Auswärtssieg bei BW Aasee

3:1-Erfolg in Münster: RC Sorpesee besiegt "bärenstarken Gegner"

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Franziska Finke und Co. zeigten bei BW Aasee vollen Einsatz - und wurden dafür belohnt.

Sundern/Münster. Einen "Wahnsinnserfolg" feierten laut ihrem Trainer Julian Schallow die Volleyballerinnen des RC Sorpesee bei ihrem Auswärtsspiel bei BW Aasee. Der 3:1-Sieg gegen einen "bärenstarken Gegner" in Münster habe "die Volleyballherzen höher schlagen" lassen.

"Die zahlreichen Fans, die sich am Sonntagnachmittag im verregneten Münster vom Weihnachtsmarkt auf den Weg in die Halle gemacht haben, werden ihr Kommen nicht bereut haben", berichtete Schallow nach dem Spiel. "Kaum zu glauben, dass auf den beiden Netzseiten die Nummer acht und neun der Drittligatabelle standen", ergänzte der RCS-Coach, schließlich habe die Partie an Intensität und Kampfgeist keine Wünsche übrig gelassen. Am Ende jubelten dann die "Blauen" vom Sorpesee und doch sei es ein Duell mit "Wimpernschlagentscheidungen" gewesen, das beide Teams über weite Strecken auf Augenhöhe bestritten. Die Gastgeberinnen mit dem Plus an Erfahrung und Körperhöhe im Block, die Gäste aus dem Sauerland mit dem Plus an Emotionen und etwas mehr Speed auf den Beinen.

Die zahlreichen mitgereisten Fans der Blauen Wand vom Sorpesee sahen im ersten Satz eine ausgeglichene Partie. Der RCS strauchelte etwas herein, fing sich dann und konnte bis Mitte des Satzes wieder ausgleichen. Die Partie wogte hin und her mit wechselnden Vorteilen auf beiden Seiten. Gegen Ende des Satzes brachten eine strittige Situation, in der Nicole Freiburg verletzt das Feld verlassen musste, und einige Technikentscheidungen des ansonsten guten Schiedsgerichtes RCS-Trainer Schallow dermaßen auf die Palme, dass er nur durch seine beiden Mittelblockerinnen Vanessa Vornweg und Franziska Finke wieder zu beruhigen war. "Etwas zu spät, hatten doch die abgezockten Aasee-Damen die kleinen Unsicherheiten bei der erneuten Umstellung des Annahmeriegels ausgenutzt und die entscheidende Führung erarbeitet", schilderte Schallow später. So lautete das Ergebnis schließlich 19:25 aus RCS-Sicht.

Nach dem Seitenwechsel einen Gang zugelegt

Nach dem Seitenwechsel legten die Sauerländerinnen spürbar einen Gang zu: Kim Spreyer kam auf der Diagonalen immer besser in Fahrt und der Annahmeriegel um die wieder vollends genesene Victoria Vornweg versorgte Michelle Henkies und Alina Hustadt mit immer besseren Annahmen. Das Spiel des RCS nahm Fahrt auf und noch dazu stellten Bonnie Bastert und Laura Kemper über die Außen ihr Angriffs- und Aufschlagvisier immer besser ein. Noch dazu bekam Physio Anne Schmitz die Fußverletzung von Nicole Freiburg in den Griff. Mit Zusatzmotivation ging es damit auch für die angriffsstarke Außen auf RCS-Seite weiter. Bis zum 25:20 erzielten die Damen vom Sorpesee dann doch einige Wirkungstreffer und glichen in den Sätzen aus.

Das Team auf der RCS-Bank (v. l.: Linus Tepe, Julian Schallow und Anne Schmitz) freute sich über den Erfolg in Münster.

Dass damit aber BW Aasee die Partie nicht kampflos hergeben wollte, wurde allen Beteiligten dann im dritten Durchgang einer mittlerweile begeisternden Partie deutlich. Die Gastgeberinnen legten im Aufschlag los wie die Feuerwehr und der RCS-Block hatte mit den durchschlagskräftigen Außen und einer gut aufgelegten Diagonalspielerin auf Seiten der Gastgeberinnen alle Hände voll zu tun. Ein Zwischenspurt brachte Aasee vermeintlich auf die Siegerstraße, aber auf Seiten des RC Sorpesee hatte plötzlich eine ganze Mannschaft etwas dagegen. Franziska Finke und Vanessa Vornweg blockten sich die Hände im Mittelblock warm und als Nicole Freiburg mit einer famosen Aufschlagserie die Wende einleitete, hielt es keinen der mitgereisten Fans mehr auf den Sitzen. Beim 23:23 lieferten sich beide Teams ein Hin und Her, am Ende sorgten Bonnie Bastert und Kim Spreyer mit Nerven aus Stahl für den 27:25-Endstand. "Der Lohn für die kämpferische Topleistung", lobte Trainer Schallow.

"Als hätten wir nie etwas anderes getan"

In Satz vier entfesselte das junge Team von der Sorpe unter dem Jubel von Linus Tepe, Anne Schmitz und Scout Katharina Schallow auf der Bank dann sein volles Potenzial: "Die Aufschläge saßen urplötzlich, als hätte man nie etwas anderes getan. Serien von Kim Spreyer, Franziska Finke und wiederum Nicole Freiburg stellen den vehement kämpfenden Aasee-Annahmeriegel vor Probleme und das Spiel der Gastgeberinnen verlor aus den etwas schwächeren Annahme an Rhythmus", erklärte Schallow, der genug Angriffsfläche für sein Team sah, nun mit Vollgas zuzupacken. Und was die Mannschaft um die spielstarke Zentrale auch anpackte, in Satz vier gelang fast alles: Am Ende stand ein 25:14 auf der Anzeigetafel, bei dem dann zu guter letzt doch das jüngere und energischere Team die Punkte mit auf die Heimreise ins Sauerland nahm.

So lagen sich am Ende auf Seiten der Gäste-Fans und Spielerinnen in den Armen, diskutierten die Schlüsselsituationen des Spiels und hatten auch noch den einen oder anderen Seitenhieb für Trainer Julian Schallow und seinen ersten Satz übrig. Kapitänin Vanessa Vornweg brachte es dann am Ende augenzwinkernd aber wohl am Treffendsten auf den Punkt: "Der ist schon ok - also privat, wenn kein Ball in der Nähe ist." Nächster Halt für den RCS-Tross: Der Jahresabschluss in Emlichheim.

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