Auswilderung im Sauerland

Wisent-Projekt: Ex-Projektleiter erhebt schwere Vorwürfe - Trägerverein reagiert

Gegen das Wisent-Projekt im Sauerland erhebt der Ex-Projektleiter schwere Vorwürfe. Die Wisent-Welt-Wittgenstein reagiert.
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Gegen das Wisent-Projekt im Sauerland erhebt der Ex-Projektleiter schwere Vorwürfe. Die Wisent-Welt-Wittgenstein reagiert.

Mit massiven Vorwürfen sieht sich der Verein Wisent-Welt-Wittgenstein aktuell konfrontiert. Der ursprüngliche Projektleiter Uwe Lindner und Diplom-Ökologe Alfons Schmidt legen dem Trägerverein „massive Managementfehler“ im Rahmen des Wiederansiedlungsprojektes zur Last.

Hochsauerland/Bad Berleburg – Das Vorhaben werde unter dem Deckmantel des Artenschutzes zu Lasten des Steuerzahlers für kommunalpolitische, touristische und – so die Vermutung der beiden Experten – auch für jagdliche Interessen zweckentfremdet.

Den Beteiligten gehe es dabei nicht zuvorderst um das Wohl der Tiere, sondern vor allem um das eigene Renommee und die mediale Aufmerksamkeit, heißt es unter anderem in zwei brisanten Schreiben an das Bundesamt für Naturschutz und das Landwirtschaftsministeriums von NRW, die auch dem SauerlandKurier vorliegen. Darin werden dem Trägerverein konkret unter anderem auch Hormonbehandlungen, die Vernachlässigung der Inzucht-Problematik und Verstöße gegen den Tierschutz mit möglicherweise strafrechtlicher Relevanz vorgeworfen.

Wisente im Sauerland: Trägerverein kündigt rechtliche Schritte an

Konfrontiert mit den Vorwürfen teilte der Wisent-Verein auf Kurier-Anfrage mit: „Da sich der Wisent-Verein intensiv um das Herdenmanagement und das Gesamtprojekt kümmert, kann er keine Ressourcen in die Beschäftigung mit nicht auf der wissenschaftlichen Höhe befindlichen und weitgehend kenntnisfreien Aussagen investieren. Wegen der teilweise strafrechtlich relevanten Behauptungen und Unterstellungen wird der Wisent-Verein seinen Rechtbeistand mit der Sache befassen, sollten die Behauptungen nicht binnen 72 Stunden zurückgenommen werden.“

Das Wisent-Auswilderungsprojekt im Sauerland hat gespaltene Meinungen hervorgerufen. Kritik kam vor allem von Landwirten und Waldbauern.

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