Borussia Dortmund

„Körperlich maximal durchschnittlich“: Transfer von BVB-Star war jahrelang geplant

Borussia Dortmund erhielt im vergangenen Sommer den Zuschlag für Jude Bellingham. Nun berichtet der BVB-Chefscout, wie lange der Transfer schon geplant war.

Hamm - Wieder einmal erhielt Borussia Dortmund im Juli 2020 den Zuschlag für ein europäisches Toptalent. Jude Bellingham schloss sich trotz zahlreichem Interesse weiterer Schwergewichte dem BVB-Kader an. Der Klub aus Dortmund überwies 23 Millionen Euro für den damals 16-Jährigen an Ausbildungsklub Birmingham City. Nun kommt heraus: Der Transfer war bereits Jahre zuvor geplant.

NameJude Bellingham
Geboren29. Juni 2003, Stourbridge, Vereinigtes Königreich
Größe1,86 Meter
Gewicht75 kg

BVB: Transfer von Jude Bellingham bereits 2017 geplant - Chefscout berichtet

Borussia Dortmund begann bereits 2017, Jude Bellingham zu beobachten. Der Shootingstar, der in seiner Debütsaison beim BVB 46 Pflichtspieleinsätze und acht Torbeteiligungen vorweisen kann, war damals für die U15-Nationalmannschaft Englands aktiv. Drei Monate später war BVB-Chefscout Markus Pilawa erneut vor Ort, wie er bei Spox berichtet. „Dort hat sich der gute Eindruck mehr als bestätigt, wir haben ihn noch besser gesehen. Von da an hat die Sache ihren Lauf genommen“, so Pilawa.

Bereits zu Jude Bellinghams 16. Geburtstag klopfte Borussia Dortmund beim Mittelfeld-Allrounder an. Der BVB baute in der Zeit ein gutes Vertrauensverhältnis zu seiner Familie und dem Management auf. „Wir haben ihm einen klaren Plan und sein Stärken-Schwächen-Profil aufgezeigt, wo und wie wir ihn sehen und wieso sein Profil zu uns und der Zusammensetzung unseres Mittelfelds passt“, sagte der BVB-Chefscout.

BVB: Dortmund wollte Transfer von Jude Bellingham schon am 16. Geburtstag vollziehen

Zwar soll die Konkurrenz im Werben um Jude Bellingham „verdammt hart“ gewesen sein. Der BVB erhielt dennoch den Zuschlag - allerdings erst lange nach seinem 16. Geburtstag. Jude Bellingham entschied sich dazu, seine ersten Profi-Minuten bei seinem Heimatklub absolvieren zu wollen. Als eine Absage an den BVB wertete Markus Pilawa dies jedoch nicht.

Jude Bellingham (l.) wechselte im Sommer 2020 zum BVB.

44 Mal lief Jude Bellingham für die Profimannschaft von Birmingham City in der zweiten englischen Liga auf. In der Championship stellte der mittlerweile körperlich robuste Box-to-Box-Spieler sein enormes Talent unter Beweis. „Man glaubt es gar nicht, aber als ich ihn das erste Mal bei einem U23-Spiel von Birmingham City live sah, war er noch relativ schmächtig und körperlich maximal durchschnittlich“, erinnerte sich Markus Pilawa.

BVB: Jude Bellingham war vor Transfer nach Dortmund „körperlich maximal durchschnittlich“

Was Jude Bellingham an Muskelmasse fehlte, machte er mit Verantwortung als Kapitän auf dem Rasen, Ausstrahlung und Persönlichkeit wett. „Er hat im Mittelfeld mit einer Ruhe am Ball und vielen Ballkontakten dominiert, er hat das Spiel gesteuert“, so Pilawa. Mittlerweile tut Jude Bellingham genau das bei Borussia Dortmund.

Sein rasanter Aufstieg seit seinem Transfer zu Schwarz-Gelb ist bekannt. Im September feierte Jude Bellingham sein Debüt für die U21-Nationalmannschaft Englands. Zwei Monate später stand der BVB-Star gar im Aufgebot der A-Nationalelf. In den kommenden Wochen nimmt Jude Bellingham an der EM 2021 teil, die live im TV und Livestream in der ARD, im ZDF und auf MagentaTV übertragen werden.

BVB: Jude Bellingham wird schon mit England-Ikonen Steven Gerrard und Frank Lampard verglichen

„Uns war natürlich klar, dass er über kurz oder lang dort landen wird. Wir dachten aber, dass er zuvor ein Jahr den Weg über die U21 nimmt. Doch so wie er hier eine Entwicklungsstufe übersprungen hat, tat er dies auch im Nationaldress“, sagte Markus Pilawa. Er gab zu, dass er erst zur zweiten Saisonhälfte mit einem Durchbruch Jude Bellinghams rechnete.

Klar ist: Setzt Jude Bellingham seinen rasanten Aufstieg beim BVB fort, sind seiner Karriere keine Grenzen gesetzt. Vergleiche mit England-Ikonen wie Steven Gerrard oder Frank Lampard werden bereits gezogen. „Jude hat wie diese beiden eine starke Persönlichkeit, auch die Position ist ähnlich. Er ist aber sein eigener Charakter und seine eigene Marke“, so der BVB-Chefscout.

Rubriklistenbild: © Martin Meissner/dpa

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