Shitstorm gegen Unglücksrabe

Nach üblen Beschimpfungen gegen Jimmy Durmaz: Schweden setzt Zeichen gegen Rassismus

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Timo Werner wird in dieser Szene von Jimmy Durmaz gefoult. 

Der schwedische Einwechselspieler Jimmy Durmaz sieht sich nach seinem Foul, das in der Nachspielzeit zum entscheidenden Freistoß für das deutsche Team führte, im Internet einem üblen Shitstorm ausgesetzt.

Update 25. Juni 2018: Die schwedische Nationalmannschaft hat ein Zeichen gesetzt und mit einem Video Stellung zu den teils rassistischen Beleidigungen genommen, die an Jimmy Durmaz gerichtet waren. In diesem bekräftigt der Unglücksrabe, der den entscheidenden Freistoß gegen Deutschland verursacht hatte, dass solche Aussagen inakzeptabel seien. Am Ende spricht sich das gesamte Team, was symbolisch hinter Durmaz steht, gegen Rassismus aus. 

Sotschi - Innerhalb weniger Minuten nach Schwedens 1:2-Niederlage gegen die deutsche Mannschaft erhielt der Mittelfeldspieler mit türkischen Wurzeln in den Sozialen Netzwerken Tausende Kommentare, darunter etliche wüste Beschimpfungen, rassistische Beleidigungen und sogar Morddrohungen.

"Das ist nichts, was mich interessiert. Ich stehe stolz hier und repräsentiere mein Land", sagte Durmaz, der Timo Werner an der Strafraumgrenze zu Fall gebracht hatte, ehe Toni Kroos zum 2:1 für die DFB-Elf traf. Auch seine Teamkollegen zeigten keinerlei Verständnis für die vielen Hasskommentare im Netz und stärkten dem 29-Jährigen den Rücken.

Durch den Sieg hat das DFB-Team die Chance auf das Achtelfinale gewahrt, doch eingetütet ist die nächste Runde noch lange nicht. Wir verraten Ihnen, was passieren muss, damit die deutsche Mannschaft ins Achtelfinale kommt. 

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Spieler nehmen Durmaz in Schutz: „Es fällt kein Schatten auf Jimmy“

"Es fällt kein Schatten auf Jimmy, es gibt nichts Böses über ihn zu sagen. Wir gewinnen als Mannschaft, und wir verlieren als Mannschaft", sagte Albin Ekdal vom Hamburger SV. Stürmer John Guidetti meinte: "Er rennt und kämpft das ganze Spiel. Es ist total idiotisch, ihn dafür zu hassen."

Selbst die FIFA twitterte von "nahezu 3000 Kommentaren" zum letzten Instagram-Bild von Durmaz. Neben den Verunglimpfungen gibt es allerdings auch viele Beiträge, die sich vom Hass distanzieren und Durmaz ermutigende Grüße senden.

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SID/kus

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