Norderby-Niederlage - und nun?

Werder Bremen nach der Derby-Pleite gegen den HSV: Herz und Punkte auf dem Platz gelassen

Marvin Ducksch und der SV Werder Bremen hatten im Nordderby gegen den HSV das Glück nicht auf ihrer Seite.
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Marvin Ducksch und der SV Werder Bremen hatten im Nordderby gegen den HSV das Glück nicht auf ihrer Seite.

Der SV Werder Bremen unterliegt dem HSV in einem turbulenten Nordderby mit 0:2 (0:1), lässt dabei aber sein Herz auf dem Platz. Der Nachbericht der DeichStube*.

Bremen – Die Spieler des SV Werder Bremen waren längst in der Kabine verschwunden, dachten dort in tiefer Enttäuschung über ein zwar sehr würdiges, aber eben doch verlorenes Nordderby nach, während auf dem Platz das Team des Hamburger SV immer noch seinen 2:0 (2:0)-Sieg in der ersten Zweitliga-Auflage dieses Fußball-Klassikers feierte. Die Spieler tanzten vor den Fans, übten sich in Triumphposen und fotografierten sich dabei gegenseitig.

Aufnahmen für Seite eins des Karriere-Albums. Und später, als Werder-Trainer Markus Anfang versuchte, die turbulent-mitreißenden 90 Minuten eines Spiels, das so manch traditionsarmes und langweiliges Erstliga-Match locker in den Schatten gestellt hatte, in Worte zu fassen, zog in seinem Rücken eine Gruppe HSV-Profis mit einer laut dröhnen Musikbox vorbei. Party-Stimmung beim Gegner und ein neidisch-leidvoller Blick bei Anfang: „Ja, wenn du gewinnst...“

Werder Bremen im Nordderby gegen den HSV mit 19:5 Torschüssen, aber mit 0 Toren

Wenn du gewinnst, dann gehört die Welt dir. So durfte sich der HSV fühlen, der den Erzrivalen durch Tore von Robert Glatzel (2.) und Moritz Heyer (45.) in der Tabelle überflügelte und nun Sechster ist. Die Bremer rutschten von Rang drei auf Platz acht ab und wussten genau: Das hätte nicht sein müssen. Nach einer verschlafenen Anfangsphase und einem frühen Platzverweis für Ersatz-Kapitän Christian Groß (31./übernahm die Spielführerbinde vom verletzten Ömer Toprak) ging der Bundesliga-Absteiger zwar mit einer schweren Hypothek in die zweite Halbzeit, zeigte dann aber, was in ihm steckt. „Wir haben“, sagte Mittelstürmer Marvin Ducksch mit viel Pathos, „uns in der Pause alle in den Arm genommen, angeschaut und gesagt: Wir wollen unser Herz auf dem Platz lassen – und das haben wir dann auch getan.“

Spätestens nach der Ampelkarte für HSV-Kapitän Sebastian Schonlau (52.) stürmte fast nur noch Werder Bremen, traf aber trotz bester Chancen nicht ins Tor. Der Blick auf die Match-Statistik löste bei Anfang, für den die Chancenverwertung zum Dauerthema wird, jedoch nicht nur Frust aus. Ein bisschen Zufriedenheit war auch dabei. „Ich glaube wir hatten am Ende 19:5 Torschüsse – und unter unseren 19 Versuchen waren sechs hundertprozentige Chancen.“ Zwei davon hatte der eingewechselte Niclas Füllkrug, der Rest ging auf die Konten von Ducksch, Romano Schmid, Lars Lukas Mai und Milos Veljkovic. Anfang: „Es ist ärgerlich, dass wir daraus kein Tor machen. Aber wie wir Druck gemacht haben, das war schon richtig gut.“

Werder Bremen-Trainer Markus Anfang über Derby-Pleite gegen den HSV: „Können nur uns selbst verantwortlich machen“

Dass Werder Bremen noch vor der Pause erst einem Elfmeter nach Foul an Ducksch und dann einem Freistoßtreffer des Torjägers die Anerkennung verweigert worden war (Mitchell Weiser hatte sich regelwidrig in die Hamburger Mauer gemogelt), gehörte zwar auch zur Geschichte der Partie, doch die Niederlage auf diese zwei Szenen zu schieben, wäre Anfang angesichts der Vielzahl der eigenen Chancen zu billig gewesen. „Das sind Teile gewesen, aber der größte Teil waren wir. Wir haben es in den ersten 25 Minuten nicht gut gemacht und haben in der Schlussphase kein Tor geschossen. Wir können deshalb niemand anderen für das Ergebnis verantwortlich machen als uns selbst“, sagte er.

