„Zum Schutz der Bevölkerung“

Geisterspiel gegen Chelsea: FC Bayern teilt mit, worauf Zehntausende Karten-Inhaber gespannt gewartet haben 

+
Heimstätte des FC Bayern: Allianz Arena.

Das Coronavirus ist in Bundesliga und Champions League angekommen: Der FC Bayern München und Borussia Dortmund reagieren bezüglich der Tickets.

  • In der Bundesliga gibt es wegen des Coronavirus am 26. Spieltag Geisterspiele.
  • DFL-Boss Christian Seifert hält Partien mit Zuschauern für „nicht realistisch“.
  • Champions-League-Spiel FC Bayern gegen FC Chelsea ist betroffen - das passiert mit den Tickets.

Update vom 10. März, 18.15 Uhr: Die Entscheidung beim FC Bayern ist gefallen: Die Münchner werden am Mittwoch, 18. März, in einer leeren Allianz Arena im Champions League-Achtelfinale gegen den FC Chelsea antreten. Das teilte der Rekordmeister an diesem Dienstag mit.

In der Erklärung der Bayern hieß es: „Damit setzt der FC Bayern die Verfügung der bayerischen Staatsregierung um, die zum Schutz der Bevölkerung erlassen wurde. Ziel ist es, das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu minimieren.

Die Ticket-Preise werden allen Karten-Käufern indes erstattet. Dem Double-Sieger geht dadurch wohl eine Menge Geld verloren.

Coronavirus: DFL geht von Geisterspielen in der Bundesliga aus

Erstmeldung vom 9. März 2020: Das Worst-Case-Szenario ist real: Die Deutsche Fußball Liga (DFL) erwartet am kommenden 26. Spieltag Geisterspiele in der Bundesliga. Das Chaos ist schon jetzt groß.

„Ich finde es konsequent inkonsequent, was wir gerade tun. Wir handeln gerade inkonsequent in vielerlei Hinsicht“, meinte der Sportchef des 1. FC Köln, Horst Heldt. DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hatte am Montag erklärt: „Wir würden am liebsten schon am nächsten Spieltag mit Zuschauern spielen. Das ist aber leider nicht realistisch.“

Coronavirus: PSG gegen BVB findet ohne Zuschauer statt

Das Bundesgesundheitsministerium unter Jens Spahn (CDU) hatte die Empfehlung ausgesprochen, Veranstaltungen mit über 1000 Zuschauern abzusagen - oder eben unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchzuführen. Der Grund ist die rasche Ausbreitung des Coronavirus.

Das Rückspiel des Champions-League-Achtelfinales zwischen PSG und BVB wird bereits ohne Zuschauer ausgetragen, auf Beschluss der französischen Behörden.

Coronavirus in Italien: leere Ränge bei Juventus Turin gegen Inter Mailand.

Stellt sich die Frage: Wer kommt für die Ticket-Preise auf? Und gibt es Entschädigungen für Zehntausende Fußball-Fans in der Bundesliga und darüber hinaus? Die Gemengelage ist aktuell (noch) schwammig.

Coronavirus: Borussia Dortmund erstattet BVB-Fans die Ticket-Preise

Vor dem Bundesliga-Spiel Gladbach gegen Borussia Dortmund (1:2) am Wochenende, hatte die Borussia vom Niederrhein Fans aus dem besonders betroffenen Kreis Heinsberg gebeten, trotz Karten nicht zum Spiel zu kommen. 

Gladbach will die Ticket-Preise nun erstatten und die entsprechenden Anhänger zum nächsten Heimspiel in der Champions League oder Europa League in den Borussia-Park einladen.

In Paris wiederum wurden die Fans vorerst vertröstet, nachdem die dortige Polizei für Mittwoch (11. März) ein Geisterspiel gegen den BVB angeordnet hatte. Auf der Website von PSG hieß es dazu: „Die Fans, die ihre Tickets auf ticketplace.psg.fr gekauft haben, sowie Dauerkartenbesitzer werden sehr bald über die von Paris Saint-Germain vorgeschlagenen Bedingungen informiert.“

Wegen Coronavirus vorerst Standard? Leere Tribünen in der Bundesliga, hier in Düsseldorf.

Borussia Dortmund informierte dagegen bereits am Montagnachmittag, seinen Fans die Kartenpreise für das entfallene Auswärtsspiel zu erstatten.

Spielabsagen wegen des Coronavirus im Fußball: Wer trägt die Kosten?

„Möglicherweise haben die Organisatoren von Sportevents eine spezielle Versicherung gegen Veranstaltungsausfall. In solchen Veranstaltungsausfallversicherungen sind Schäden durch „Epidemien und Seuchen“ in der Regel ausgeschlossen. Darunter fällt unserer Einschätzung nach auch die aktuelle Situation rund um SARS-CoV-2“, erklärte die Allianz Versicherung dem Deutschlandfunk. Eine begrenzte Zahl von Versicherungen schließe Epidemien wiederum ein, hieß es demnach weiter.

Eine Option ist, dass der Staat die Klubs in der Bundesliga, 2. Bundesliga und gegebenenfalls auch 3. Liga bei der Bewältigung von Kosten durch Erstattungen von Ticket-Preisen unterstützt. Immerhin haben die Vereine die Zuschauereinnahmen in ihren Kalkulationen vorgesehen - und ab der 3. Liga wirkt sich dieser Posten auch aus. 

Von anderen Sportarten ganz zu schweigen. Auch mit Blick auf die paneuropäische Fußball-EM 2020 wird es knifflig. Das DFB-Länderspiel gegen Italien findet zudem ohne Zuschauer statt.

Keine Zuschauer wegen Coronavirus: Bundesinnenministerium äußert sich

„Jeder Veranstalter, der eine Veranstaltung plant, kann seine Veranstaltung natürlich selbst wieder absagen. Das ist zunächst mal etwas, was sich aus der Sache selbst ergibt. Und was behördliche Befugnisse angeht. Es sind die zuständigen Landesbehörden“, erklärte Steve Alter, Sprecher des Bundesinnenministeriums, dazu dem Deutschlandfunk: „Und wenn Sie die Frage der Kostentragungspflicht ansprechen, kommt es eben darauf an, wer eine Veranstaltung abgesagt hat, ob sie durch die öffentliche Hand abgesagt wurde oder durch die Veranstalter selbst.“

Coronavirus: Protagonisten in Bundesliga, 2. Bundesliga und 3. Liga sortieren sich

Ergo: Wer zahlt, hängt davon ab, wer die Veranstaltung letztendlich abgesagt hat. So zumindest die Theorie. Ob Klubs wie RB Leipzig auch deshalb zögern? 

Offensichtlich sortieren sich alle Beteiligten wegen den resultierenden wirtschaftlichen Folgen durch das Coronavirus noch.

pm

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare