Mourinho soll "fremdgehen"

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José Mourinho.

Lissabon - Ganz Portugal hofft auf den “Retter“. Star-Trainer José Mourinho soll “fremdgehen“ und neben seinem Arbeitgeber Real Madrid auch dem Fußball seines Heimatlandes Portugal auf die Beine helfen.

 “Der (Verhandlungs-)Prozess ist in vollem Gange“, versicherte der Präsident des FPF-Verbandes Gilberto Madail. Er versprach “baldige Neuigkeiten, spätestens nächste Woche“. Die Zeitung “Jornal da Madeira“ schrieb am Freitag: “Portugal sehnt sich nach Mourinho.“

Portugal hat seit der fristlosen Kündigung von Carlos Queiroz vergangene Woche keinen Nationaltrainer. Die “Lusos“ hatten Anfang des Monats zudem einen miserablen Start in die EM-Qualifikation hingelegt. Ohne den angeschlagenen Superstar Cristiano Ronaldo schaffte man daheim gegen Fußball-Zwerg Zypern nur ein peinliches 4:4, verlor dann in Norwegen mit 0:1. “Es gab einen Rekord an Eseleien“, klagte seinerzeit das Massenblatt “Correio da Manha“.

Mourinho soll nun nach dem Wunsch des FPF die “Selecção“ bei den beiden nächsten EM-Spielen im Oktober gegen Dänemark und Island als Interimstrainer betreuen und eventuell sogar einen längerfristigen Job als Nationalelf-Koordinator übernehmen. Madail traf sich deshalb am Donnerstag in Madrid mit dem 47-Jährigen und dessen Manager Jorge Mendes. Einige portugiesische Medien schrieben am Freitag, der Coach habe “im Prinzip sein O.k. gegeben“.

Die vielen Gesichter des José Mourinho

Die vielen Gesichter des José Mourinho

Die Sportzeitung “Record“ wusset allerdings, dass Real-Madrid-Boss Florentino Pérez noch am Freitag “eine wahrscheinlich negative Antwort“ geben wollte. Auch Real-Torwart Iker Casillas meinte, er halte den Deal für unwahrscheinlich. “Mourinho würde gern die Nationalelf betreuen, aber er konzentriert derzeit ausschließlich auf Real“, sagte der Weltmeister.

Mourinho, der mit dem FC Porto (2004) und Inter Mailand (2010) die Champions League gewann, hatte in der Vergangenheit wiederholt erklärt, er wolle irgendwann einmal die Nationalelf seines Landes coachen. Er sei jederzeit bereit, dem Fußball seines Heimatlandes in einer Krisensituation zu helfen.

Argentiniens nach der WM entlassener Nationaltrainer Diego Maradona hatte sich jüngst ebenfalls als Kandidat ins Gespräch gebracht. Für die portugiesischen Medien galt bisher allerdings der frühere Sporting-Coach Paulo Bento als aussichtsreichster Anwärter auf den Posten des “Selecção“-Chefs. Bento sagte jetzt allerdings, er sei vom FPF noch nicht kontaktiert worden. Auch der ehemalige Mexiko- Trainer Javier Aguirre soll Chancen haben.

Queiroz war vergangene Woche entlassen worden, nachdem er von der portugiesischen Anti-Doping-Agentur (ADoP) für sechs Monate gesperrt worden war. Er war bestraft worden, weil er im Trainingslager vor der WM eine Doping-Kontrolle der ADoP behindert haben soll. Dabei soll er die Kontrolleure wüst beschimpft haben.

dpa

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