Als „herben Rückschlag“ wertete Werder-Keeper Michael Zetterer die Derby-Niederlage, die natürlich deutlich schwerer wiegt als jedes andere verlorene Spiel. Eine Pleite gegen den HSV, noch dazu im eigenen Stadion – etwas Schlimmeres gibt es nicht für all jene, die es mit dem SV Werder Bremen halten. „Wir alle sind sehr enttäuscht“, meinte Zetterer: „Wir wollten unbedingt gewinnen – für die Fans, für die Stadt, für den Verein und für uns als Team.“

Die Frage bleibt nun, welche Langzeitwirkung die Pleite bei den Spielern erzeugt. Vor der Partie hatte Coach Anfang betont, dass ein Derby-Sieg „unheimlich viel Kraft“ geben kann. Und nun? Tritt nun das Gegenteil ein? Anfang glaubt nicht daran: „Diese Bedenken hätte ich, wenn wir ein schlechtes Spiel gemacht hätten, wenn wir uns aufgegeben hätten. Aber die Mannschaft hat sich ja nicht abschlachten lassen, ganz im Gegenteil. Was wir gesehen haben, war eine leidenschaftliche Mannschaft, die gnadenlos nach vorne gespielt hat, die sich dafür aber auch hätte belohnen müssen.“

Werder Bremen gegen den Hamburger SV: „Ein Unentschieden wäre verdient gewesen“

Anfang setzt nun, die eigene These von der Kraft eines Derby-Sieges ins Gegenteil verkehrend, auf die Kraft des 0:2. „Manchmal helfen dir Niederlagen für die Zukunft sogar mehr als Siege“, sagte er und erklärte: „Wenn die Jungs aus diesem Spiel die Erkenntnis ziehen, dass du über 90 Minuten so auftreten musst wie wir in der zweiten Halbzeit, und das auch in die kommenden Spiele transportieren, dann wird uns dieses Erlebnis helfen.“

Dass die Fans die Partie ähnlich einordneten wie der Trainer, hatte sich nach dem Schlusspfiff gezeigt. Während der HSV vor der Westkurve seine Gewinner-Show startete, quittierten die Ostkurve die Derby-Pleite nicht etwa mit Pfiffen, sondern schickte die Profis des SV Werder Bremen sogar mit Applaus und Aufmunterung in die Kabine. Anfang: „Die Zuschauer haben gespürt, dass die Mannschaft unbedingt wollte. Und wenn man die gesamten 90 Minuten nimmt, dann wäre ein Unentschieden auch verdient gewesen.“ (csa)

Weiter zum Spielbericht:

Auf Pech und Rot folgt Unvermögen: Werder Bremen unterliegt dem HSV in turbulentem Nordderby

Bremen – Ein früher Platzverweis, ein nicht gegebener Elfmeter, ein nicht anerkanntes Tor und schließlich zahlreiche vergebene Chancen – das waren am Samstagabend die Hauptzutaten eines äußerst bitteren Nordderbys für den SV Werder Bremen. Im ersten Duell seit dreieinhalb Jahren (und dem ersten überhaupt in der 2. Bundesliga) gegen den ewigen Rivalen Hamburger SV musste sich die Mannschaft von Trainer Markus Anfang im eigenen Stadion mit 0:2 (0:2) geschlagen geben – und hatte sich das in weiten Teilen selbst zuzuschreiben, weil sie in entscheidenden Phasen folgenschwere Fehler machte. Am Ende reichten den Gästen die Tore von Robert Glatzel (2.) und Moritz Heyer (45.+1) zum umkämpften Auswärtssieg, durch den der HSV (Platz vier) in der Zweitliga-Tabelle vorerst an Werder (Platz sieben) vorbeigezogen ist.

Im Vergleich zum 3:0-Erfolg beim FC Ingolstadt hatte Anfang nur eine Änderung in seiner Startelf vorgenommen – und zwar notgedrungen. Für den angeschlagenen Kapitän Ömer Toprak (Wadenprobleme) rückte Lars Lukas Mai in die Innenverteidigung, von wo aus der 21-Jährige den kapitalen Fehlstart seiner Mannschaft in dieses 137. Nordderby hautnah miterleben konnte. Gerade einmal 80 Sekunden waren vor den 21.000 Fans im Wohninvest Weserstadion gespielt, da lagen die Gäste auch schon in Führung, da hatte Hamburgs Mittelstürmer Robert Glatzel für einen ganz frühen Dämpfer gesorgt. Nach einer schnellen Kombination über die linke Seite hob Moritz Heyer den Ball über Milos Veljkovic hinweg auf den Kopf von Glatzel, der Werders Torhüter Michael Zetterer mit einer Bogenlampe überwand (2.).

