BVB vs. FC Bayern

Watzke ist sich nach Meister-Vorentscheidung sicher: Klares Handspiel von Jerome Boateng

Die größte Chance des BVB gegen den FC Bayern wehrte Jerome Boateng mit seinem Arm ab. Der Elfmeterpfiff blieb aus. Das sorgte auch in England für Aufregung.

  • FC Bayerns Jerome Boateng wehrte Erling Haalands Schuss mit seinem Arm ab.
  • Der Elfmeterpfiff blieb bei Borussia Dortmund gegen den FC Bayern dennoch aus.
  • Das rief England-Legende Gary Lineker auf den Plan. Für Hans-Joachim Watzke ist der Fall klar.

Update vom 28. Mai, 9.44 Uhr: Mund abwischen und weitermachen! So heißt es oft nach einer Niederlage. Bei Borussia Dortmund ist das nach der vermeintlichen Vorentscheidung im Kampf um die deutsche Meisterschaft allerdings leichter gesagt als getan. Besonders für BVB-Boss Hans-Joachim Watzke, der noch einmal eine strittige Szene im Duell mit dem FC Bayern unter die Lupe nahm. "Man sieht die Absicht bei Boateng", so Watzke im Kicker deutlich.

In der 58. Spielminute holte BVB-Stürmer Erling Haaland aus und traf den sich in die Schussbahn werfenden Jerome Boateng am Ellbogen. Klarer Elfmeter? Nicht für Schiedsrichter Tobias Stieler, der die Partie weiter laufen ließ. Auch der Videoschiedsrichter in Köln griff nicht ein. "Das war ein klarer Elfmeter", war sich BVB-Geschäftsführer Watzke sicher.

BVB vs. FC Bayern: Jerome Boatengs Handspiel macht Gary Lineker fassungslos

Dortmund – Gary Lineker war erstaunt. „Penalty? VAR?“, fragte die englische Stürmer-Legende bei Twitter. Doch Schiedsrichter Tobias Stieler entschied sich weder für den Elfmeterpfiff, noch empfahl Sascha Stegemann aus dem Kölner Keller seinem Kollegen, die Szene noch einmal unter die Lupe zu nehmen. Sekunden zuvor hatte Bayerns Jerome Boateng die wohl beste Möglichkeit Borussia Dortmund während des Bundesliga-Geister-Gipfels mit dem Oberarm vereitelt. Vor Erling Haalands Abschluss in der 58. Minute war der 2014er-Weltmeister ausgerutscht, schmiss sich dann aber in den Ball – um ihn entscheidend zur Ecke abzulenken. 

FCB-Torwart Manuel Neuer wäre wohl ausnahmsweise machtlos gewesen. Diskussionen um vermeintliche Handspiele hatte es seit Einführung des Videobeweises schon zu Genüge gegeben im deutschen Fußball. Aktive Bewegung, Vergrößerung der Körperfläche, Absicht oder angeschossen? Die Hand-Frage hat längst wissenschaftliches Ausmaß angenommen. Und es scheint sicher: Die strittigen Szenen werden den Fußball auch nach der Corona-Pause begleiten. Die Zeitlupen legen nahe, dass Boateng sich tatsächlich über einen Pfiff nicht hätte beschweren dürfen. Auf der Gegenseite netzte Joshua Kimmich ein.

Handspiel von Boateng bei BVB vs. FC Bayern: Lineker reagiert fassungslos

Stieler war ob der Geschwindigkeit der realen Szene kaum ein Vorwurf zu machen. Stegemann aber sollte das gesehen haben, wovon sich auch die Fernsehzuschauer überzeugen durften: Boatengs Oberarm verhinderte Haalands Torerfolg. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass es die fast einzig gefährliche Aktion des Tabellenzweiten nach der Pause bleiben sollte. Zu selten gelang es den Dortmundern, in die entscheidenden Räume vorzustoßen. Ungenauigkeiten und Unkonzentriertheiten prägten das sonst so vorbildliche Umschaltspiel des BVB. Entsprechend blass blieb bei seinem Klassiker-Debüt auch Sturmspitze Haaland

Zwar rettete Boateng einen Abschluss des Norwegers nach nur 30 Sekunden von der Linie, ansonsten aber hatten Bayerns Abwehrhüne und Nebenmann David Alaba den 19-Jährigen unter Kontrolle. Auch Thorgan Hazard und Julian Brandt fehlte die Spritzigkeit, die zuletzt so treffsicheren Außenverteidiger Raphael Guerreiro und Achraf Hakimi taten sich schwer gegen den defensivstarken Benjamin Pavard und den pfeilschnellen Alphonso Davies. „Im letzten Viertel hat uns die Konsequenz gefehlt“, analysierte Emre Can am Sky-Mikrofon. So blieb die Borussia erstmals seit dem 14. Januar 2018 (0:0 gegen Wolfsburg) in einem Bundesliga-Heimspiel ohne eigenen Treffer – und bleibt wohl wieder ohne Titel. Das bringt Favres Stuhl erneut zum Wackeln. Der deutete seinen Abschied im Sommer an. Sein Nachfolger stünde schon bereit.

Quelle: wa.de

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