Jeden Samstag eine andere Sichtweise

"Respekt"-Kampagne: Das sagen eine Landfrau und ein evangelischer Pfarrer

Kreis Olpe/Hochsauerland. Der SauerlandKurier und der Bundesverband deutscher Anzeigenblätter (BVDA) stellen das Wort "Respekt" im Jahr 2019 in den Mittelpunkt. In einer gemeinsamen Kampagne präsentieren wir unseren Lesern jede Woche eine andere Sichtweise.

Aus Respekt vor der Natur: Müll fachgerecht entsorgen

„Als Kind aus der Landwirtschaft haben uns unsere Eltern den Blick auf die Natur und Umwelt geschärft. Mein Vater brachte oft Flaschen, Plastikverpackungen oder Ähnliches mit vom Acker oder von den Weiden, die achtlos dorthin entsorgt worden waren. Nicht nur schädlich für die Maschinen und Tiere – sondern auch schäbig für den Anblick. 

Oft denke ich daran, wenn zum Beispiel der Autofahrer vor mir eine Zigarettenkippe aus dem Fenster wirft oder wenn ich den vielen Müll auf Autobahnauffahrten sehe.Unsere Natur ist wunderschön, jährlich wechselnde Jahreszeiten geben ein unterschiedliches Bild ab. Ein Stück Respekt sollten wir alle ihr entgegenbringen, indem wir unseren Müll fachgerecht entsorgen. 

Für mich hat das Verhalten auch mit Respekt vor den Menschen zu tun, die dann den Müll von der Straße beseitigen müssen. Es ist doch eine eher unangenehme Arbeit. Ja, man könnte entgegenhalten, dass die Tätigkeit auch Arbeitsbeschaffung ist. Das stimmt zwar, trotzdem sehe ich das als ein Stück Entwürdigung an. Auch diese Menschen haben es verdient, mit Respekt behandelt zu werden.“

Maria Askemper, Geschäftsführerin Kreislandfrauenverband Hochsauerland an der Landwirtschaftskammer NRW in Meschede

„Soziale Netzwerke“ sind das für mich nicht

„Respekt kann nur eingeübt werden, wenn seine Einhaltung im öffentlichen Raum gewährleistet wird – auch, weil dem bösen Wort immer wieder die böse Tat folgt. Meinungsfreiheit hat da ihre Grenze, wo die Ehre eines anderen verletzt wird (Vgl. Art. 5, Abs. 2 des Grundgesetzes). 

Im Internet dagegen wird ohne Pause beleidigt, verunglimpft, geschmäht und gemobbt. Der Schüler Joel Horn kam so zu Tode. Dessen gehackte und ihn entwürdigende Seite wurde auch danach zunächst nicht einmal auf Wunsch der Mutter von Facebook gelöscht. „Soziale Netzwerke“ sind das für mich nicht. 

Das Christentum betrachtet die Dinge von ihren Opfern her. Die Opfer von Respektlosigkeiten im Netz sind ungezählt. Im christlichen Menschenbild ist allein Gott Richter über Menschen. Wie schrieb schon Luther zum achten Gebot: „Wir sollen (...) unsern Nächsten nicht belügen, verraten, verleumden oder seinen Ruf verderben, sondern ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum Besten kehren“.

Dr. Jörg Ettemeyer, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Lennestadt-Kirchhundem

„Respekt!“ ist eine Kampagne des SauerlandKurier in Kooperation mit dem Bundesverband deutscher Anzeigenblätter (BVDA). Mit diesen redaktionellen Initiativen berichten die im Verband organisierten Wochenblätter verlagsübergreifend mit eigenem lokalem Fokus über relevante Themen, die Menschen in ganz Deutschland bewegen.

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