Werder Bremen verliert hitziges Nordderby gegen den HSV

In einer intensiv geführten Partie hatte Werder Bremen danach Probleme, für Ordnung zu sorgen. Defensiv wirkte die Mannschaft in vielen Momenten unsortiert, offensiv fand sie zudem so gut wie gar nicht statt. Ergebnis: Der HSV hatte Oberwasser, ohne seinerseits allerdings zu weiteren Chancen zu kommen. Mitten in eine Phase hinein, in der Werder allmählich den Weg nach vorne zu finden schien, gab es dann den nächsten großen Rückschlag – und der war hausgemacht.

Christian Groß hatte nach einem Foul an Glatzel bereits früh die Gelbe Karte gesehen (5.) und leistete sich in der 31. Minute eine mehr als unnötige Aktion. Beim Versuch, HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes unter Druck zu setzen, packte Groß die Grätsche aus und holte den Torhüter im Strafraum rüde von den Beinen – Schiedsrichter Sascha Stegemann zögerte keine Sekunde und schickte den 32-Jährigen mit Gelb-Rot vom Platz. Damit waren die bitteren Momente dieser ersten Hälfte für die Hausherren aber noch lange nicht vorbei. Nachdem Hamburgs Kapitän Sebastian Schonlau Werder-Stürmer Marvin Ducksch im Sechszehner zu Fall gebracht hatte, ließ Stegemann das Spiel weiterlaufen (36.).

Auch der Video-Schiedsrichter schaltete sich nicht ein. Großes Glück für den HSV, denn ein Elfmeterpfiff und die Gelb-Rote Karte gegen den vorbelasteten Schonlau wäre die richtige Entscheidung gewesen. „Ein klarer Elfmeter, den muss er geben“, ärgerte sich Werders verletzter Mittelfeldspieler Leonardo Bittencourt in der Halbzeitpause am Sky-Mikrofon und hielt fest: „Das sind so Tage, an denen ich mir Manuel Gräfe als Schiedsrichter zurückwünsche. 20.30 Uhr, Nordderby, das kann halt nicht jeder.“

Rabenschwarze Halbzeit von Werder Bremen: Bittere Derby-Niederlage gegen den HSV

Spätestens nach dem verwehrten Strafstoß kochte und brodelte es gewaltig auf den Rängen. Und der nächste Aufreger sollte gar nicht lange auf sich warten lassen. Per herrlichem Freistoß hatte Ducksch in der 42. Minute für den Ausgleich gesorgt – dachten zumindest alle, doch der Treffer zählte nicht. Weil Mitchell Weiser den vorgeschriebenen Abstand zur Mauer nicht eingehalten hatte, verpuffte der Bremer Jubel jäh. Und schlimmer noch: Kurz darauf lag der Ball auf der anderen Seite im Netz: Heyer erhöhte per Kopf auf 2:0 für den HSV und machte damit eine rabenschwarze Halbzeit des SV Werder Bremen perfekt (45.+1).

Durchgang zwei begann ähnlich ereignisreich, denn in der 52. Minute sah Schonlau doch noch die längst überfällige Gelb-Rote Karte, nachdem er Romano Schmid an der Strafraumgrenze hatte auflaufen lassen. Immerhin: Die angestrebte Aufholjagd musste Werder von nun an nicht mehr in Unterzahl antreten. Das Problem: Richtig druckvoll wurden die Gastgeber nicht. Im Gegenteil: Nach 61 Minuten konnten sie sich bei Schlussmann Zetterer bedanken, der per Fußabwehr gegen Bakery Jatta das dritte HSV-Tor des Abends und damit die Entscheidung verhinderte.

Bittere Nordderby-Pleite: Werder Bremen vergibt zu viele Großchancen gegen den HSV

Anfang reagierte, brachte in Roger Assalé (für Niklas Schmidt), Manuel Mbom (für Weiser) sowie wenig später Niclas Füllkrug (für Jung) drei frische Kräfte, um seiner Mannschaft vor der Schlussphase noch einmal einen neuen Impuls zu geben. Zwar warfen sich die Bremer beherzt in jeden Zweikampf, gefährlich vor das Hamburger Tor kamen sie aber lange Zeit nicht, was sich nach den Wechseln beinahe umgehend änderte. Mbom eroberte den Ball im Mittelfeld, bediente Füllkrug, der vor Heuer Fernandes allerdings den richtigen Zeitpunkt des Abspiels verpasste, selbst abschloss und den Ball neben das Tor setzte (74.). Wenig später ließ der 28-Jährige eine weitere dicke Chance liegen (77.), muss also weiterhin auf sein erstes Saisontor warten.

Werder Bremen war nun da, drängte auf den Anschlusstreffer, brachte den Ball aber einfach nicht im Tor unter. In der 81. Minute waren es Ducksch und Schmid, die kurz nacheinander gute Möglichkeiten vergaben. Der HSV lauerte seinerseits nur noch auf Konter und war darauf bedacht, die Führung über die Zeit zu bringen. Da Werder auch in der sechsminütigen Nachspielzeit keine Wende mehr gelang, ging dieser Plan letztlich auf und ein vollkommen gebrauchter Samstagabend aus Bremer Sicht enttäuschend zu Ende. Die „Oh, wie ist das schön“-Gesänge aus dem Gästeblock bildeten die akustische Untermalung dazu. (dco)

Werder Bremen: Zetterer – Weiser (66. Mbom), Veljkovic, Mai, Jung (73. Füllkrug) - Groß, Rapp, Schmidt (68. Assalé) – Nankishi (38. Gruev), Ducksch, Schmid

Lest auch: „Es lief heute gegen uns, ein herber Rückschlag“ – die Stimmen zur Werder-Pleite gegen den HSV! Und: Am Rande des Nordderbys - Logen-Eklat um Werder-Legende Tim Wiese!

Der Live-Ticker von Werder Bremen gegen den Hamburger SV zum Nachlesen:

<<< LIVE-TICKER AKTUALISIEREN >>>

22.26 Uhr: Werder unterliegt dem HSV im 137. Nordderby mit 0:2. Eine bittere Niederlage. Werder war knapp eine Stunde zu Zehnt, zeigt eine beherzte Leistung in einem extremen Duell - aber gefühlt läuft alles, aber einfach alles gegen den SVW. Und trotzdem: Auch dieses Spiel sollte allen Fans der Grün-Weißen weiteren Mut machen! 

90.+5 Minute: Veljkovic verzieht völlig freistehend aus acht Metern. Wahnsinn ...

90.+3 Minute: Der Ball will heute einfach nicht rein. Werder wirft alles nach vorn, erhält einen Freistoß im Halbfeld. Auch Innenverteidiger Mai ist nach vorn geeilt, köpft aber drüber.

90.+1 Minute: Mbom bekommt gelb.

90. Minute: Der vierte Offizielle zeigt sechs Minuten Nachspielzeit an.

87. Minute: Wieder Füllkrug. Dieses Mal mit einer extrem schwierigen Volleyabnahme. Füllkrug macht es gut, aber erneut ist Heuer Fernandes zur Stelle.

86. Minute: Ecke Hamburg. Heißt: Extrem viel Zeit für die Rothosen. Während Werder genau diese jetzt fehlt.

81. Minute: „WERDER! WERDER!“ Den Fans ist heute nicht vorzuwerfen. Und den Spielern auch nicht: Schmid mit zwei großartigen Szenen, die jeweils für Großchancen sorgen. Aber die Murmel will da heute einfach nicht rein.

80. Minute: Noch immer scheint was für möglich für den SVW. Die Chancen mehren sich. Allerdings müsste so langsam der Ausgleich her, um die Niederlage noch abwehren zu können.

Werder Bremen gegen den Hamburger SV im Live-Ticker: Füllkrug scheitert mit Riesenchancen

78. Minute: Wieder Füllkrug in aussichtsreicher Position, weil Assale gut attackiert. Dieses Mal klärt Heuer Fernandes im Eins-gegen-Eins mit dem rechten Fuß.

77. Minute: Gruev sieht gelb, nachdem er einen Konter nur mit einem Foul unterbinden kann.

74. Minute: Eine Co-Produktion zweier eingewechselter Akteure. Mbom bedient Füllkrug, der Heuer Fernandes stehen lässt. Doch der HSV-Schlussmann ist schnell wieder auf den Beinen, sodass Füllkrug aus spitzem Winkel abziehen muss. Weil Jonas David bereits auf die Torlinie geeilt ist, zieht Füllkrug mit vollem Risiko ab - und der Ball rutscht ihm über den Spann. Eine gute Gelegenheit auf den Anschluss.

73. Minute: Anfang bringt Stürmer Niclas Füllkrug für Außenverteidiger Anthony Jung.

70. Minute: Die Gäste wechseln zweimal: Wintzheimer und Kaufmann rein, Kittel und Jatta raus.

69. Minute: Auch Hamburgs Leibold sieht gelb.

68. Minute: Nach nur wenigen Sekunden bekommt Assale direkt mal gelb.

67. Minute: Doppelwechsel bei Werder: Mbom kommt für Weiser, Assale für Schmidt.

66. Minute: Hat zur Folge, dass im Falle der Balleroberung Platz für Konter ist. Ducksch kommt in guter Schussposition zum Zug, haut die Kugel allerdings deutlich drüber.

65. Minute: Erneut Jatta am Ball, dieses Mal aber zum Glück nur auf dem Flügel. Seine Hereingabe ist kein Problem für Zetterer. Die Grün-Weißen werden grad etwas defensiver.

