Gegen den SC Paderborn

"Justice for George Floyd": Keine Strafe für BVB-Profis Sancho und Hakimi

Jadon Sancho und Achraf Hakimi vom BVB haben mit 'Justice for George Floyd' ein Zeichen gesetzt. Sportdirektor Michael Zorc bezieht klar Stellung.

  • Jadon Sancho und Achraf Hakimi von Borussia Dortmund nutzten ihren Torjubel für eine Botschaft.
  • BVB-Sportdirektor Michael Zorc vertritt einen klaren Standpunkt (Update vom 2. Juni, 11.23 Uhr).
  • Der DFB hat entschieden: Es gibt keine Strafe (Update vom 3. Juni, 15.32 Uhr).

Update vom 3. Juni, 15.32 Uhr: Die Fußball-Profis, die in der Bundesliga öffentlich gegen Rassismus protestiert hatten, werden vom DFB nicht bestraft. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes entschied am Mittwoch, dass keine Verfahren gegen Jadon Sancho und Achraf Hakimi von Borussia Dortmund sowie Weston McKennie vom FC Schalke 04 und Marcus Thuram von Borussia Mönchengladbach eingeleitet werden. Sie hatten durch verschiedene Aktionen und Gesten auf dem Rasen am Pfingstwochenende gegen den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd infolge eines brutalen Polizeieinsatzes in den USA protestiert.

Seine Linie will das DFB-Gremium auch bei neuerlichen Anti-Rassismus-Aktionen an den kommenden Spieltagen beibehalten. "Natürlich hat der DFB-Kontrollausschuss stets die Vorgaben der FIFA-Fußballregeln und der DFB-Ordnungen im Blick. Im konkreten Fall handelt es sich aber um gezielte Anti-Rassismus-Aktionen der Spieler, die sich damit für Werte starkmachen, für die der DFB ebenfalls steht und immer eintritt", sagte Anton Nachreiner, der Vorsitzende des Kontrollausschusse. "Daher werden keine Verfahren eingeleitet, auch bei vergleichbaren Anti-Rassismus-Aktionen in den nächsten Wochen nicht."

"Justice for George Floyd": BVB-Sportdirektor Zorc bezieht klar Stellung zu politischen Botschaften

Update vom 2. Juni, 11.23 Uhr: Es waren die Szenen, die den fulminanten 6:1-Erfolg von Borussia Dortmund über den SC Paderborn beinahe in den Hintergrund rückten. Jadon Sancho und Achraf Hakimi drehten zum Torjubel ab, suchten die nächstbeste TV-Kamera und präsentierten ihr gelbes Shirt unter ihrem Trikot. Darauf war zu lesen: 'Justice for George Floyd' in Gedenken an den Afroamerikaner, der bei einem gewaltsamen Polizeieinsatz in Minneapolis (USA) gestorben war. Nun drohen den beiden Konsequenzen. Politische Nachrichten in der Bundesliga sind untersagt. Der DFB-Kontrollausschuss hat sich eingeschaltet.

im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten hat BVB-Sportdirektor Michael Zorc zu den Geschehnissen am Wochenende klar Stellung bezogen. Wohl wissend, dass politische Äußerungen im Regelwerk nicht erlaubt sind. Dennoch appelliert Zorc, in diesem Fall ein Auge zu zu drücken. "Ich glaube, dass die Botschaft der Spieler für jeden, der Herz und Verstand hat, in diesem Fall das alles Entscheidende ist", so Zorc, der anfügte: "Deswegen würde ich mir wünschen, dass man in diesem Fall alle Fünfe gerade sein lässt."

George Floyd: Michael Zorc (BVB) bezieht klar Stellung zu Sancho und Hakimi

Für Jadon Sancho, dessen Transfer im Sommer wohl bevor steht, geriet sein Dreierpack gegen den SC Paderborn am Sonntag in den Hintergrund. Nach der Partie meldete sich der junge Engländer via Instagram bei seinen Fans. "Mein erster Dreierpack. Ein bittersüßer Moment für mich persönlich, denn es gibt wichtigere Dinge in der Welt, die wir ansprechen und verändern müssen", schrieb er.

