„Die Nummer eins im Kreis sind wir“

SG Albaum/Heinsberg entscheidet Pokalfinale trotz 0:2-Rückstand für sich

Jubel ohne Grenzen: In Unterzahl holte die SG Albaum/Heinsberg zunächst einen 0:2-Rückstand im Kreispokalfinale auf, ehe sie es im Elfmeterschießen dann sogar für sich entscheiden konnte.
+
Jubel ohne Grenzen: In Unterzahl holte die SG Albaum/Heinsberg zunächst einen 0:2-Rückstand im Kreispokalfinale auf, ehe sie es im Elfmeterschießen dann sogar für sich entscheiden konnte.

Heinsberg – Wohl nur die größten Optimisten unter den Fans der SG Albaum/Heinsberg hätten nach 23 Minuten auf ihre „Mädels“ gewettet. Zu diesem Zeitpunkt führte der SC Drolshagen im Kreispokalfinale der Frauen in Heinsberg bereits mit 2:0. Sekunden zuvor war zusätzlich Madeline Habbel, eine der SG Führungsspielerinnen, wegen eines Foulspiels des Feldes verwiesen worden. Doch es kam alles anders: In einer dramatischen Aufholjagd schafften die zehn SG-Frauen das 2:2 und setzten sich schließlich im 11m-Schießen mit 3:1 durch. „Das war ein Sieg des Willens“, so SG-Trainer Martin Arndt nach dem dramatischen Spiel. Der Kreispokalsieg 2020 krönt den Überflug der Elf aus der Gemeinde Kirchhundem.

Schon nach sechs Minuten brachte SCD-Spielführerin Marie Schröder die Kleeblätter mit einem Weitschuss in Führung. Die SG Albaum/Heinsberg verzeichnete danach einige gute Chancen, wirkte aber vor dem Tor zu unentschlossen und überhastet. In der 22. Minute leistete sich Madeline Habbel ein Foul im Mittelfeld, das Schiedsrichter Ilias Arapovic mit dem roten Karton ahndete. Aus dem folgenden Freistoß entwickelte sich das 0:2 durch einen Kopfball von Vanessa Lahme. In der Folge spielte der SCD seine größere Routine aus, ohne aber in numerischer Überlegenheit zu überzeugen.

Nach dem Wechsel das gleiche Bild. Die Teams neutralisierten sich weitgehend, die Gastgeberinnen konnten sich zunächst nicht gegen die gut stehende Abwehr der Drolshagenerinnen in Szene setzen. Das änderte sich in der 77. Minute. SG-Kapitänin Johanna Sellmann setzte sich am Strafraum gegen drei SCD-Spielerinnen durch und überwand Torfrau Chrisoula Panagiotidou mit einer Bogenlampe zum Anschlusstreffer. Dies setzte noch einmal enorme Kräfte bei den ganz in Rot gekleideten Spielerinnen von Martin Arndt frei. Nach klugem Zuspiel von Anke Birlenbach vollendete erneut „Jojo“ Sellmann zum umjubelten Ausgleich. Beide Teams hatten noch Gelegenheit, die Partie in der regulären Spielzeit zu entscheiden, scheiterten jedoch.

Dramatik im Elfmeterschießen

Das 11m-Schießen entwickelte dann eine eigene Dramatik. Panagiotidou hielt gegen Jacqueline Gutwein, Marie Schröder scheiterte am Querbalken, ehe Nicole Hoffmann zum 1:0 für die SG traf. In der Folge hielt SG-Torfrau Anna-Lisa Tigges zwei „Marken“, Johanna Sellmann traf nur den Pfosten. Den entscheidenden Elfmeter zum 3:1 verwandelte Michelle Hupertz – bei den Neu-Landesligistinnen brachen alle Dämme.

Martin Arndt (SG Albaum/Heinsberg): „Was die Mannschaft ab der 22. Minuten abgeliefert hat, vor allem in der zweiten Halbzeit, war schon sensationell. Ich bin seit mehr als 30 Jahren im Seniorenbereich, so etwas habe ich aber noch nicht erlebt. Der Sieg war für mich absolut verdient. Erfolg ist kein Glück, sondern, wir haben ihn uns erarbeitet. Dies ist das Ergebnis der Arbeit des gesamten Teams. So etwas kann man nur erreichen, wenn man den Willen dazu hat. Es macht Megaspaß, Trainer dieser Mannschaft zu sein.“ Albert Martin (SC Drolshagen): „Wir haben eigentlich gut gearbeitet, aber zwei Fehler gemacht, die sofort bestraft wurden. Nach dem 1:2 hatten wir selbst zwei Chancen auf die Entscheidung, haben sie leider nicht genutzt. 11m-Schießen ist dann auch immer etwas Glücksache.“ Johanna Sellmann: „Ich bin einfach nur stolz auf unsere Leistung.“

Eine Begebenheit am Rande. Corona schreibt auch im Frauenfußball kuriose Geschichten: Anna-Lisa Tigges, Jacqueline Gutwein, Lena Baltes und Franziska Jungermann scheiterten mit dem FC Finnentrop im Herbst 2019 in der ersten Pokalrunde an der SG Albaum/Heinsberg. Das Quartett wechselte im Sommer dieses Jahres zum „Überflieger“ SG und steht nun dennoch in der ersten Runde des Westfalenpokals.

Pokalbegegnungen ausgelost

In der Halbzeit des Pokalfinales zwischen losten Staffelleiterin Petra Hahn, der FLVW-Kreisvorsitzende Joachim Schlüter und Stefan Ochsenfeld, Vorsitzender des Gemeindesportverbandes Kirchhundem, die ersten zwei Runden im Frauenkreispokal 2020/21 aus. Neun Mannschaften beteiligen sich am Pokal. Dies führt zur ungewöhnlichen Situation, dass es in Runde eins lediglich zu einem Spiel kommt. Dieses Erstrundenspiel bestreiten die SG LOK und RW Ostentrop/Schönholthausen; gespielt werden muss bis zum 27. September.

In Runde zwei – auszuspielen bis zum 25. Oktober – kommt es dann zu folgenden Paarungen:
  • Sieger aus Spiel 1 – SG Albaum/Heinsberg (Cupverteidiger) 
  • FC Finnentrop – SC Drolshagen (Vorjahresfinalist) 
  • TuS Halberbracht – FSV Gerlingen 
  • TSV Saalhausen – RSV Listertal 

Das Halbfinale findet an Gründonnerstag, 1. April 2021, statt. Ort und Zeitpunkt des Finales legt Staffelleiterin Petra Hahn noch fest.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare