Zum Bundesliga-Start

18 Thesen: Das bringt die neue Saison der Fußball-Bundesliga

Der FC Bayern München möchte erneut die Meisterschaft gewinnen. Foto: Kai Pfaffenbach/Reuters-Pool/dpa
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Der FC Bayern München möchte erneut die Meisterschaft gewinnen. Foto: Kai Pfaffenbach/Reuters-Pool/dpa

Meisterschaft, Europacup-Platz, Abstiegskampf: Auch in Corona-Zeiten stellen sich zum Saisonstart die sportlichen Fragen für die 18 Bundesliga-Clubs. Wer die Bayern stoppen kann, ist nur eine davon.

Berlin (dpa) - Winkt den Bayern jetzt schon der neunte Titel in Folge? Oder können die Verfolger aus Dortmund und Leipzig von Beginn an mithalten und für Spannung sorgen? Wer bekommt Probleme im Abstiegskampf? Welche Neuzugänge helfen wirklich weiter?

18 Thesen zum möglichen Saisonverlauf:

FC BAYERN MÜNCHEN

These: Gary Linekers Kultspruch kann endgültig umgetextet werden.

Begründung: Legendär ist der Spruch des ehemaligen englischen Nationalspielers Gary Lineker, der vor 30 Jahren mal sagte: "Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen immer die Deutschen." Übersetzt auf die Bundesliga heißt das seit 2013: 18 Vereine kämpfen um den Titel - und am Ende jubeln immer die Bayern. Viel spricht dafür, dass es auch 2021 so sein wird. Die Bayern-Profis und Trainer Hansi Flick sind auch nach dem Triple weiter hungrig - zudem motzt Top-Transfer Leroy Sané die Münchner Offensive zusätzlich auf.

BORUSSIA DORTMUND

These: Der BVB spielt wieder um den Meistertitel, ist ernsthafter Konkurrent des FC Bayern.

Begründung: Die Winter-Zugänge und Mentalitätsspieler Emre Can und Erling Haaland sind nun noch besser integriert. Insbesondere in Jude Bellingham (Birmingham City) und Thomas Meunier (Paris Saint-Germain) hat der BVB weitere Qualität hinzubekommen. Bis auf Achraf Hakimi musste kein Leistungsträger abgegeben werden. Und der lange verletzte Kapitän Marco Reus ist wieder an Bord. Für die großen Duelle mit Bayern, Mönchengladbach, Leipzig oder Leverkusen müsste das Favre-Team besser gerüstet sein.

RB LEIPZIG

These: Mit Flauten-Sturm reicht es nicht erneut für die Champions League.

Begründung: Durch die Abgänge von Timo Werner und Patrik Schick hat Leipzig 48 Bundesliga-Scorerpunkte verloren. Bislang gelang es den Sachsen trotz des Drängens von Trainer Julian Nagelsmann nicht, die Abgänge adäquat zu ersetzen. Yussuf Poulsen hatte es in der vergangenen Liga-Saison auf zwölf, Neuzugang Hee-chan Hwang in Österreich auf 23 Scorerpunkte gebracht. Ob der Norweger Alexander Sörloth, den RB verpflichten möchte, diese Probleme löst, ist völlig ungewiss. Ohne dieselbe Power im Angriff wird Leipzig im kommenden Jahr nur Europa League spielen.

BORUSSIA MÖNCHENGLADBACH

These: Gladbach wird hinter Bayern München und dem BVB in der kommenden Saison mindestens drittstärkste Kraft.

Begründung: Von den Spitzenteams hinter den Bayern haben nur Dortmund und Gladbach alle Leistungsträger halten können. Hinzu kamen zwei Spieler, die wie Stefan Lainer im Vorjahr die Vorstellungen von Marco Rose bestens umsetzen können. Der ehrgeizige Gladbach-Coach ist zudem noch nicht zufrieden und will mehr.

BAYER LEVERKUSEN

These: Patrik Schick wird mehr Tore schießen als Vorgänger Kevin Volland.

