Borussia Dortmund

BVB-Sechser Delaney: "Sie haben mich gekauft, um ein Führungsspieler zu sein"

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Thomas Delaney ist eine Schlüsselfigur bei Borussia Dortmund.

Borussia Dortmund hatte im Sommer Bedarf im Mittelfeld. Ein Badboy mit klarem Verstand musste her. Der BVB suchte und fand ihn: Thomas Delaney.

Marbella – Dunkle Augen, nettes Lächeln, einen flotten Spruch auf den Lippen, Typ: Schwiegersohn. Thomas Delaney. Die meisten Fouls beim BVB, die meisten gelben Karten in Dänemark gesammelt, Abräumer durch und durch, Typ: Badboy. Auch Thomas Delaney. Er verkörpert das, was Borussia Dortmund in dieser Saison so erfolgreich macht – die richtige Mischung ist ausschlaggebend.

"Es gibt sehr gute Spieler auf meiner Position mit Mo (Mahmoud Dahoud, Anm. d. Red.), Julian Weigl und Axel Witsel und so. Sie sind auch in vielen Punkte besser als ich, technisch etwa. Aber es sind andere Spielertypen. Dann ist es mal besser mit Axel und mir spielen, wenn wir Intensität brauchen – vielleicht ist das der Raum für einen Spieler wie mich", sagt er selbst über sich. Bescheiden schon fast, aber auch selbstbewusst. "Du brauchst einen breiten Kader und das wird noch wichtiger in dem nächsten halben Jahr", erklärt der 27-jährige Däne weiter. Er hat einen scharfen Verstand, einen sauberen Blick auf die Dinge. Er tut Borussia Dortmund gut, der BVB tut ihm gut. Ein Führungsspieler durch und durch.

"Ich will Fußball spielen"

Und Delaney fühlt sich wohl an der Strobelallee. "Ich bin zufrieden. Ich war mir anfangs natürlich nicht sicher, wie viele Einsatzzeiten ich bekomme. Aber überrascht bin ich auch nicht", sagt er. Warum? "Ich bin nicht nach Dortmund gekommen, um auf der Bank zu sitzen und Geld zu verdienen – ich will Fußball spielen."

Die Verantwortlichen hätten ihm das auch von Beginn an zugestanden. Delaney: "Ich habe mit Michael Zorc, Sebastian Kehl und Hans-Joachim Watzke geredet und die haben mir alle gesagt, sie haben mich gekauft, um ein Führungsspieler zu sein."

Dabei sei schwarzgelb aber nicht unbedingt sein größter Wunsch gewesen – davon gebe es einfach zu viele. England etwa hätte ihn gereizt. Dennoch: "Ich habe im Sommer zu 100 Prozent alles richtig gemacht. Die Premier League war ein Traum und ist ein Traum – ich habe viele Träume im Leben", so Delaney. "Aber es war ganz klar, als der BVB kam und sagte: Wir wollen dich. Da war ich ganz sicher, dass ich zu Dortmund gehe. Ich möchte auch irgendwann wieder in Kopenhagen spielen, in Japan, in den USA, auch die Deutsche Meisterschaft gehört dazu: Flying to the moon", sagt er. Will heißen: Keine Grenzen setzen.

Favre gibt Tipps

Die Einstellung passt gut zu seinem Lehrmeister. Chefcoach Lucien Favre will jeden Spieler besser machen. Klar, auch Delaney. "Der Trainer gibt uns viel mit. Noch mehr Details als am Anfang. Er gibt mir Tipps etwa, wie ich den Ball abschirmen kann oder andere Details, das ist sehr wichtig", bestätigt der Spieler. 

Robust: Thomas Delaney (unten)

Ob er nicht noch etwas in seinem Spiel verändern möchte? Der robuste Nordmann neigt zu Fouls und Verwarnungen. "Letztes Jahr habe ich für die meisten Freistöße in der Liga gesorgt und in Dänemark habe ich die meisten gelben Karten. Ich war nicht überrascht, ich habe aber noch nie eine rote Karte bekommen. Viele kommen zu mir und sagen: 'Ruhig, Thomas, du hast eine gelbe Karte' – aber ich habe schon viele Spiele mit einer gelben Karte gespielt und bin routiniert". Er kalkuliert. 

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"Natürlich ist ein gegnerischer Freistoß nicht gut, aber es kann mal gut sein. Manchmal, wenn wir so offensiv spielen, muss ich den Freistoß ziehen oder die gelbe Karte. Das werde ich auch nicht ändern, glaube ich", sagt er auf WA-Nachfrage. Muss er auch nicht. Denn einer wie Delaney fehlte in der vergangenen Saison im Dortmunder Spiel. Er ist eine Schlüsselfigur im System Favre, wird es auch in der Rückrunde sein – mit oder ohne Fouls: Die Mischung eben macht's.

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Quelle: wa.de

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