Jeden Samstag eine andere Sichtweise

"Respekt"-Kampagne: Das sagen eine Breitensport-Trainerin und eine Integrationsmanagerin

Kreis Olpe/Hochsauerland. Der SauerlandKurier und der Bundesverband deutscher Anzeigenblätter (BVDA) stellen das Wort "Respekt" im Jahr 2019 in den Mittelpunkt. In einer gemeinsamen Kampagne präsentieren wir unseren Lesern jede Woche eine andere Sichtweise.

„Gemeinschaftserlebnisse lassen Toleranz wachsen“

„Respekt zu zeigen gehört beim Sport, gerade im Reha-Bereich, dazu. Seit 1999 leite ich Sportgruppen mit den unterschiedlichsten Menschen. Sie variieren schon innerhalb einer Gruppe in ihren Vorstellungen, ihrer Herkunft, ihrem Alter und ihrem Können. Zu Beginn, als ,Anfängerin´, hatte ich vor dieser Aufgabe den größten Respekt. Wie wird es sein, wenn sich die Teilnehmer vergleichen, andere durch oft einfach hingeworfene Äußerungen verletzen oder gar aufgrund ihrer Herkunft und des sozialen Milieus, in dem sie leben, diskriminieren? Wie gehe ich damit um, kann ich jedem mit dem nötigen Respekt antworten? All meinen Bedenken zum Trotz stellte sich diese Aufgabe als einfach heraus. Es zeigte sich, dass alle Teilnehmer sehr offen an dieses Thema herangingen.

 Aufgrund der unterschiedlichen Übungen war mal der eine, mal der andere der ,Stärkere´, der ,Bessere´. Mit Freude durfte ich feststellen, dass Respekt von allen gelebt wurde. In den 20 Jahren meiner Tätigkeit ist es noch nicht einmal zu einem respektlosen Vorfall gekommen. Ganz im Gegenteil, haben Reha-Teilnehmer gesundheitliche Schwierigkeiten wie Husten, Sauerstoffmangel, Schwindel oder kommen an ihre Leistungsgrenzen, gibt es anstatt ausgrenzende immer verständnisvolle und unterstützende Äußerungen. Ganz gleich wie schwer der Krankheitsgrad ist, jeder fühlt sich aufgehoben.

Darum habe ich auch die Hoffnung, dass die so häufig angesprochene Respektlosigkeit unserer Zeit, die meiner Meinung nach nicht unwesentlich von den anonymen, doch sozial genannten, Medien herrührt, nur eine Episode bleiben wird. Was jedoch jetzt schon fest steht: Gemeinsame, sportliche Erlebnisse lassen Toleranz wachsen und verbinden die unterschiedlichsten Menschen miteinander.“

Beate Feische, B-Trainerin für Innere Medizin sowie für Breitensport beim TuS Sundern

„Respekt bedeutet vor allem Wertschätzung“

„Respekt bedeutet für mich vor allem die Wertschätzung der Menschen und ihrer ganz persönlichen Individualität. In Bezug auf meine tägliche Arbeit mit Menschen aus unterschiedlichsten Nationen ist dies vor allem auch der Respekt vor anderen Denk- und Lebensweisen, vor anderen Religionen und kulturellen Sitten und Bräuchen. Vielfalt stellt für mich persönlich etwas Positives dar. Respekt für unterschiedliche Lebensstile ist in einer immer heterogener werdenden Gesellschaft daher unabdingbar. Nur wenn ich andere respektiere, kann ich selbst Respekt im Gegenzug erwarten. 

Respekt bedeutet für mich auch, jeden Menschen anzunehmen wie er ist, unabhängig von Herkunft oder Status. Respekt bedeutet für mich daher auch die Teilnahme und Teilhabe am öffentlichen Leben und das man miteinander statt übereinander spricht. Die Verweigerung von Mitsprache und Mitgestaltung empfinde ich als respektlos.“ 

Sarah Schneider, Integrationsmanagerin der Gemeinde Kirchhundem

„Respekt!“ ist eine Kampagne des SauerlandKurier in Kooperation mit dem Bundesverband deutscher Anzeigenblätter (BVDA). Mit diesen redaktionellen Initiativen berichten die im Verband organisierten Wochenblätter verlagsübergreifend mit eigenem lokalem Fokus über relevante Themen, die Menschen in ganz Deutschland bewegen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare