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Rassistischer Hohn von Ex-1860-Kicker? DFB greift hart durch - „Keine Anhaltspunkte für Komplott“

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Von: Antonio José Riether

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Mit dem TSV 1860 verpasste Dennis Erdmann im Mai knapp die Teilnahme an der Aufstiegs-Relegation.
Mit dem TSV 1860 verpasste Dennis Erdmann im Mai knapp die Teilnahme an der Aufstiegs-Relegation. © imago-images

Im Sommer verließ Dennis Erdmann die Münchner Löwen Richtung Saarbrücken. Nach einem Eklat bei seinem neuen Klub wurde er nun vorerst aus dem Verkehr gezogen.

Saarbrücken/Frankfurt - Für mutmaßliche rassistische Beleidungen erhält Drittligaprofi Dennis Erdmann eine empfindliche Strafe: Der Innenverteidiger des Drittligisten 1. FC Saarbrücken, der zwischen Sommer 2019 und 2021 bei den Münchner Löwen* aktiv war, wurde nach „rassistischen Äußerungen“ für mehrere Wochen gesperrt, zudem erhielt der 30-Jährige eine Geldstrafe.

Dennis Erdmann: Ehemaliger 1860-Profi zu Sperre und Geldstrafe verdonnert - Gericht sieht Vorwürfe bestätigt

Am 25. August soll der Abwehrmann beim Drittliga-Spiel gegen seinen ehemaligen Klub 1. FC Magdeburg mehrere seiner Gegenspieler rassistisch diffamiert haben. Der Saarbrücker streitet die Vorwürfe nach wie vor vehement ab.

„Für uns haben sich die Vorwürfe in der Beweisaufnahme bestätigt“, stellte Stephan Oberholz, der stellvertretende Vorsitzende des Sportgerichts, fest. „Das Sportgericht ist im Ergebnis der Beweisaufnahme überzeugt, dass der Spieler sinngemäß folgende Äußerungen in Richtung des Magdeburger Profis Amara Condé gemacht hat: Er soll mit seiner Eltern in die Heimat paddeln“, führte Oberholz fort. Erdmann soll seinen Gegenspieler mindestens einmal mit dem N-Wort beschimpft haben.

„Dass der Schiedsrichter oder andere Saarbrücker Spieler die Äußerungen von Spieler Erdmann nicht wahrgenommen haben, bedeutet nicht, dass diese nicht gefallen sind“, erklärte Oberholz. „Für bewusste Falschaussagen aller Magdeburger Zeugen und ein Komplott gegen Dennis Erdmann liegen keine Anhaltspunkte vor“, hieß es weiter.

Dennis Erdmann: Saftige Geldstrafe und Sperre für Saarbrücken-Profi - Klub will in Berufung gehen

Nun entschied das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes* (DFB), dem Antrag des Kontrollausschusses zu folgen. Nach mündlichen Verhandlungen in Frankfurt/Main sah es das Gericht als erwiesen an, dass Erdmann sich rassistisch äußerte. In der Folge wurde Erdmann für acht Wochen vom DFB gesperrt und wird vorerst nicht mehr am Spielbetrieb teilnehmen. Zudem wurde er mit einer Geldstrafe über 3000 Euro belegt.

Laut Oberholz duldet der Deutsche Fußball-Bund „grundsätzlich keinerlei Form von Rassismus und Diskriminierung auf seinen Plätzen und zeigt hier klare Kante. Deshalb war eine empfindliche Strafe auszusprechen“.

Ein Sprecher des 1. FC Saarbrücken kündigte allerdings an, gegen das Urteil in Berufung zu gehen, wie etwa die Saarbrücker Zeitung schreibt. Somit könnte der Rechtsstreit fortgesetzt werden. Der Verein wolle vor dem DFB-Bundesgericht außerdem eine Aufhebung der Sperre bis zu einer entsprechenden Verhandlung bewirken. (ajr)

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