Rückenwind von der Tribüne

3:0-Heimsieg gegen Bonn: RC Sorpesee gelingt Befreiungsschlag

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Nach dem letzten Punkt fielen sich die Volleyballerinnen des RC Sorpesee jubelnd in die Arme.

Sundern. Ein Blick auf die Tribüne des Sunderner Schulzentrums sagte am Samstagabend eigentlich schon alles über die Lage bei den Volleyballerinnen des RC Sorpesee in diesem bislang von Misserfolgen gespickten Jahr: Die Fans gaben ihre ganz eigene Antwort und es fanden sich mehr Anhänger in der "Blauen Wand" ein als bei so manchem Spitzenspiel. Diesen beeindruckenden Rückenwind nutzte das Team um Spielführerin Leonie Hoffmann zu einem letztlich verdienten 3:0-Heimerfolg gegen SSF Fortuna Bonn und einem Befreiungsschlag, der die Köpfe ganz und gar freimachte und auf allen Seiten nur glückliche Gesichter zurück ließ.

Mit Lara Drölle im Zuspiel, Vanessa Vornweg und Franziska Finke im Mittelblock, Kim Spreyer auf der Diagonalen und Katharina Schallow und Leonie Hoffmann über Außen startete der RCS diesmal schon von Anfang an druckvoll in die Partie gegen die Bonnerinnen. Beim 9:4 aus RCS-Sicht sah sich Gästetrainer Albert Klein zu einer ersten Auszeit veranlasst und nahm einige Umstellungen vor. Auf RCS-Seite arbeitete das Libera-Duo Michelle Henkies und Kirsten Platte unter Hochdruck und mit bester Laune an Annahme und Abwehr und das mit hervorragendem Erfolg. Der RCS setzte sich unter der klugen Regie von Lara Drölle auf 14:8 ab und baute den Vorsprung unter fleißiger Mithilfe von Bonnie Bastert, Laura Kemper und Alina Hustadt von der Bank bis zum 25:15 aus - 1:0 in den Sätzen und die ersten Fragezeichen aus den Augen verschwunden.

Nach dem Seitenwechsel schien die gerade erarbeitete Lockerheit im RCS-Spiel kurz abhanden gekommen zu sein. Bis zum 4:4 zeigte das Team einige Schwächen, um dann aber mit einer Aufschlagserie von Kim Spreyer einen Zwischenspurt einzulegen. Die Hauptangreiferin des RCS war für alle ersichtlich wieder auf dem Weg zu alter Stärke und hatte sichtlich Spaß daran, gemeinsam mit ihren Schnellangreiferinnen ein variables Angriffsspiel zu initiieren. Basis für dieses Spiel war die phänomenale Annahmeleistung um MVP Katharina Schallow, Leonie Hoffmann und die immer wieder zu Kurzeinsätzen kommende Laura Kemper. Sie alle versorgten Lara Drölle mit exzellenten Pässen und die junge Zuspielerin des RCS zeigte trotz kürzlich erlittener Handverletzung eine Zuspielleistung, die keine Fragen offen ließ und den Bonner Block vor teilweise unlösbare Probleme stellte. In der Konsequenz zog das RCS-Team auf 15:8 davon und brachte trotz einer Schwächephase zum Satzende den Vorsprung ins Ziel. So war es beim 21:17 aus RCS-Sicht der einzige Moment im Spiel, zu dem das RCS-Trainerteam Martin Barthel und Julian Schallow ihre Schützlinge in einer Auszeit neu ausrichten mussten. Mit Erfolg, denn beim 25:20 war das 2:0 und damit der erste Punkt in diesem Jahr eingefahren.

Kirsten Platte erwartet Nachwuchs

"Jetzt ziehen wir es auch durch, macht gerade echt Spaß hier bei euch", brachte es Co-Trainer Martin Barthel, der den bei der U18 weilenden Linus Tepe vertrat, auf den Punkt. Die Aufschlaganzeigen des Taktikfuchses saßen zusätzlich, so dass der RCS auch in Satz 3 mehr und mehr die Oberhand gewann. Schleichend setzten sich die Damen vom See ab und waren ab dem 15:13 nicht mehr zu stellen. Keine großen Serien, aber ein überaus solides Sideout-Spiel und der eine oder andere Punkt aus der Abwehr um die hellwache Michelle Henkies reichten den Gastgeberinnen, um Bonn letztlich auch in Satz 3 auf Distanz zu halten. Waren einmal unglückliche Aktionen dabei, sorgten Hallensprecher, DJ und Blaue Wand im Zusammenspiel für die richtige Aufbruchsstimmung und peitschten den RCS zum 25:19 und damit zum 3:0-Heimsieg. "Die ersten Punkte in 2018, der erste Dreier in der Rückrunde - kurzum der Befreiungsschlag für die RCS-Seele, den es gebraucht hatte", fasste Julian Schallow zusammen.

Nach dem Spiel lüftete dann auch die langjährige Kapitänin des RCS, Kirsten Platte, das Geheimnis um ihre wechselnden Gesundheitszustände in diesem Jahr: Sie erwartet Nachwuchs und nimmt daher ab jetzt eine neue Rolle im Team an der Seite von Stamm-Libera Michelle Henkies ein. Dass den verbleibenden RCS-Außen etwas einfallen wird, um die die neue Konstellation im Team mit Leben zu füllen, ist bei der Unterstützung aus dem Umfeld aber sehr wahrscheinlich und durch die MVP-Wahl von Katharina Schallow am Wochenende auch vom fairen Trainer der Bonnerinnen dokumentiert. 

Für den RCS aktiv: Bonnie Bastert, Lara Drölle, Franziska Finke, Michelle Henkies, Leonie Hoffmann, Alina Hustadt, Laura Kemper, Kirsten Platte, Katharina Schallow, Kim Spreyer, Vanessa Vornweg.

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