Was teurer wird und wo es mehr Geld gibt

Kindergeld, Mindestlohn, Plastikverbot: Das ändert sich 2021 auch im Sauerland

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Nicht nur für Ehrenamtler und Vereine gibt es im neuen Jahr einige Änderungen, die Steuern und Finanzen betreffen.

Zum Jahreswechsel sind zahlreiche steuerliche Veränderungen in Kraft getreten, die finanzielle Entlastungen für Bürger bringen.  So wird unter anderem das Kindergeld erhöht, der Kinderfreibetrag steigt, für die Jahre 2020 und 2021 wird eine Homeoffice-Pauschale eingeführt und auch die Pendlerpauschale wird ab diesem Jahr angehoben. Deutliche Erleichterungen gibt es auch für ehrenamtlich tätige Menschen.

„Ehrenamtlich Tätige halten unsere Gesellschaft zusammen, sie sind unverzichtbar – insbesondere in dieser äußerst schwierigen Zeit der Pandemie“, betont Lutz Lienenkämper, Minister der Finanzen des Landes Nordrhein-Westfalen. „Nun endlich können zum Beispiel rund sechs Millionen ehrenamtliche Helfer in Nordrhein-Westfalen von einer besseren steuerlichen Unterstützung profitieren.“

Konkret greifen ab dem 1. Januar 2021 für das Ehrenamt die folgenden Verbesserungen:

  • Der Steuerfreibetrag für Einnahmen zum Beispiel aus der Tätigkeit als Übungsleiter wird von 2.400 auf 3.000 Euro angehoben, der Freibetrag für die Ehrenamtspauschale von 720 auf 840 Euro.
  • Die Grenze für den vereinfachten Zuwendungsnachweis für Spenden wird von 200 auf 300 Euro angehoben. Bis zu diesem Betrag ist keine Spendenbescheinigung erforderlich. Es genügen ein Kontoauszug und ein Beleg des Zuwendungsempfängers über die Berechtigung, Spenden entgegennehmen zu dürfen.
  • Gemeinnützige Vereine müssen im Rahmen ihrer wirtschaftlichen Geschäftsbetriebe erst dann Körperschaft- oder Gewerbesteuer zahlen, wenn ihre Bruttoeinnahmen 45.000 Euro übersteigen – bisher liegt die Freigrenze bei 35.000 Euro.
  • Kleinere Vereine werden unterstützt, indem die Pflicht zur zeitnahen Mittelverwendung bei jährlichen Einnahmen bis zu 45.000 Euro abgeschafft wird.

Was ändert sich noch?

Der Verkauf von Besteck, Tellern, Trinkhalmen, Rührstäben und Wattestäben aus Plastik ist ab 2021 verboten. Das Verkaufs-Aus beinhaltet auch Becher und Behälter aus Styropor, in denen Speisen und Getränke verpackt werden. Produkte aus oxo-abbaubarem Kunststoff, wie Beutel oder Verpackungen, werden aus dem Handel verschwinden, denn dieser zersetzt sich in schwer zu entsorgende Mikropartikel, baut sich aber nicht weiter ab. Des Weiteren sollen auf einigen Produkten mit einem Kunststoff-Anteil verpflichtende Hinweise zu finden sein, die über deren negative Auswirkungen auf die Umwelt informieren.

Der Verkauf von Trinkhalmen aus Plastik ist ab 2021 verboten.

Wer im 2021 einen neuen Personalausweis beantragt, muss mit fast 10 Euro mehr als sonst rechnen – statt 28,80 steigt der Preis dann auf 37 Euro. Wiederum sollen keine zuzüglichen Kosten mehr für eine nachträgliche Aktivierung der Onlinefunktionen oder die Entsperrung des elektronischen Identitätsnachweises fällig werden. Eine weitere Neuerung ist es, dass man ab August bei Beantragung eines neuen Personalausweises zunächst beide Zeigefinger einscannen lassen muss, damit sie danach digital auf der Ausweiskarte gespeichert werden können.

Mehr Geld für Familien

Das Kindergeld steigt ab Januar um 15 Euro im Monat pro Kind. Das zweite Familienentlastungsgesetz sieht vor, dass gleichzeitig die Kinderfreibeträge aufgestockt werden. Für das erste und zweite Kind bekommen Eltern somit 219 Euro pro Monat (zuvor waren es 204 Euro), für das dritte 225 Euro (zuvor: 210 Euro). Ab dem vierten Kind werden es 250 Euro (zuvor: 235 Euro) sein. Auch der Kinderzuschlag, den Familien mit kleinem Einkommen zusätzlich zum Kindergeld erhalten, wird erhöht: von bisherigen 185 auf 205 Euro.

Auch für Arbeitnehmer und Auszubildende gibt es gute Nachrichten: Der gesetzliche Mindestlohn steigt von aktuellen 9,35 auf 9,50 Euro pro Stunde. Zum 1. Juli des neuen Jahres soll er dann noch einmal um weitere 10 Cent auf 9,60 Euro pro Stunde erhöht werden. Angehende Azubis im Handwerk und Betrieb erhalten im ersten Ausbildungsjahr mindestens 550 Euro (bisher: 515 Euro für den Ausbildungsjahrgang 2020) monatlich. Für das zweite, dritte und vierte Ausbildungsjahr wird der wachsende Beitrag der Auszubildenden mit steigenden Aufschlägen ergänzt. 

Ob Pille, Salbe oder Spray: Ärzte verordnen bis jetzt verschreibungspflichtige Medikamente auf rosafarbenem Papier und Patienten müssen die Rezept-Zettel bislang in die Apotheke tragen, um ihre Medikamente ausgehändigt zu bekommen. Mit Beginn des neuen Jahres wird alternativ zur Papierversion eine digitale Verordnung, ein eRezept, eingeführt. Unterstützend ist dabei eine zentrale App, mit welcher sich gesetzlich Krankenversicherte dann die ärztlich verordneten Medikamente auf ihrem Smartphone anzeigen lassen und entweder bei einer Apotheke vor Ort oder bei einer Online-Apotheke einlösen können.

Viele weitere Änderungen und nützliche Informationen für Verbraucher hat die Verbraucherzentrale NRW auf ihrer Internetseite nach Themen gebündelt.

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