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BVB und Köln klagen gegen Corona-Regeln in NRW

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Von: Simon Stock

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Ins Dortmunder Stadion passen über 80.000 Zuschauer, doch wegen Corona dürfen aktuell nur 750 hinein. Der BVB klagt nun gegen diese Regeln in NRW. Auch Köln macht mit.

Update vom 31. Januar, 16.41 Uhr: In der Bundesliga wächst der Widerstand gegen die von der Politik verordneten Corona-Regeln. Nach RB Leipzig wollen nun auch Borussia Dortmund und der 1. FC Köln die mit der aktuellen Corona-Schutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen einhergehenden Beschränkungen der Zulassung von Zuschauern auf dem Wege eines gerichtlichen Eilverfahrens überprüfen lassen.

VereinBorussia Dortmund
TrainerMarco Rose
GeschäftsführerHans-Joachim Watzke

„Der nun folgende Schritt ist bedauerlich und für uns die ultima ratio. Letztlich ist es aber unsere Aufgabe, Borussia Dortmunds berechtigte Interessen zu wahren“, kommentierte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Wie der BVB am Montag ankündigte, soll voraussichtlich am Dienstag (1. Februar) vor dem Oberverwaltungsgericht Münster ein Antrag „auf Erlass einer einstweiligen Anordnung im Normenkontrollverfahren“ eingereicht werden.

BVB und Köln klagen gegen Corona-Regeln in NRW

Borussia Dortmund hält die zurzeit gültigen Beschränkungen für „rechtswidrig“. „Sie verstoßen nach Überzeugung des Fußballclubs gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und das Gleichbehandlungsgebot. Während in Innenbereichen trotz vergleichsweiser höherer Ansteckungsgefahr landesweit schon jetzt Veranstaltungen mit hohen prozentualen Auslastungen durchgeführt werden können, wird die Kapazität des größten deutschen Freiluftstadions gegenwärtig auf 0,92 Prozent der Gesamtkapazität beschränkt“, hieß es in der BVB-Mitteilung.

Dazu erklärten die Schwarz-Gelben, man habe „bis zum heutigen Tag vergeblich gehofft, im Dialog mit der Landesregierung zu einer ähnlich konsensualen und vor dem Hintergrund des Pandemiegeschehens selbstverständlich maßvollen Lösung kommen zu können, wie sie in Sachsen-Anhalt, Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz nunmehr ermöglicht wird“.

Der 1. FC Köln kündigte den Antrag eines Eilverfahrens beim Oberverwaltungsgericht Münster derweil gar schon für diesen Montag an. Geschäftsführer Alexander Wehrle begründete den Schritt mit ähnlichen Worten. „Wir gehen davon aus, dass wir so die Obergrenze von 750 Zuschauern für Großveranstaltungen in Nordrhein-Westfalen kurzfristig verändern können“, sagte er: „Wir sind uns auch unserer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst, aber das heißt in diesem Fall, aufmerksam zu machen, wenn Maßnahmen nicht mehr nachvollziehbar und ohne Effekt erscheinen und gleichzeitig die Überlebensfähigkeit vieler Veranstalter in Kultur und Sport gefährden.“

Kaum Zuschauer: BVB-Chef Watzke will Eilverfahren gegen Corona-Beschlüsse prüfen

[Erstmeldung vom 24. Januar] Dortmund - BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hat die Beschlüsse des Corona-Gipfels von Bund und Ländern nicht nur zur Kenntnis genommen - er ist regelrecht sauer. Die Politik hat am Montag (24. Januar) auf eine weitere Öffnung der Fußball-Stadien für Zuschauer verzichtet. Damit bleibt es in NRW und eben auch bei Borussia Dortmund bei einer Höchstgrenze von 750 Zuschauern. Für Watzke inakzeptabel.

BVB fast ohne Zuschauer: Watzke droht mit Klage

BVB-Boss Watzke kritisierte nach Bekanntwerden die Beschlüsse der Ministerpräsidenten-Konferenz (MPK) deutlich. Er zieht sogar juristische Schritte in Betracht. „Wir werden uns die Beschlüsse des Landes NRW genau anschauen und prüfen, ob wir sie im Eilverfahren kontrollieren lassen“, sagte Watzke der Deutschen Presse-Agentur.

Es sei „bitter, dass die Mehrheit der MPK-Teilnehmer nach zwei Jahren nur an Verbote denkt und nicht auch an ein Mindestmaß an Möglichkeiten und logischen Entscheidungen“, sagte Watzke und ließ weiter Dampf ab: „Knapp drei Viertel der Deutschen sind geimpft. Seit Monaten gibt es ausreichend Impfangebote für jeden einzelnen Bürger in diesem Land. Inzwischen wissen wir auch deutlich mehr über Omikron. Trotzdem lassen wir in Innenräumen teilweise fast 90 Prozent der Kapazität zu und in Freiluftstadien nur 750 Menschen.“

Hans-Joachim Watzke: Mehr Zuschauer ins Station

Unter freiem Himmel würden die Leute ausgesperrt, sagte Watzke. „Das ist nicht verhältnismäßig, das ist auch keine Wissenschaft, das versteht kein Mensch mehr.“ Über die Wutrede von Hans-Joachim Watzke berichtet auch RUHR24*.

Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke
Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke ist nicht gut auf die Politik zu sprechen. Er will wieder mehr Zuschauer im BVB-Stadion. © Christian Charisius/dpa

Es werde immer geklagt, der Fußball bekomme in Deutschland Sonderrechte. „Das Gegenteil ist gerade der Fall. Der Fußball wird zum Opfer von Symbolpolitik“, sagte Watzke. Er hatte zuletzt Fans mit seiner Erklärung für das BVB-Aus im DFB-Pokal beim FC St. Pauli fassungslos gemacht.

Bund und Länder hatten am Montag angesichts der steigenden Infektionen derzeit Lockerungen von Corona-Auflagen ausgeschlossen. Damit bleibt es in den Profiligen im Fußball, Handball, Basketball oder Eishockey weitgehend bei Geisterspielen. In Nordrhein-Westfalen waren zuletzt 750 Zuschauer erlaubt. Für die Zulassung von Zuschauern bei Großveranstaltungen gibt es bislang unterschiedliche Höchstgrenzen in den Ländern. Sie sollen bis 9. Februar vereinheitlicht werden. (mit dpa-Material) *RUHR24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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