Kaum Niederschlag und warme Temperaturen

Bis zu 70 Prozent weniger Regen: So trocken war der Frühling im Sauerland

Der Frühling war im Einzugsgebiet der Ruhr sehr warm und trocken.
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Der Frühling war im Einzugsgebiet der Ruhr sehr warm und trocken. (Symbolfoto)

Der Ruhrverband hat interessante Zahlen zum Wetter im zurückliegenden Frühling veröffentlicht. Er startete zwar sehr feucht, wurde dann aber extrem trocken. Selten gab es weniger Niederschlag als 2020.

Sauerland - "Der Frühling 2020 war im Einzugsgebiet der Ruhr durch eine außergewöhnlich starke Trockenheit geprägt", teilte der Ruhrverband am Dienstag mit. Das hätten eigene Auswertungen ergeben. 

Zwar habe der März vor allem bedingt durch die nasse erste Monatshälfte noch einen Niederschlagsüberschuss von neun Prozent gegenüber dem langjährigen Mittel aufgewiesen, doch dafür seien im April 62 Prozent und im Mai sogar 69 Prozent weniger Regen als gewöhnlich gefallen. "Insgesamt kam der Frühling 2020 im Einzugsgebiet der Ruhr auf 134 Millimeter Niederschlag – 40 Prozent weniger als im Durchschnitt. Noch weniger Niederschlag in einem Frühjahr hatte es an der Ruhr seit Aufzeichnungsbeginn im Jahr 1927 erst vier Mal gegeben", erklärte der Ruhrverband. 

Frühling im Schnitt 0,9 grad wärmer als normal

Mit einer mittleren Temperatur von 8,9 Grad sei das Frühjahr auch um 0,9 Grad wärmer als der aus den Jahren 1981 bis 2010 bestehende Vergleichszeitraum gewesen, wobei der Mai um 0,7 Grad kälter, dafür aber der März um 0,9 Grad und der April sogar um 2,4 Grad wärmer gewesen sei als das langjährige Mittel. 

"Aufgrund der ab Mitte März ausbleibenden Niederschläge war am Pegel Villigst bereits Anfang April und an der Mündung Ende April Zuschusspflicht aus den Talsperren erforderlich. Seit Einführung des Ruhrverbandsgesetzes in der Fassung von 1990 hat nur das Jahr 2011 in den beiden Monaten April und Mai eine noch höhere Anzahl zuschusspflichtiger Tage verzeichnet", hieß es vom Ruhrverband. Die vorgeschriebenen Mindestabflüsse in der Ruhr seien aber im Frühjahr 2020 jederzeit eingehalten worden. 

So ist die Lage in den Talsperren

Der Gesamtfüllstand aller Talsperren, der Ende Februar bei 92,7 Prozent gelegen hatte, sei im vergleichsweise nassen März weiter angestiegen und habe Anfang April mit gut 96 Prozent seinen bisher höchsten Stand in diesem Jahr erreicht. Danach sei der Füllstand aufgrund der erforderlichen höheren Talsperrenabgaben bis zum 31. Mai auf knapp 88 Prozent gesunken.

"Damit waren Ende Mai rund 17 Millionen Kubikmeter weniger Wasser in den Talsperren gespeichert als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres", teilte der Ruhrverband mit. Gegenüber dem langjährigen Mittel für die Jahreszeit seien es allerdings nur zwei Prozent weniger gewesen. Das sei allerdings kein Grund zur Sorge: "Trotzdem ist das Talsperrensystem für eine mögliche witterungsbedingte Fortsetzung der Zuschusspflicht gut gerüstet", erklärte der Ruhrverband.

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