Fußball-Bundesliga

Reus ist die Tabellenführung wurst 

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Wollen weiterhin fokussiert bleiben: Marco Reus (links) und Axel Witsel vom BVB

Erstmals seit 161 Tagen steht Borussia Dortmund nicht mehr an der Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga. Dennoch herrschte große Erleichterung bei den Schwarz-Gelben, die mit dem 3:1-Sieg über den VfB Stuttgart wieder in die Erfolgsspur zurückkehrten. 

Dortmund - Wenige Minuten nach dem 3:1 (0:0)-Erfolg gegen den VfB Stuttgart gewährte Marco Reus einen kurzen Einblick in sein Innenleben. Nichts war davon zu spüren, dass der BV Borussia Dortmund nach fast einem halben Jahr die Tabellenführung an den Rekordmeister aus München verloren hatte. 

Es überwog die Erleichterung, nach den enttäuschenden vergangenen Wochen mit dem Aus im DFB-Pokal und der Champions League wenigstens in der Bundesliga weiter von einem Titel träumen zu dürfen. „Natürlich geht das nicht spurlos an uns vorbei“, gestand der BVB-Kapitän ein. „Deshalb war es wichtig für uns, zu gewinnen, für das Selbstvertrauen, für die Fans.“ 

Dass die Schwarz-Gelben am Wochenende die Rolle des Jägers übernahmen, interessierte Reus nicht: „Das ist mir wurst. Entscheidend ist, wer am Ende oben ist. Nach wie vor ist alles offen.“ 

Vieles deutet inzwischen darauf hin, dass der 6. April zu einem vorentscheidenden Tag im Kampf um die Meisterschale werden könnte. Dann reisen die Dortmunder nach München. „Wir müssen bis dahin fokussiert bleiben“, meinte BVB-Mittelfeldspieler Axel Witsel. „Wir sind immer noch auf Augenhöhe mit den Bayern, wollen dran bleiben.“ 

Standards legten Defensivschwächen offen

Vor dem Gipfeltreffen treten die Borussen bei Hertha BSC (Samstag, 18.30 Uhr) und auf eigenem Platz gegen den VfL Wolfsburg (30. März) an. Gelegenheit für die Schwarz-Gelben, sich in einigen Bereichen zu steigern, vor allem in der Defensive stabiler zu werden.

Nach der Führung durch den Foulelfmeter von Marco Reus (62.) kassierten die Dortmunder bereits den zehnten Gegentreffer nach einer Standardsituation. Marc-Oliver Kempf war nach einem Freistoß per Flugkopfball zum 1:1 (71.) erfolgreich. 

„Zehn Gegentore nach Standards sind einfach zu viel“, ärgerte sich Sebastian Kehl. „Wir haben schon in den vergangen Wochen viel Lehrgeld gezahlt. So leicht sollten wir es dem Gegner nicht machen.“ 

BVB tat sich schwer gegen Stuttgarter Mauertaktik

Zufrieden war der Leiter der Lizenzspielerabteilung aber mit der Reaktion, die die Mannschaft nach dem Ausgleich zeigte und sich mit den späten Treffern durch Paco Alcácer und Christian Pulisic (90.+2) belohnte. 

Trainer Lucien Favre sprach von einem verdienten Sieg: „Wir hatten 75 Prozent Ballbesitz. Das ist sehr viel“, analysierte der Schweizer. „Stuttgart hat einen gigantischen Bus vor dem eigenen Tor parkiert. Es war sehr schwer, die Lücke zu finden.“ 

Auch daran wird der Coach in den kommenden Wochen weiter intensiv mit der Mannschaft arbeiten, dabei vielleicht nach neuen Lösungen suchen. Denn die Gegner haben inzwischen erkannt, dass der BVB gegen eine massive Fünferkette seine Probleme hat, weil es auf den Außenbahnen wenig Raum gibt. Zumal trotz großer Dortmunder Dominanz laut Kehl auch gegen Stuttgart die letzte Präzision im entscheidenden Pass fehlte. 

Dennoch überwog die Erleichterung. „Es war enorm wichtig, die drei Punkte zu holen, damit wir ein bisschen Ruhe reinkriegen“, beteuerte Kehl. 

Kehl fordert volle Fokussierung

Der zeigte sich von der Höhe des Münchner Sieges gegen Wolfsburg durchaus überrascht, wollte aber nicht näher darauf eingehen. „Wir haben uns die ganze Zeit nicht damit beschäftigt, was die Bayern machen“, erklärte der ehemalige BVB-Kapitän, der jetzt als Bindeglied zwischen Vereinsführung und Mannschaft großen Einfluss auf die Profis hat. 

„Ich will maximalen Erfolg. Ob du auf zwei oder eins stehst, ist im Moment egal, weil wir noch ein paar Spiele haben. Wir brauchen diese Fokussierung, wir brauchen diese Intensität und den Willen. Dann werden wir ganz lange vorne dabei bleiben.“

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Quelle: wa.de

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