Mehrere Gefahren lauern

Spazieren in Corona-Zeiten: Diese Regeln müssen im Wald beachtet werden

Spazieren ist in Corona-Zeiten wohl die beliebteste Freizeitbeschäftigung. Im Wald müssen aber besondere Regeln beachtet werden.
+
Spazieren ist in Corona-Zeiten wohl die beliebteste Freizeitbeschäftigung. Im Wald müssen aber besondere Regeln beachtet werden.

Für viele Menschen aus dem Sauerland ist Spazieren aktuell wohl die beliebteste Freizeitbeschäftigungen. Zahlreiche Spaziergänger treibt es dabei in den Wald. Doch dort gelten besondere Regeln.

Sauerland - Kontaktsperren und Reiseverbote wegen des Coronavirus schränken die Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung aktuell stark ein. Weil Spazieren und Joggen so ziemlich das einzige ist, was erlaubt ist, sind die Wälder im Sauerland für viele Einheimische und Tagesausflügler beliebte Ziele. Das sonnige Wetter trägt ebenfalls dazu bei, dass die weitläufigen Waldgebiete in der Region intensiv zu Fuß und mit dem Rad genutzt wurden. 

Spazieren in Corona-Zeiten: Wälder in schlechter Verfassung

"Wir verstehen und unterstützen, dass die Menschen die Wälder vor ihrer Haustür nutzen, um in schwieriger Zeit etwas Entspannung zu finden. Gerade im Frühling gibt es im Wald viel zu entdecken, bunte Blüten und grüne Blätter tun der Seele gut", sieht auch Frank Rosenkranz, Forstamtsleiter in Schmallenberg, die positiven Wirkungen des Waldes auf das menschliche Wohlbefinden. 

Gleichzeitig seien viele Wälder aber bekanntermaßen in schlechter Verfassung: Stürme, Trockenheit und Borkenkäfer haben ganze Waldbestände absterben lassen - mit der Konsequenz, dass Förster, Waldeigentümer und Forstunternehmen derzeit mit Hochdruck an der Aufarbeitung des Schadholzes und der Wiederbewaldung der Kahlflächen arbeiten, wie das Regionalforstamt Oberes Sauerland berichtet. 

Beim Spazieren im Wald dürfen Sperrzonen für Forstarbeiten nicht betreten werden.

Spazieren in Corona-Zeiten: Forstamt nennt fünf wichtige Regeln

"Diese für alle schwierige Situation führt offenbar vermehrt zu Konflikten zwischen Waldbesuchern und Waldbewirtschaftern", heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung. Daher erinnert der Landesbetrieb Wald und Holz NRW alle Waldbesucher an die gesetzlichen Regelungen, die selbstverständlich auch zu Zeiten des Coronavirus gelten:

  • Seit dem 1. März gilt ein Rauchverbot im Wald. Erste Waldbrände in Südwestfalen zeigen, wie wichtig die Beachtung dieses Verbots ist. 
  • Forstwege dienen der Waldbewirtschaftung. Sie sind für den öffentlichen Auto- und Motorradverkehr gesperrt und müssen für Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge sowie die Holzabfuhr ungehindert befahrbar sein. Auf den Parkplätzen beispielsweise der Naturparke sind ausreichende Stellflächen vorhanden. 
  • Holzerntemaßnahmen sind lebensgefährliche Arbeiten, deshalb werden die Gefahrenbereiche weiträumig abgesperrt. Diese Sperrzonen sind zum Schutz der eigenen Gesundheit und einer ordnungsgemäßen Waldbewirtschaftung zu beachten. Das umfangreiche Netz an Wander- und Radwegen in der Region bietet eine Vielzahl an Alternativen. 
  • Zahlreiche Kahlflächen wurden bereits auf Kosten der Waldeigentümer aufgeforstet. Damit diese Investitionen in klimaangepasste Wälder erfolgreich sind, unterstehen Forstkulturen einem besonderen Schutz. Sie dürfen gemäß Landesforstgesetz NRW nicht betreten werden. 
  • Das Frühjahr ist Brut- und Setzzeit für zahlreiche Tierarten in Wald und Feld. Sie reagieren sehr sensibel auf Störungen. Beobachten auf Distanz ist möglich, Hunde sollten aber auf jeden Fall angeleint sein.

Spazieren in Corona-Zeiten: Rücksichtnahme und Verständnis

Das Forstamt bittet um Beachtung dieser einfachen Regeln: "Denn mit gegenseitiger Rücksichtnahme und Verständnis werden die sauerländischen Wälder aktuell, aber auch zukünftig ihre wichtigen ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Funktionen nachhaltig erfüllen können."

Auch außerhalb des Sauerlands haben in der vergangenen Tagen verheerende Waldbrände getobt. In Gummersbach vernichtete ein Feuer 50 Hektar Wald, ein 24-Jähriger legte später ein Geständnis ab, dort gezündelt zu haben. Ein Feuerwehr-Experte rechnet damit, dass 2020 das schlimmste Waldbrand-Jahr seit langem werden könnte.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare