 Stundenkilometern über die Bahn zu heizen, um so schnellstmöglich ans Ziel zu gelangen. Riskante Überholmanöver, drängeln oder auch zu starkes Auffahren sind nur einige gefährliche Attacken auf der Straße. Viele Autofahrer gefährden mit ihrem Fahrverhalten nicht nur Fahranfänger, sondern auch alle anderen Verkehrsteilnehmer. 

Respekt bedeutet für mich Rücksichtnahme im gesamten Leben, aufeinander zuzugehen, die Interessen und Meinungen zu akzeptieren sowie global gesehen andere Nationalitäten und Religionsgemeinschaften anzuerkennen. Respekt fängt im Kleinen in der Familie an und breitet sich weiter auf den Freundeskreis, die Schule und das Berufsleben aus. Nur wer anderen Respekt entgegenbringt, kann selbst erwarten respektiert und akzeptiert zu werden."

Thomas Kotthoff, Berufskraftfahrer aus Neheim-Hüsten

„Besonderer Respekt vor jungen Müttern“

"Ich habe vor vielen Menschen Respekt. Zurzeit habe ich besonderen Respekt vor einigen sehr jungen Müttern im Mutter-Kind-Haus Aline hier in Olpe. 

Dass es nicht einfach ist, wenn man sehr jung ist und gegen jede geltende Konvention mit 14 oder 15 Jahren ein Kind bekommt, ist schon vielen Leuten klar. Was mich mit großem Respekt erfüllt sind einige junge Frauen, denen das klar war und sie sich deshalb von sich aus bei ihrem Jugendamt gemeldet und um Hilfe gebeten haben. Und sie bleiben bei ihrer Entscheidung für ihr Kind, auch wenn in ihrem näheren Umfeld, im Freundeskreis oder sogar in der eigenen Familie kein Verständnis für diesen Schritt da ist. Und selbst wenn sie hier in Olpe durch die Stadt spazieren, merken sie, dass sie nicht beachtet oder sogar verächtlich angesehen werden. Und trotzdem bleiben sie bei ihrer Entscheidung. 

Sie gehen, sobald es möglich ist, wieder zur Schule, machen eine Ausbildung und lernen „nebenbei“ alles, um sich um ihr Kind und den Haushalt zu kümmern. Respekt und Hochachtung!"

Schwester Katharina Hartleib, Ordensschwester

„Respekt!“ ist eine Kampagne des SauerlandKurier in Kooperation mit dem Bundesverband deutscher Anzeigenblätter (BVDA). Mit diesen redaktionellen Initiativen berichten die im Verband organisierten Wochenblätter verlagsübergreifend mit eigenem lokalem Fokus über relevante Themen, die Menschen in ganz Deutschland bewegen.

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