Begründung: Kevin Volland war Stammspieler und Vize-Kapitän. Grundsätzlich hätte ihn Bayer Leverkusen auch gerne behalten. Doch es gab auch Zweifel. Die sich in einem Angebot ausdrückten, das Volland nicht als angemessen erachtete. Er wechselte nach Monaco. Konsequent, denn man hatte das Gefühl, dass beide Seiten nicht mehr vorankommen. Nachfolger Patrik Schick wird eine Verbesserung sein. Der Tscheche, der im Vorjahr an RB Leipzig ausgeliehen war, kam spät und muss sich noch einfinden. Am Ende wird er öfter treffen als der im Vorjahr zehn Mal in der Bundesliga erfolgreiche Volland.

TSG HOFFENHEIM

These: Die Kraichgauer spielen wieder um die Europa-League-Plätze mit.

Begründung: Die TSG mit ihrem neuen Trainer Sebastian Hoeneß hat außer Sebastian Rudy keinen Stammspieler verloren und einige Langzeitverletzte und verliehene Profis zurückbekommen.

VFL WOLFSBURG

These: Der VfL Wolfsburg schafft es diesmal nicht ins internationale Geschäft.

Begründung: Der VfL war nach der vergangenen Bundesligasaison noch im Achtelfinale der Europa League gefordert und musste in der Qualifikation für denselben Wettbewerb schon vor dem ersten Ligaspiel erneut Reisestrapazen in Kauf nehmen. Die hohe Belastung wird der Kader der Niedersachsen auf Dauer nicht auffangen können.

SC FREIBURG

These: Für die Breisgauer geht's diesmal wieder gegen den Abstieg.

Begründung: Eine Saison wie die vergangene, in der sie lange an den Europapokal-Plätzen kratzten und letztlich Achter wurden, erleben die Freiburger diesmal nicht. Zu groß war der personelle Aderlass in diesem Sommer. Mit den Nationalspielern Robin Koch (Leeds United) und Luca Waldschmidt (Benfica Lissabon) sowie Torhüter Alexander Schwolow (Hertha BSC) gingen drei absolute Leistungsträger. Es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass den Sport-Club eine Reihe namhafter Profis verlässt. Doch diese Abgänge sind kaum zu kompensieren. In der neuen Saison geht es für Freiburg einzig und allein um den Klassenerhalt.

EINTRACHT FRANKFURT

These: Die Hessen verpassen erneut die internationalen Startplätze.

Begründung: Die Eintracht hat sich im Sommer nicht verstärken können. Für höhere Ambitionen ist der Kader in der Breite nicht hochklassig genug besetzt. Mögliche Ausfälle von Leistungsträgern können nur schwer kompensiert werden.

HERTHA BSC

These: Trotz der Windhorst-Millionen schafft Hertha die europäischen Startplätze nicht.

Begründung:

Begründung: Trainer Bruno Labbadia muss nach dem Umbruch lange nach einer Achse im Team suchen. Hertha verliert am Anfang entscheidend an Boden. Der besonnene Labbadia aber schafft es zumindest, die junge Mannschaft auf Kurs zu bringen und erhält dafür die nötige Zeit von Management und Investor. Am Ende pendelt sich die "Alte Dame" wieder um Platz zehn ein.

1. FC UNION BERLIN

These: Union hält auch im zweiten Bundesligajahr sicher die Klasse.

Begründung: Manager Oliver Ruhnert hat in der Sommerpause wieder clever eingekauft und die Mannschaft gut besetzt. Trainer Urs Fischer kompensiert den Weggang von Torjäger Sebastian Andersson über neue Spielsysteme und kann auch nach Niederlagen-Serien genauso ruhig arbeiten wie in der Premieren-Saison.

FC SCHALKE 04

These: Für den Revierclub wird es höchstens zu einem Platz im unteren Tabellenmittelfeld reichen.

Begründung: 16 Spiele nacheinander ohne Sieg in der vergangenen Rückrunde stecken den Königsblauen noch in den Knochen, das Auftaktprogramm ist sehr schwierig. Abgänge wurden teilweise bisher nicht adäquat ersetzt, weil das Geld fehlt. So ist das Team nicht ausgewogen besetzt. Auch die Vorbereitung verlief nicht optimal.

