Champions League

Zehn Gladbach-Tore gegen Donezk als Bewerbung für K.o-Runde

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Gladbachs Kapitän Lars Stindl geht voran und ist zudem einmal mehr Matchwinner seines Teams. Foto: Federico Gambarini/dpa

Zum ersten Mal überhaupt könnte Borussia Mönchengladbach das Achtelfinale der Champions League erreichen. Nach 10:0 Toren aus zwei Spielen gegen den ukrainischen Meister aus Donezk stehen die Chancen exzellent.

Mönchengladbach (dpa) - Max Eberl schien sich das bislang Erreichte zur Sicherheit selbst noch einmal erzählen zu wollen.

«Vier Spiele, acht Punkte, 14:4 Tore», zählte Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor nach der nächsten Champions-League-Gala beim 4:0 (3:0) gegen Schachtjor Donezk auf. «Das ist schon eine beeindruckende Serie, die wir da spielen.»

Nach vier Spieltagen ist Gladbach immer noch ungeschlagen und Spitzenreiter der Gruppe B - in der immerhin auch noch Real Madrid und Inter Mailand spielen. «Ich habe gar nicht so viel geträumt vor der Gruppenphase. Ich habe mich einfach drauf gefreut», sagte Gladbach-Keeper Yann Sommer zu den Chancen, die sich der Bundesliga-Vierte der Vorsaison angesichts der Auslosung selbst auf ein Weiterkommen eingeräumt hätte.

Vor den abschließenden Gruppenspielen ist die Chance auf die erste K.o.-Runde der Champions League im dritten Anlauf nach 2015 und 2016 groß. Die beiden ausstehenden Spiele gehen aber eben gegen die Spitzenclubs aus Mailand (1.12.) und Madrid (9.12.). «Jeder weiß, dass wir noch zwei große Challenges vor uns haben. Das werden zwei große, schwere, schöne Spiele, auf die wir uns sehr freuen», sagte Sommer.

Möglicherweise reicht am kommenden Dienstag gegen den überraschenden Gruppenletzten Inter schon ein Punkt zum Achtelfinale. «Wir haben uns eine gute Ausgangsposition geschaffen. Wir haben es in der eigenen Hand, das Achtelfinale zu erreichen. Die Chance wollen wir auch wahrnehmen», sagte Trainer Marco Rose.

Gegen den in zwei Spielen völlig enttäuschenden und überforderten ukrainischen Meister beeindruckte die Effizienz und Kaltschnäuzigkeit seines Teams, was in der Bundesliga bislang kaum zu sehen war. Vor drei Wochen erst hatte Gladbach Donezk - das zum Auftakt der Champions League immerhin bei Real Madrid gewonnen hatte - mit 6:0 deklassiert. «Ich bleibe dabei, dass das vor allem spielerisch eine sehr starke Mannschaft ist, die sehr gut organisiert ist», sagte Rose. «Ich bin überzeugt davon, dass die auch in der deutschen Bundesliga eine sehr gute Rolle spielen würden. Wir waren einfach zweimal sehr, sehr stark.»

Am Mittwoch gegen Donezk galt das vor allem für Kapitän Lars Stindl, der das 1:0 selbst schoss (17. Minute/Foulelfmeter) und das 2:0 durch Nico Elvedis erstes Champions-League-Tor (34.) vorbereitete. Per Traumpass hatte der 32 Jahre alte Routinier zudem auch Marcus Thuram vor dem Foul, dass zum Elfmeter führte, in Szene gesetzt. «Er ist unser Kapitän und seit Wochen in sehr, sehr guter Form. Er geht voran und wird seiner Aufgabe mehr als gerecht. Wir sind sehr froh, dass wir ihn haben», sagte Rose über seinen Matchwinner.

Für das Highlight des Spiels vor Oscar Wendts 4:0 (77.) sorgte aber Breel Embolo. Einfache Möglichkeiten zum Toreschießen hatte der Schweizer wie auch schon am Samstag beim 1:1 gegen Augsburg zur Genüge - sein erstes Saisontor erzielte der 23-Jährige aber mit einem ganz besonderen Kunststoß: Per Fallrückzieher traf Embolo aus dem Fünfmeterraum. «Er hat sich mit einem herausragenden Tor belohnt. Das ist das Wichtigste für einen Stürmer», lobte Rose den zuvor ob seines Chancenwuchers gegen Augsburg arg kritisierten Stürmer.

Möglicherweise kam Embolos Traumtor zum genau richtigen Zeitpunkt, um die Ladehemmung zu beseitigen. Am Samstag ist Embolos Ex-Club FC Schalke 04 im Borussia-Park zu Gast.

© dpa-infocom, dpa:201126-99-467129/2

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