61. Minute: Plötzlich ist Jatta frei durch. Zetterer macht sich aber im Eins-gegen-Eins groß und klärt mit dem linken Fuß zur Ecke. Ein ganz wichtige Parade!

60. Minute: Eine Stunde absolviert, weiterhin 0:2. Die nackten Zahlen klingen wenig mutmachend. Der Auftritt der Grün-Weißen dafür umso mehr. Kein Aufstecken, kein Verstecken. Und auch die Fans sind voll da! Auf geht‘s, Werder!

59. Minute: Heyer bremst den Werder-Konter und holt Gruev unsanft von den Beinen. Eine klare gelbe Karte.

58. Minute: Erster Wechsel beim HSV: Glatzel raus, Reis rein.

55. Minute: Zur Marschroute muss eigentlich nur gesagt werden: Weiter so! Seit dem Platzverweis ist Werder wie ausgewechselt. Und nimmt auch seitdem die Zuschauer komplett mit.

53. Minute: Der folgende Ducksch-Freistoß aus rund 20 Metern ist nicht so gut wie die Version in Halbzeit eins und bleibt in der Mauer hängen.

52. Minute: Auch der HSV ist nur noch zu Zehnt. Kapitän Schonlau bekommt Gelb-Rot. In der Szene hat Werder etwas Glück, denn die Aktion gegen Schmid ist eher unglücklich als robust.

49. Minute: Ducksch reklamiert Handspiel und beschwert sich vehement. Statt Freistoß an der Strafraumkante gibts es Gelb für den Werder-Stürmer. Die Wiederholung zeigt: Schiedsrichter Stegemann hat Recht, es war die Brust von Jonas David.

46. Minute: Stegemann pfeifft zur zweiten Halbzeit an.

Werder Bremen gegen den Hamburger SV im Live-Ticker: Halbzeit zwei im Nord-Derby

Ein Nachtrag noch zur Halbzeitpause: Stadionsprecher Arnd Zeigler hat die Zuschauer darüber aufgeklärt, dass der Ducksch-Treffer zu Recht nicht gegeben wurde.

21.33 Uhr: Eins steht fest: Die Unterstützung der Werder-Fans ist riesig! Nun gilt es, die Jungs weiter nach vorne zu peitschen.

21.28 Uhr: Der SVW kommt in Halbzeit eins auf 40 Prozent Ballbesitz. Zu Zehnt wird es natürlich jetzt noch schwieriger, sich den Ball zu erobern und dementsprechend zu Torchancen zu kommen. Aber in Derbys ist bekanntlich alles möglich!

21.24 Uhr: Werder schreibt via Twitter: „Pause. Puh. Wir gehen mit zwei Toren Rückstand in die Kabine... aber das ist ein Derby! Aufstecken ist nicht!“ Auch wenn die Fakten aussichtslos klingen: 0:2, ein Mann weniger - Werder hatte in Unterzahl definitiv die stärkste Phase der Partie.

21.20 Uhr: Was für ein völlig verrücktes Spiel seit der 32. Minute. Platzverweis, der nichtgegebene Elfer, der Jubel über den vermeintlichen Ausgleich, dann die Aberkennung durch Schiedsrichter Stegemann - und obendrein noch das 0:2. Unfassbar.

Werder Bremen gegen den Hamburger SV im Live-Ticker: Halbzeit im Nord-Derby

45. Minute: Heyer erhöht auf 0:2, köpft aus kürzester Distanz gegen die Laufrichtung von Zetterer. Vorlage Jatta.

43. Minute: So langsam richtet sich das Wirrwarr. Mitchell Weiser hat den Mindestabstand zur HSV-Mauer nicht eingehalten ...

42. Minute: Ducksch zaubert einen Freistoß aus 20 Metern über die HSV-Abwehr. Das 1:1. Denken ALLE im Wohninvest Weserstadion. Nur Schiedsrichter Stegemann sieht das anders ...

39. Minute: Bittere Minuten für Werder. Erst der Platzverweis, dann der nichtgegebene Elfmeter. Auch Clemens Fritz ist davon nicht sonderlich angetan, unterhält sich mit dem vierten Offiziellen. HSV-Kapitän Schonlau zerrt oben an Ducksch - und trifft ihn auch unten am Fuß.

38. Minute: Anfang muss umstellen. Er bringt Ilia Gruev für Abdenego Nankishi.

36. Minute: Die Werder-Fans und Ducksch fordern Elfmeter. Ganz ehrlich? Aus unserer Sicht muss Schiedsrichter Stegemann den geben.

32. Minute: Platzverweis für Christian Groß, der bereits Gelb-verwarnt übermotiviert HSV-Torwart Heuer Fernandes von den Beinen holt. Werder jetzt knapp eine Stunde in Unterzahl.

