Zwischen Zustimmung und Ablehnung

Umfrage zu Corona-Lockerungen: Das sagen Menschen aus dem Sauerland

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Unter strengen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen ist der Zutritt in verschiedene Einrichtungen nach den Lockerungen wieder möglich.

Hochsauerland - Einzelhandel, Gastronomie, Spielplätze oder Fitnessstudios – all das ist seit Montag wieder frei zugänglich. Wir haben uns dazu bei den Menschen vor Ort umgehört – und einen deutlich gelassenen Tenor vernommen.

"Angst vor einer zweiten Welle"

Ludger Hilgenhaus hält die Lockerungen wirtschaftlich gesehen für unbedingt angemessen und sinnvoll. „Kein Unternehmen darf durch Corona in Konkurs gehen, da sehe ich den Staat in der Verantwortung. Nun wird es natürlich zu vermehrten Kontakten kommen. Daher habe ich wiederum Angst vor einer zweiten Welle.“ 

Ludger Hilgenhaus aus Ostwig (für Vollbild oben rechts klicken)

"Es muss weitergehen, sonst ist die Wirtschaft am Ende"

Mit Nachdruck befürwortet auch Burkhard Hogrebe die Regelungen. „Die Lockerungen sind angemessen, da wir im Hochsauerlandkreis kaum noch Infizierte haben. Es muss jetzt weitergehen, denn sonst wird die Wirtschaft bald am Ende sein.“ Besonders gefährdet sieht er die Gaststätten, die ohne die Lockerungen kaum eine Chance hätten, zu überleben. 

Burkhard Hogrebe aus Bestwig

"Lockerungen ja, aber mit Vorsicht"

Vera Geuecke hofft, dass es nun nicht zu allzu hohen Neuinfizierungen kommt – findet die Lockerungen aber grundlegend richtig. „Sollte es jedoch zu einem erneuten Shutdown kommen, wird es für alle Unternehmer eng, egal in welcher Branche. Meine Meinung lautet: Lockerungen ja, aber Vorsicht und doppelte Umsichtigkeit sowie Hygiene. Dann kommen wir hoffentlich langfristig gesehen durch die Corona-Krise.“ 

Vera Geuecke aus Schmallenberg (für Vollbild oben rechts klicken)

"Abstandsregelungen werden nicht mehr eingehalten"

SchülerinLaura Lopez sieht die Corona-Lockerungen hingegen skeptisch. „Ich finde, dass die Lockerungen zu früh angesetzt worden sind. Dadurch wird es zu einem Rückfall kommen, weil manche, gerade in meinem Alter, denken, jetzt sei alles wieder okay und die Abstandsregelungen werden nicht mehr eingehalten. Die Wirtschaft muss weitergehen, aber reine Freizeitangebote, beispielsweise Fitnessstudios, braucht man nicht so dringend.“ 

Laura Lopez aus Petersborn (für Vollbild oben rechts klicken)

"Zu geregeltem Tagesgeschehen zurückfinden"

Ein klares Ja oder Nein, ein Richtig oder Falsch, lasse sich laut Axel Meyer in einer derart außergewöhnlichen Situation nicht so einfach ausmachen. Wichtig sei: „Wir müssen zu einem geregelten Tagesgeschehen zurückfinden. In wohl durchdachten Schritten, bei der die Gesundheit der Menschen immer im Vordergrund stehen muss.“ 

Axel Meyer aus Wulmeringhausen

"Kleingewerbe wird untersagt"

Sandra Swartjes hält die Lockerungen für zwingend notwendig – die Umsetzung hingegen für inakzeptabel. „Konsum auf riesigen Flächen wird erlaubt, Kleingewerbe hingegen, mit höchsten Hygienestandards und nur Eins-zu-eins-Kundenkontakt, untersagt. Dieser Punkt trifft mich persönlich besonders hart.“ 

Sandra Swartjes aus Siedlinghausen

"Politik ist gute Balance gelungen"

Für eine Verhältnismäßigkeit von Lockerungen und Schutzmaßnahmen spricht sich Dr. Michael Regniet aus. „Aufgrund der abflachenden Infektionszahlen ist meines Erachtens eine vorsichtige Lockerung der Regeln vertretbar. Ich glaube, den politischen Entscheidungsträgern ist bislang eine gute Balance zwischen dem Schutz des Lebens und der Gesundheit auf der einen Seite und den Freiheitsrechten sowie den persönlichen und wirtschaftlichen Bedürfnissen der Menschen auf der anderen Seite gelungen.“ 

Dr. Michael Regniet aus Arnsberg (für Vollbild oben rechts klicken)

Als ein „gefährliches Experiment“ betitelte Dr. Peter Liese noch vor gut einer Woche die Lockerungen in der Corona-Krise und warnte vor Leichtsinn.

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