FCB wankt gegen die Eintracht

ARD-Experte wirft FC Bayern „Mittelmaß“ vor - eine Statistik beweist jedoch das Gegenteil

FC Bayern München Robert Lewandowski
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Torjäger des FC Bayern München: Robert Lewandowski (re.).

Der FC Bayern zieht gegen Eintracht Frankfurt ins DFB-Pokal-Finale ein - geht aber leichtfertig mit Großchancen um. ARD-Experte Thomas Broich klärt die Schwäche auf. Die Statistik sagt jedoch was Anderes. Eine Analyse.

  • Der FC Bayern München* zieht durch einen Sieg gegen Eintracht Frankfurt erneut ins DFB-Pokal-Finale ein.
  • Aber: Der Rekordmeister zeigt insbesondere durch Kingsley Coman eine eklatante Chancenverwertung.
  • ARD-Experte Thomas Broich deckt den Makel des Bundesliga*-Tabellenführers auf - doch seine Analyse hat einen Haken.

München - Die Bayern* menscheln. So lassen sich die jüngsten 45 Minuten der Münchner in der Allianz Arena* zusammenfassen. 

Zwar setzte sich der deutsche Rekordmeister im DFB-Pokal-Halbfinale 2:1 (1:0) gegen Eintracht Frankfurt* durch - und zog damit zum dritten Mal in Folge ins Endspiel ein.

FC Bayern: Hansi Flick und Thomas Müller monieren Chancenverwertung

Und doch war da dieser eine Makel, den Bayern-Trainer Hansi Flick* in der ARD mit folgenden Worten umschrieb: „Die zweite Halbzeit war nicht ganz so gut. Da haben wir uns nicht geschickt angestellt.“ 

Weltmeister Thomas Müller* referierte sogar: „Wir waren durchaus auch pomadig, müde, geschlaucht von den letzten Wochen. Ganz klar. Und das hat sich leider in der zweiten Halbzeit durchgezogen und verschlimmert. Wir waren unsauber, wie wir es von uns nicht gewohnt sind.“

Braucht viele Chancen: Kingsley Coman beim FC Bayern München.

Was beide wohl meinten: die Chancenverwertung gegen ebenso müde Hessen - Müller: „Wir müssen in der ersten Halbzeit deutlich höher führen.“ Der 30-jährige Oberbayer präsentierte sich gewohnt selbstkritisch, schließlich war auch er am Fehlschuss-Festival beteiligt. 

FC Bayern München: Kingsley Coman zeigt Schwächen vor dem Tor

Konkret: In der sechsten Minute klärte Frankfurts Dominik Kohr seinen Kopfball auf der Linie, dann rutschte Robert Lewandowski einen Meter vor dem Tor an einem Querpass vorbei (8.). 

Kingsley Coman vergab ebenfalls aus kürzester Distanz und in bester Position (25.), ehe Eintracht-Keeper Kevin Trapp einen wuchtigen Schuss von Lewandowski prächtig entschärfte (31.).

Insbesondere Coman musste sich bei Social Media wegen seiner vermeintlichen Abschlussschwäche deutliche Kritik von Fans und Beobachtern gefallen lassen. Einmal mehr hatte der 23-Jährige die letzte Zielstrebigkeit vermissen lassen. 

In bisher 30 Pflichtspielen kommt der junge Franzose mit dem unnachahmlichen Antritt auf sechs Tore - etwas wenig für einen Außenangreifer, insbesondere mit Blick auf den wahrscheinlichen Konkurrenzkampf mit Leroy Sané sowie Ivan Perisic*.

Thomas Broich (ARD): FC Bayern „wirkte unsauber, total müde“

„Es wirkte in der Tat total unsauber, total müde. Wirklich, als hätte einer den Stecker gezogen“, analysierte Ex-Bundesliga-Profi Thomas Broich in der ARD: „Ich glaube, dass der eine oder andere auf dem Zahnfleisch daherkommt.“

Analysieren das Bayern-Spiel: ARD-Mann Matthias Opdenhövel (li.) und Experte Thomas Broich.

Der 39-Jährige, in München geboren und bei der SpVgg Unterhaching fußballerisch groß geworden, wurde in seiner Spielanalyse mit Moderator Matthias Opdenhövel* deutlich. 

Zwar lobte Broich, der in der Szene als Taktikexperte geschätzt wird, den FCB für Einstellung und Anspruchsdenken. Aber als es um die Chancenverwertung ging, sagte er: „Da ist Bayern nur Mittelmaß.“ Dies würden die Statistiken belegen.

Kingsley Coman und FC Bayern: Schwächen bei der Chancenverwertung

Wirklich? Die These stimmt nicht ganz, wenn es nach transfermarkt.de geht. Das Fachportal listet die Chancenverwertung der Bundesliga-Klubs* auf. 

Laut dieser Statistik ist keine andere Mannschaft effizienter als Borussia Dortmund. Die Quote der Westfalen liegt demnach bei 32 Prozent. Heißt: Nicht jeder verheißungsvolle Schuss aufs Tor, aber jeder dritte, ist ein Treffer. Alles andere als Mittelmaß ist auch Stürmer Robert Lewandowski, der dieses Jahr den Ballon d‘Or gewinnen könnte.

Die Bayern liegen in dieser Statistik gemeinsam mit RB Leipzig (jeweils 18,9 Prozent) auf Platz drei. Zielstrebiger greift neben dem BVB auch der kommende Münchner Gegner Gladbach (Samstag, 18.30 Uhr, hier im Live-Ticker*) an - mit einer Quote von 20,1 Prozent. Der Schnitt liegt bei 15,9 Prozent.

Broich lag demnach mit seiner „Mittelmaß“-These nicht ganz richtig. Und dennoch: Gerade Kingsley Coman wird sich in puncto Chancenverwertung strecken müssen - für einen Platz im Kader des FC Bayern* und weitere Titel mit dem deutschen Rekordmeister*.

pm

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