Werder Bremen gegen den Hamburger SV im Live-Ticker: Werder in Rückstand und Unterzahl

30. Minute: Schmidt tritt den Freistoß, der leicht abgefälscht wird. Wäre sonst verdammt gut gekommen das Ding. Ecke Werder - doch die verpufft.

29. Minute: Ducksch wird beim Konter von Schonlau gelegt. Gelb für den HSV-Kapitän - und gute Freistoßsituation für Werder.

25. Minute: Wir würden allen Werder-Fans gerne noch mehr Mut auf den Derby-Sieg machen. Aber aktuell gibt es kaum ein Durchkommen gegen die Gäste. Was gut klappt, ist das hohe Pressen durch Ducksch und Co. - das wollen wir häufiger sehen!

21. Minute: Sieht spektakulär aus und tut sicher verdammt weh: Schmid unterläuft Kinsombi, der landet unsanft auf dem Becken.

19. Minute: Schmid und Ducksch laufen früh an, bringen HSV-Keeper Heuer Fernandes in Bedrängnis. Allerdings fängt der die Hereingabe von Schmid locker ab.

15. Minute: Eine Viertelstunde ist absolviert, Werder hat bisher noch keinen Torschuss zu verzeichnen.

14. Minute: Zetterer spielt mit, fängt einen langen Ball der Gäste leicht ab und leitet direkt den Angriff ein. Doch nur Sekunden später ist der Ball schon wieder weg.

11. Minute: Werder versucht das Spiel jetzt erstmal zu beruhigen und sich neu zu sortieren. Die Rothosen wirklich allerdings durch ihre Konter echt gefährlich.

7. Minute: Es geht ordentlich ruppig zur Sache, der nächste Hamburger liegt auf dem Boden. Das Foul von Rapp war allerdings nicht so schlimm, wie es vielleicht erst aussah.

5. Minute: Christian Groß sieht früh die erste gelbe Karte des Spiels, grätscht Torschütze Glatzel weg.

Nur knapp 80 Sekunden dauert es, da ist Werders Torlos-Serie gebrochen. Der HSV kombiniert sich über links durch, Heyer flank in den Innenraum. Dort steht Glatzel vollkommen frei und überwindet Zetterer per Kopf.

2. Minute: Glatzel trifft für die Gäste zum 0:1.

1. Minute: Der HSV stoßt die Partie an, spielt zuerst auf die Ostkurve.

Werder Bremen gegen den Hamburger SV im Live-Ticker: Die Partie läuft - Werder will den Derbysieg!

20.28 Uhr: Die Werder-Hymne läuft, das Stadion ist Grün-Weiß. Derby feeling pur!

20.24 Uhr: Schiedsrichter der Partie ist ürigens Sascha Stegemann.

20.19 Uhr: Ein Fact noch kurz vor Anpfiff. Frank Neubarth ist Mister Nordderby. Zwölf Siege hat er mit Werder eingefahren - als gebürtiger Hamburger.

20.15 Uhr: Werder-Stürmer Duksch ist heiß. Im Sport1-Trailer sagt er: „Es ist ein ganz besonderes Spiel. Die Leute sprechen von nichts anderem.“

20.11 Uhr: Tim Walter erklärt den Wechsel zwischen Jatta und Wintzheimer: „Wir wollen mit Baka mehr Tempo bringen - deswegen haben wir uns für ihn entscheiden.“

20.07 Uhr: Markus Anfang ist auf jeden Fall gut drauf und witzelt: „Hoffentlich brauchen wir heute keine Papierkugel.“

20.03 Uhr: Beim höchsten Werder-Derby-Sieg war es sogar noch ein Tor mehr. In der Double-Saison schoss der SVW den SV mit 6:0 ab. Die Torschützen damals: Valerien Ismael, Ivan Klasnic, Ailton, Nelson Valdez, Viktor Skripnik und ein Eigentor von Sergej Barbarez.)

20.00 Uhr: Vor wenigen Spielen kaum zu glauben, aber: Werder könnte rein theoretisch sogar an die Tabellenspitze klettern. Dafür ist ein Sieg mit „nur“ fünf Toren Abstand von Nöten.

Werder Bremen gegen den Hamburger SV im Live-Ticker: Für Werder ist sogar die Tabellenführung möglich

19.57 Uhr: Auch der HSV reist ungeschlagen aus den vergangenen drei Spielen an, konnte dabei aber nicht so überzeugen wie Werder. Darf so bleiben.

19.53 Uhr: Nun mal zur Ausgangslange. Werder wird mit großem Selbstbewusstsein agieren, hat zuletzt drei Spiele in Serie kein Gegentor kassiert. Sieben Punkte, eine Aufbruchstimmung, die heute fortgesetzt werden soll. Fritz sagt daher: „Für uns ist wichtig, dass die Mannschaft erstmal ein Gefühl für sich entwickelt.“ Das hat zuletzt hervorragend geklappt!

19.50 Uhr: Die HSV-Profis kommen auf den Platz - und werden lautstark ausgepfiffen!

19.48 Uhr: Clemens Fritz im Sport1-Interview: „Wir hätten uns das Derby beide eher in der 1. Liga gewünscht, das ist klar.“

19.44 Uhr: Und noch einmal Anfang: „Wir sind auf dem Weg, dass wir wieder alle gemeinsam durch die Saison gehen.“ Ein Derbysieg würde da natürlich mehr als perfekt ins Konzept passen: „In solchen Derbys kannst du dir sehr viel Kredit zurückholen.“ Heute Abend dann bitte genau das beherzigen, Jungs!

19.41 Uhr: Zum ersten Mal in der Derby-Geschichte der beiden Klubs werden keine Ultras dabei sein. Ein absolutes Novum! Dennoch war Markus Anfang zuletzt sehr angetan vom Publikum: „Die Stimmung gegen Rostock und auch in Ingolstadt war sehr, sehr gut. Wir sind diejenigen, die dafür sorgen müssen, dass der Funke überspringt und dass die Zuschauer uns unterstützen.“

19:39 Uhr: Darauf setzen die Vereins auch im Wohninvest Weserstadion. 20.000 Werder-Fans werden es heute Abend sein, knapp 1000 vom anderen Verein.

19.38 Uhr: Eine erste erfreuliche Nachricht aus dem Stadion. Laut Polizei ist bis dato alles friedlich abgelaufen - und auch die Ankünfte der Mannschaftsbusse lief ohne Vorkommnisse ab.

19.36 Uhr: Gegenüber dem 2:1-Zittersieg gegen Sandhausen tauscht Walter nur einmal. Jatta kommt für Wintzheimer.

19.35 Uhr: HSV-Trainer Tim Walter setzt auf folgende Startformation: HSV-Aufstellung: Heuer Fernandes - Gyamerah, David, Schonlau, Leibold - Meffert - Kinsombi, Heyer - Jatta, Glatzel, Kittel.

19.34 Uhr: Im Sturm darf erneut Abdenego Nanskihi ran, erhält den Vorzug vor Eren Dinkci.

19.32 Uhr: Werder-Trainer Markus Anfang muss - wie bereits bekannt - auf Abwehrchef Ömer Toprak verzichten. Der wird, wie schon während des Sieges in Ingolstadt, ersetzt durch Lars Lukas Mai.

Werder Bremen gegen den Hamburger SV im Live-Ticker: Die Werder-Aufstellung im Überblick

19.30 Uhr: Die Werder-Aufstellung: Zetterer - Weiser, Veljkovic, Mai, Jung - Gross - Schmidt, Rapp - Nankishi, Ducksch, Schmid.

19.24 Uhr: Es ist Nordderby Nummer 137! Und natürlich führt der SVW in der Bilanz mit 55 Siegen (HSV 42).

19.21 Uhr: Moin Moin zum DeichStube-Live-Ticker. Samstagabend, 20.30 Uhr, Flutlicht, Derby gegen die Rothosen. Besser kann es doch kaum sein! Wir wünschen Euch ein geiles Spiel - und natürlich einen Werder-Sieg!

Bremen - Werder Bremen im Live-Ticker gegen den HSV: Anpfiff im Wohninvest Weserstadion ist um 20.30 Uhr, der Liveticker startet hier gegen 19.30 Uhr mit den Startelf-Aufstellungen beider Mannschaften. Alle Tore, News und Infos vom Nordderby gegen den Hamburger SV - alles live im Live-Ticker der DeichStube.

Werder Bremen gegen den HSV - der Vorbericht:

Werder Bremen will die grün-weiße Fanseele im Nordderby gegen den HSV endgültig zurückerobern

Es ist soweit! Der SV Werder Bremen empfängt am 7. Spieltag den Hamburger SV im Wohninvest Weserstadion zum 1. Nordderby in der 2. Bundesliga. Der Vorbericht der DeichStube.

Es sind nur knapp fünf Wochen, die zwischen den beiden Spielen liegen, von Mitte August bis Mitte September, und dennoch ist es ein Zeitraum, der sich für Markus Anfang am Samstagabend gegen 22.20 Uhr größer anfühlen könnte. Deutlich größer. Ja um Welten größer sogar! Nur zur Erinnerung: Nach der 1:4-Heimniederlage gegen den SC Paderborn hatte der Trainer des SV Werder Bremen am dritten Spieltag erfahren, wie sich ein restlos bedientes und zutiefst enttäuschtes Wohninvest Weserstadion anhören kann: laut, ungehalten und schrill! Läuft es nun am Samstagabend (20.30 Uhr, DeichStube-Live-Ticker) aber gut, gelingt also der heiß ersehnte Heimsieg im Nordderby gegen den Hamburger SV, dürfte sich über Anfang das komplette Gegenteil von den Rängen ergießen: die überbordende Freude, die kollektive Glückseligkeit! „In solchen Derbys kannst du dir sehr viel Kredit zurückholen“, weiß der Trainer, dessen Team die Fanseele mit zuletzt guten Leistungen schon wieder deutlich milder gestimmt hatte – und sie am Samstag nun endgültig zurückerobern möchte.

