DFB-Direktor nimmt Team in die Pflicht

Kühne Ansage von Oliver Bierhoff - WM-Titel „ein realistisches Ziel“ 

Stuttgart Fußball Training Nationalmannschaft
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Oliver Bierhoff ist seit 2004 beim DFB tätig.

Nach den letzten beiden enttäuschenden Turnieren steht für das DFB-Team die WM in Katar bevor. Oliver Bierhoff gab nun das Ziel für die Weltmeisterschaft aus.

Stuttgart - Der Amtswechsel auf der Position des Bundestrainers nach 15 Jahren Jogi Löw ist in der laufenden Länderspielpause erfolgreich vollzogen worden. Neu-Coach Hansi Flick* gewann seine ersten beiden Spiele mit dem DFB-Team, auch wenn die Gegner „nur“ Liechtenstein und Armenien hießen. Gerade im ersten Spiel gegen das Fürstentum zeigte sich die Mannschaft noch verunsichert, trotzdem ließ sich DFB-Direktor Oliver Bierhoff* zu einer gewagten Ansage mit Blick auf die WM in Katar hinreißen.

DFB: Direktor Oliver Bierhoff spricht über „realistisches Ziel“ bei Weltmeisterschaft in Katar

Im Interview mit der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten bekräftigte Bierhoff die hoch gesteckten Ziele für das kommende Turnier am Persischen Golf. So meinte der 53-Jährige etwa, dass der Titel „trotz des Respekts vor den Gegnern und den Schwierigkeiten, die wir zuletzt hatten, ein realistisches Ziel“ sei. Man habe eine „hohe Qualität in der Mannschaft“, so der 53-Jährige. Beim 2:0-Arbeitssieg gegen Liechtenstein, den 189. der FIFA-Weltrangliste, habe man dies jedoch „noch nicht so ganz auf den Platz gebracht“.

Am Sonntagabend zeigte sich die Mannschaft von Hansi Flick befreiter und fegte die Armenier mit 6:0 aus der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena. Der Weg bis zum Erreichen des frisch ausgerufenen Ziels ist allerdings noch sehr lang, auch wenn die WM-Qualifikation den Deutschen angesichts der restlichen Gegner Rumänien, Nordmazedonien und Island keine großen Probleme bereiten sollte. „Als deutsche Nationalelf müssen wir immer den Anspruch haben, in so ein Turnier zu gehen, um es am Ende zu gewinnen“, meinte der EM-Siegtorschütze von 1996.

DFB: Oliver Bierhoff sendet deutliche Botschaft an DFB-Team - „Wir haben die Menschen enttäuscht“

Bierhoff, der seit 2004 beim Deutschen Fußball-Bund als Funktionär tätig ist, nahm auch die Nationalspieler* in die Pflicht. Diese sollen sich fester an ein „klares Wertegerüst“ halten. „Etwa wenn es darum geht, wie professionell ich für den Fußball lebe, wie ich auf meinen Körper und meine Fitness achte, wie ich mich auf das Training und das Spiel vorbereite, wie ich mich allgemein mit dem Fußball befasse.“

Bei den aufgezählten Punkten scheint es bei dem ein oder anderen DFB*-Kicker zu mangeln. Nationalspieler zu sein sei „auch eine ständige Verpflichtung“, so der ehemalige Stürmer, der den Adler 70 Mal auf der Brust trug. „Wir fordern von den Spielern permanentes Dazulernen, Neugierde und Offenheit für neue Maßnahmen und Themen ein“, so die Ansage des viel kritisierten Direktors, der sich der Fehler der vergangenen Jahre bewusst zu sein scheint.

„Wir haben die Menschen enttäuscht, das wissen wir, vor allem bei der WM 2018“, weiß Bierhoff. Die Mannschaft habe in den vergangenen drei Jahren „kein echtes Gerüst mehr“ gehabt. „Darunter leidet die Identifikation der Fans mit ihrer Mannschaft“, sagte Bierhoff. Nun muss die Mannschaft beweisen, dass die Botschaft der DFB-Führung auch bis ihr durchgedrungen ist. (ajr) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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