Eine deutliche Botschaft von Sancho, der er mit einem Aufruf deutlich Nachdruck verlieh. "Wir müssen zusammenkommen und gemeinsam für Gerechtigkeit kämpfen. Zusammen sind wir stärker. Gerechtigkeit für George Floyd", so Sancho. Damit schloss Sancho sich Weston McKennie von Schalke 04 an, der ein emotionales Interview zum Tod von George Floyd gab. Alle Augen sind derzeit auf die Bundesliga gerichtet. Auch, weil man in Deutschland bereits über die Rückkehr der Fans ins Stadion nachdenkt. BVB-Lizenzspielleiter Sebastian Kehl nennt einen möglichen Zeitpunkt.

George Floyd: Sancho und Hakimi (BVB) erhalten Zuspruch von Michael Zorc

Update, 20.22 Uhr: Borussia Dortmund gewinnt letztlich souverän gegen den SC Paderborn. Top-Thema war auch nach dem Spiel der Jubel von Jadon Sancho. Der ehemalige deutsche Nationalspieler und aktuelles Vorstandsmitglied des FC Bayern, Oliver Kahn, lobte den jungen Engländer für sein Zeichen gegen Rassismus.

"Das sind sehr wichtige Signale, die da gesendet werden", lobte Kahn Sanchos Botschaft in der Sendung Sky90. "Manchmal würde ich mir wünschen, die Spieler würden noch mehr Verantwortung übernehmen. Die Spieler sollen ruhig mündig sein und ihre Meinung öffentlich kundtun", fügte Kahn an.

Jadon Sancho (BVB) setzt Zeichen gegen Rassismus - Zuspruch von Kahn

Paderborn - Die drei Punkte von Borussia Dortmund beim SC Paderborn hatte den Namen 'Arbeitssieg' redlich verdient. Viele Ungenauigkeiten beim entscheidenden Pass, noch weniger Durchschlagskraft - besonders in der ersten Halbzeit. Dennoch tütete der BVB den Pflichterfolg am Sonntagabend ein. Für die frühe Vorentscheidung zum 2:0 sorgte Jadon Sancho. Der junge Engländer nutzte die wenigen Sekunden Aufmerksamkeit der TV-Kameras für eine ganz besondere Nachricht.

Trikot aus und gelbes Unterzieh-Shirt in die Kamera. Zu sehen war eine unmissverständliche Botschaft: "Justice for George Floyd" war deutlich lesbar auf Sanchos Front zu sehen. Der Dribbelkünstler des BVB sprach nach seinem Treffer das an, was in den vergangenen Tagen wie ein Lauffeuer um die Welt ging. Die Nachricht vom Tod des Afroamerikaners George Floyd, der in Minneapolis (USA) während eines Polzeieinsatzes ums Leben kam.

Jadon Sancho (BVB) setzt bei Torjubel gegen SCP Zeichen gegen Rassismus

Am Ende der Festnahme durch vier Beamte kniete ein Polizist fast neun Minuten lang auf dessen Hals. Floyd sagte: "I can't breathe" ("Ich kann nicht atmen"), und starb an den Folgen des Einsatzes. Seitdem kommt es in Minneapolis und anderen Städten der USA zu massiven Protesten gegen Rassismus und Ausschreitungen. Schalkes Weston McKennie hatte es am Samstag im Bundesligaspiel zwischen Königsblau und Werder Bremen mit einer Armbinde vorgemacht. "Wir müssen für das einstehen, woran wir glauben, und ich glaube, dass es an der Zeit ist, dass wir gehört werden", schrieb der US-Amerikaner auf Instagram. Sancho zog am Samstagabend in Paderborn nach. Sein Verein Borussia Dortmund unterstützte ihn und verbreitete Sanchos Nachricht in den sozialen Medien.

Möglicherweise müssen Jadon Sancho und der BVB mit Konsequenzen wegen des Jubels rechnen. Bereits im Fall McKennie kündigte der Kontrollausschuss des DFB an, "den Sachverhalt prüfen" zu wollen. Der Grund: Politische Botschaften auf der Spielkleidung sind laut der Deutschen Fußball Liga (DFL) und dem DFB untersagt. Unter dem Strich stand ein Kantersieg des BVB beim SC Paderborn. Die Stimmen von Lucien Favre und Co. in der Zusammenfassung.

Quelle: wa.de

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