In den ersten Wochen der neuen Saison, so der allgemeine Eindruck, der sich nach dem Paderborn-Spiel dann auch akustisch entlud, war die Geduld vieler grün-weißer Anhänger durch den noch tiefsitzenden Abstiegsfrust, einen nur schleppend anlaufenden Umbau des Kaders sowie den mäßigen Saisonstart inklusive Pokal-Aus nahezu aufgebraucht. Mittlerweile hat sich die Stimmung gedreht.

Werder Bremen gegen Hamburger SV: Das erste ultra-freie Nordderby steigt am Samstag in der 2. Liga

„Die Enttäuschung nach dem Abstieg und vielleicht auch darüber, dass die Fans wegen der Pandemie so lange Zeit nicht im Stadion helfen konnten, lässt jetzt langsam nach“, hat Anfang festgestellt. Die späten Verpflichtungen von namhaften Spielern wie Marvin Ducksch und Mitchell Weiser sowie die guten Ergebnisse in jüngster Zeit haben viele Gemüter wieder beruhigt. „Wir sind auf dem Weg, dass wir wieder alle gemeinsam durch die Saison gehen“, sagt Anfang über die Beziehung zu den Fans des SV Werder Bremen. Das Nordderby gegen den HSV sieht er dabei „als große Chance“, um auf diesem Weg einen entscheidenden Schritt voranzukommen.

Wenn die Partie am Samstagabend um 20.30 Uhr angepfiffen wird, werden 21.000 Fans im Stadion sitzen, gut 1.000 davon aus Hamburg. Und schon jetzt steht fest: Ganz unabhängig vom Geschehen auf dem Platz wird die Stimmung anders sein als bei vorherigen Nordderbys. Keine aufwendigen Choreografien, keine per Megafon angestimmten Fangesänge, kein Dauer-Support. Das liegt daran, dass sowohl die Bremer als auch die Hamburger Ultra-Gruppen während der Pandemie nach wie vor nicht zu den Spielen ins Stadion kommen – und somit seit ihrem Bestehen für das wohl erste ultra-freie Nordderby sorgen. Fürs Anfeuern müssen also erneut die anderen Fans sorgen. In Anfangs Augen ist ihnen das zuletzt ziemlich gut gelungen: „Die Stimmung gegen Rostock und auch in Ingolstadt war sehr, sehr gut“, betont der Trainer des SV Werder Bremen, der ohnehin seine Mannschaft in der Hauptverantwortung dafür sieht, dass die Fans in Wallung kommen: „Wir sind diejenigen, die dafür sorgen müssen, dass der Funke überspringt und dass die Zuschauer uns unterstützen.“

Werder Bremen will sich mit einem Sieg im Nordderby gegen den HSV in der Spitzengruppe der 2. Liga festsetzen

Davon, wie das im Derby gelingen kann, hat Anfang eine klare Vorstellung. Der 47-Jährige erwartet von seiner Mannschaft einen körperbetonten Auftritt, eine gewisse Grundaggressivität, „damit wir unser Spiel durchbringen. Nur mit ein bisschen Fußballspielen wird es gegen den HSV auf gar keinen Fall funktionieren. Dafür ist der Gegner qualitativ viel zu gut aufgestellt.“

Bei einem Sieg könnte sich Werder Bremen (aktuell auf Platz drei) mit dann 14 Punkten auf dem Konto vorerst in der Spitzengruppe der 2. Liga festsetzen und zugleich dem ewigen Rivalen aus Hamburg (Platz neun, neun Punkte) einen empfindlichen Dämpfer verpassen. „Unsere Aufgabe fürs Wochenende lautet, ein gutes Spiel zu machen und uns dafür am Ende auch zu belohnen“, erklärt Anfang. Wird sie erfüllt, gibt es neben den drei Punkten nach dem Abpfiff für den Trainer und seine Spieler noch eine zusätzliche Art der Anerkennung: ein komplett neues Stadionerlebnis. (dco) Auch interessant: So seht Ihr das Nordderby Werder Bremen gegen Hamburger SV live im TV und im Live-Stream! Und: So könnte die Startelf-Aufstellung von Werder Bremen gegen den HSV aussehen! *DeichStube.de ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Mediengruppe Kreiszeitung und der WESER-KURIER Mediengruppe sowie ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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