Streit  der Aplhatiere

Watzke vs. Tuchel: Die Chronik einer Fehde

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Wurden keine Freunde in Dortmund: Hans-Joachim Watzke (l.) und Thomas Tuchel.

Dortmund - Jetzt ist es passiert. Borussia Dortmund und Thomas Tuchel gehen getrennte Wege. Doch wann genau begann der Streit zwischen Tuchel und Watzke? Wir blicken auf den Streit der beiden Alphatiere.

Das monatelange Ränkespiel bei Borussia Dortmund um die Zukunft von Thomas Tuchel ist beendet. Nur drei Tage nach dem DFB-Pokalsieg in Berlin erklärte der Bundesligist die Zusammenarbeit mit dem Coach für beendet.

"Borussia Dortmund und Thomas Tuchel beenden mit sofortiger Wirkung die Zusammenarbeit", hieß es in einer Adhoc-Mitteilung an der Börse.

Zuvor hatte Tuchel auf seinem kurz zuvor eröffneten Twitter-Account seinen ersten relevanten Tweet abgesetzt: "Ich bin dankbar für zwei schöne, ereignisreiche und aufregende Jahre. Schade, dass es nicht weitergeht."

Obwohl der 43 Jahre alte Tuchel mit der direkten Qualifikation der Borussia für die Champions League und dem Pokalsieg erfolgreiche Arbeit leistete, kann er den eigentlich bis 2018 datierte Vertrag nicht erfüllen.

Hauptgrund ist offenbar eine Fehde zwischen Tuchel und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. In einem offenen Brief erklärt der BVB-Boss, dass es um Vertrauen und Loyalität gehe. Wir blicken zurück.

Januar 2016

Der Ursprung des Streits zwischen Watzke und Tuchel liegt nicht beim Duo selbst. Sven Mislintat, der sich als Chefscout beim BVB mit Entdeckungen wie Shinji Kagawa oder Christian Pulisic einen Namen gemacht, erhielt von Tuchel Zutrittsverbot auf dem Dortmunder Trainingsplatz. Anschließend wurde er zum Kaderplaner befördert.

Was war geschehen? Bei der Diskussion um eine potenzielle Neuverpflichtung gerieten Tuchel und Mislintat aneinander, seitdem herrscht Eiszeit. Auch beim jüngsten Pokalfinale reiste der Taltensucher auf eigene Kosten an und war auch nicht Teil des Banketts am Abend. 

Das giftige Verhältnis dürfte Watzke missfallen, denn der Dortmunder Geschäftsführer weiß nur zu genau um die Bedeutung von Mislinat.

Sommer 2016

Mit Ilkay Gündogan und Mats Hummels standen bereits zwei Abgänge beim BVB fest. Für Tuchel war klar: Weitere Schlüsselspieler dürfen den Verein nicht verlassen. Auch Watzke versicherte: "Auf keinen Fall werden drei Leistungsträger gehen."

Doch beim 42-Millionen-Euro-Angebot von Manchester United wurde auch Henrikh Mkhitaryan verkauft. Für Watzke eine wirtschaftliche Notwendigkeit, für Tuchel eine sportliche Katastrophe. Der Dissens nahm seinen Lauf.

Februar 2017

Tuchel ging nach der 1:2-Niederlage beim mittlerweile abgestiegenen SV Darmstadt auf die eigenen Spieler los. Der 43-Jährige unterstellte seiner Mannschaft ein "Mentalitätsproblem" und stellte das Erreichen den Einzug in die Champions League in Frage. Für Watzke aber stand fest: Die direkte Qualifikation für die Königsklasse ist ein Muss. Zwei Meinungen prallten aufeinander.

April 2017

Nach dem Sprengstoff-Attentat auf den BVB wurde zügig eine Neuansetzung für den nächsten Tag beschlossen. Tuchel gab an, kein Mitspracherecht bei der Entscheidung gehabt zu haben.

Watzke widersprach dem öffentlich in einem Interview. Der große Knall war da, die Differenzen zwischen den beiden Sturköpfen waren nicht mehr zu kitten. Zwar wurde in der Öffentlichkeit stets auf ein ergebnisoffenes Gespräch verwiesen, doch eine Einigung ist bereit zu diesem Zeitpunkt kaum vorstellbar.

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Quelle: wa.de

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