FSV MAINZ 05

These: Die Mainzer entgehen wie in den vergangenen Spielzeiten nur knapp dem Abstieg.

Begründung: Der Kader der Rheinhessen hat keinen qualitativen Zuwachs erhalten. Außer auf der Torhüterposition fehlt es in allen Mannschaftsteilen an Klasse.

1. FC KÖLN

These: Sebastiaan Bornauw wird einer der besten Verteidiger der Liga.

Begründung: Er ist gerade mal 21 und wird vom Ex-Bayern Daniel van Buyten beraten. In seiner Premieren-Saison in der Bundesliga hinterließ Sebastiaan Bornauw schon Eindruck. Nicht nur durch sechs Tore in 28 Spielen, womit er der zweiterfolgreichste Innenverteidiger war. Nur Bornauws Aufbauspiel ist verbesserungswürdig. Ansonsten hat er alles, was man auf seiner Position braucht: Mentalität, Zweikampfstärke, Kopfballstärke, Stellungsspiel, Fitness. Im nächsten Sommer droht dem FC Bornauws Abgang zu einem Spitzenclub - und eine gute Rendite für den Sechs-Millionen-Einkauf.

FC AUGSBURG

These: "La Décima" ist nicht das letzte Bundesligajahr.

Begründung: Die Augsburger gehen in ihr zehntes Bundesligajahr am Stück. Der Klassenerhalt hat wieder höchste Priorität, wie Trainer Heiko Herrlich sagt. Er geht in seine erste komplette Spielzeit beim FCA. Der Kader ist - auch hierarchisch - umgestaltet worden. Die Neuzugänge Gikiewicz, Strobl und Caligiuri versprechen viel Routine. Aktiver soll das FCA-Spiel werden, die Offensive besser zünden.

WERDER BREMEN

These: Das Festhalten an Trainer Florian Kohfeldt zahlt sich aus, Werder stabilisiert sich und hält sich aus dem Abstiegskampf raus.

Begründung: Nach der Rettung in der vergangenen Saison erst in der Relegation hat Kohfeldt mit seinem Team die Versäumnisse aufgearbeitet und aus den Fehlern gelernt. Die Norddeutschen haben den Kader im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten gut ergänzt und in Offensivspieler Tahith Chong ein großes Talent ausgeliehen. Die Auftritte in der Vorbereitung machen Mut. Zudem halten sich die Verletzungssorgen im Vergleich zum vergangenen Sommer in Grenzen.

ARMINIA BIELEFELD

These: Uwe Neuhaus ist auch am 34. Spieltag noch Arminia-Trainer.

Begründung: Mit 30 kam Uwe Neuhaus als Spieler erstmals in die Bundesliga, mit 60 schafft er es als Trainer. Der Aufstieg im Vorjahr war eine Riesen-Überraschung, Neuhaus ist daher unantastbar. Selbst, wenn die Arminia ähnlich chancenlos sein sollte wie im Vorjahr der ostwestfälische Nachbar Paderborn - was in diesem Ausmaß unwahrscheinlich scheint - würde der Verein Neuhaus sicher nicht entlassen. Zur Not ginge Arminia mit ihm zurück in die 2. Liga.

VfB STUTTGART

These: Stuttgarts junge Wilde schaffen den Klassenerhalt.

Begründung: Mit einem Altersschnitt von gerade mal 23,9 Jahren stellt der Aufsteiger den jüngsten Kader der Liga. Dazu sitzt mit Pellegrino Matarazzo ein Trainer auf der Bank, der seine erste Bundesliga-Saison als Chefcoach bestreitet. Doch die Schwaben halten die Klasse, weil vielen ihrer jungen und flinken Offensivleute der weniger körperbetonte Spielstil im Oberhaus entgegen kommt und sie weniger Druck haben als in der 2. Liga, wo sie jede Woche Favorit waren.

© dpa-infocom, dpa:200916-99-590884/5

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