Jeden Samstag eine andere Sichtweise

"Respekt"-Kampagne: Das sagen eine Sozialarbeiterin und der Vorsitzende des Freundeskreises "La Vie"

Kreis Olpe/Hochsauerland - Der SauerlandKurier und der Bundesverband deutscher Anzeigenblätter (BVDA) stellen das Wort "Respekt" im Jahr 2019 in den Mittelpunkt. In einer gemeinsamen Kampagne präsentieren wir unseren Lesern jede Woche eine andere Sichtweise.

„Anderssein“ eröffnet neue Horizonte

„Respekt zeige ich meinen Mitmenschen gegenüber, indem ich ihm/ihr auf Augenhöhe begegne. Akzeptanz und Toleranz in einer Gruppe setzen ein Annehmen des Anderen so wie er/sie ist voraus, sodass ein Zusammenleben gelingen kann.

Das „Anderssein“ grenzt dann nicht aus, sondern eröffnet neue Horizonte! Die Sicht auf den Gegenüber verlangt ein eigenes „Sich-Zurücknehmen“, keine eigene Erhöhung zuzulassen, sondern ein gewisses Maß von Entgegenkommen zu zeigen, eben Respekt auszudrücken.

Schafft ein Mensch eine Leistung – wo und wie auch immer –, die er sich selbst oder sein Gegenüber ihm nicht zugetraut hat, so verdient er Respekt, Anerkennung und Würdigung. Im persönlichen Bereich muss immer wieder neu Begegnung eingeübt werden. In unserem Grundgesetz steht eine große Herausforderung, in dem geschrieben steht: „DIE WÜRDE DES MENSCHEN IST UNANTASTBAR“!

Heinz Rapp, Vorsitzender des Freundeskreises „La Vie“ in Sundern

„Zivilcourage erfordert natürlich Mut“

„Ich habe großen Respekt vor jedem Menschen, der aufmerksam und couragiert ist, wenn es um Gewalt und sexuellen Missbrauch an Kindern und Jugendlichen geht. Ein Thema, was uns immer wieder alle aufschrecken lässt, wenn es durch die Medien geistert. Gleichzeitig mischt sich bei vielen ein Gefühl von Hilflosigkeit darunter, dass man als Bürger eh nichts machen kann.

Alles verständlich, aber Hand aufs Herz! Ein erheblicher Teil solcher Verbrechen kann verhindert oder gestoppt werden, wenn sich jeder angesprochen fühlt, Verdachtsmomente oder Äußerungen von Kindern und Jugendlichen ernst zu nehmen und zu hinterfragen. Sich auf die staatlichen Stellen zu verlassen ist zu einfach, denn Jugendamt, Polizei und Justiz haben ohne die Hinweise aus der Bevölkerung oft wenig Chancen die betroffenen Kinder und Jugendlichen früh genug und nachhaltig zu schützen.

Zivilcourage bei diesem heiklen Thema erfordert natürlich Mut, aber die Opfer haben sonst vielfach keine Chance und leiden oft ein Leben lang unter den unerträglichen Erfahrungen! Nicht selten werden sie im späteren Leben selbst zu Tätern! Das sollte jedem zu denken geben!“

Lucia Stupperich, Diplom Sozialpädagogin und psychologische Beraterin für Kinder und Jugendliche, die von sexuellen Missbrauch und/oder anderen Gewaltformen betroffen sind

„Respekt!“ ist eine Kampagne des SauerlandKurier in Kooperation mit dem Bundesverband deutscher Anzeigenblätter (BVDA). Mit diesen redaktionellen Initiativen berichten die im Verband organisierten Wochenblätter verlagsübergreifend mit eigenem lokalem Fokus über relevante Themen, die Menschen in ganz Deutschland bewegen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare