DFB-Team womöglich auch betroffen

Ösi-Gemeinheit im Achtelfinale: Deutscher Trainer vor London-Spiel fassungslos 

Österreich-Trainer Franco Foda fordert vor dem EM-Achtelfinale in London gegen Italien eine Spielverlegung.
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Österreich-Trainer Franco Foda fordert vor dem EM-Achtelfinale in London gegen Italien eine Spielverlegung.

Österreich trifft im EM-Achtelfinale in London auf Italien. ÖFB-Trainer Franco Foda fordert von der UEFA eine Verlegung des Spiels.

London/Seefeld - „Wembley, wir kommen!“, jubelte Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen euphorisch. Die österreichische Nationalmannschaft* hatte bei der Europameisterschaft* mit dem 1:0 gegen die Ukraine Historisches geleistet. „Erstmals Achtelfinale! Hochverdient! Großartige und souveräne Leistung unseres Nationalteams“, teilte das Staatsoberhaupt nach dem Einzug der ÖFB-Auswahl in die K.o.-Phase der EM* mit.

Österreich will seinem EM-Märchen nun in London* gegen Titelanwärter Italien ein weiteres Kapitel hinzufügen. Doch womöglich wird das ÖFB-Team in Wembley aufgrund der aktuellen Corona-Lage auf einen Großteil seiner Fans verzichten müssen. Die strengen britischen Einreisebestimmungen aufgrund der Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus in Großbritannien machen eine Reise von Österreich nach London zum Achtelfinale am Samstag fast unmöglich. Österreichs Teamchef Franco Foda ist fassungslos.

EM 2021: Österreich-Trainer Foda will nicht in London spielen - Spielverlegung gefordert

„Da hat es für mich keinen Sinn, in London zu spielen“, polterte Foda im Interview mit der Kleinen Zeitung. „Bei allem Verständnis für die Einreisebestimmungen, die aufgrund der Corona-Mutation in England gelten, wäre es ja der Wahnsinn, wenn unsere Fans nicht dabei sein könnten. Es ist ja nicht alltäglich, dass wir ins Achtelfinale kommen. Und dann sind nach jetzigem Stand fast keine österreichischen Fans im Stadion.“

Foda richtet deswegen eine direkte Botschaft an den Turnierveranstalter. „Die Organisation der UEFA ist bis jetzt wirklich perfekt. Aber in diesem Fall hoffe ich im Sinne der Fans, dass eine Lösung gefunden wird“, forderte der gebürtige Mainzer. Der 55-Jährige lieferte auch direkt eine Lösung: „Eine Möglichkeit wäre es, den Spielort zu verlegen.“ Darauf wird sich die europäische Fußball-Union aber wohl kaum einlassen. Erst in dieser Woche gab die britische Regierung die Zusage, dass für die Halbfinals und das Finale 60.000 Fans erlaubt sein werden. Für das Achtelfinale ist die Auslastung der 90.000 Zuschauer fassenden Arena bereits von 22.500 auf 45.000 erhöht worden.*

Da hat es für mich keinen Sinn, in London zu spielen.

Franco Foda

EM 2021: Auch Deutschland betroffen - Achtelfinale gegen England in Wembley ohne Fans?

Die Entscheidung über Einreisebestimmungen fällt ohnehin nicht die UEFA. Die britische Regierung hat alle Länder in ein Ampelsystem eingestuft. Italien und Österreich stehen dabei wie auch Deutschland auf der sogenannten Amber List, Kategorie gelb. Dies bedeutet: Die Einreise ist nur mit negativem PCR-Test möglich, anschließend sind zehn Tage Quarantäne vorgeschrieben. Diese kann erst nach fünf Tagen mit einem negativen PCR-Test vorzeitig beendet werden.

Für deutsche Fans kommt noch eine weitere gravierende Einschränkung hinzu: Nach der Rückkehr aus Großbritannien schreibt die deutsche Regierung eine 14-tägige Quarantäne vor, weil das Vereinigte Königreich als Virusvariantengebiet gilt. Eine kurzfristige Fan-Reise nach Großbritannien ist somit praktisch ausgeschlossen. Sollte sich die deutsche Mannschaft mit einem Remis oder Sieg gegen Ungarn für das Achtelfinale als Gruppenzweiter qualifizieren, „droht“ nächsten Dienstag das Auswärtsspiel in London gegen England.

In der Debatte um mögliche Quarantäne-Ausnahmen für ausländische Zuschauer bei EM-Spielen in London gibt es aber trotzdem noch Hoffnung. Bei einer bevorstehenden Aktualisierung durch die britische Regierung könnten Länder, in denen die Zahl der Coronafälle stark rückläufig ist, auf die grüne Liste gesetzt werden. Dann wäre nach der Einreise keine Quarantäne mehr erforderlich.

Ich habe schon einen Plan, wie wir gegen sie spielen können.

Franco Foda über das Duell gegen Italien

Deutscher Trainer Foda führt Österreich ins EM-Achtelfinale gegen Italien

Für Foda wird das Duell gegen Italien jedenfalls ein ganz besonderes Spiel. Nicht nur aufgrund der historischen Bedeutung für Team Austria, sondern weil Foda auch italienische Wurzeln hat. Sein Vater stammt aus Venedig, bis zu seinem siebten Lebensjahr besaß er die italienische Staatsbürgerschaft. Er spreche aber „leider kein italienisch“, sagte Foda. „Ich habe schon einen Plan, wie wir gegen sie spielen können“, frohlockte er.

Foda bestritt als Libero insgesamt 321 Spiele in der Bundesliga, war lange Jahre beim 1. FC Kaiserslautern, Bayer Leverkusen und dem VfB Stuttgart aktiv. Zweimal stand Foda auch für die deutsche Nationalmannschaft auf dem Rasen. Bei der Südamerika-Tour 1987 gegen Brasilien und Argentinien wechselte ihn Teamchef Franz Beckenbauer zweimal ein. Jetzt will er mit Österreich, das erstmals seit der WM 1954 wieder in der K.o.-Phase eines großen Turniers steht, für Furore sorgen. (ck/dpa/sid) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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