Fußballerinnen schreiben ein Stück Kirchhundemer Sportgeschichte

SG Albaum/Heinsberg erstes Landesligateam in Gemeinde

Albaum/Heinsberg – Die Spielerinnen der SG Albaum/Heinsberg haben lokale Sportgeschichte geschrieben: Als erstem Fußballteam aus der Gemeinde Kirchhundem gelang ihnen der Sprung in die Landesliga. Und dies völlig verdient, auch wenn der Aufstieg durch das Corona-bedingte Saisonende etwas überraschend kam. Für die Mannschaft um Trainer Martin Arndt ist es der Durchmarsch aus der Kreisliga. Und das Abenteuer Landesliga geht die SG mit sechs Neuzugängen an.

Die Meisterschaft in der Bezirksliga und der Aufstieg in die LL 2 sind der Lohn einer herausragenden Saison.

Begonnen hat das SG-Märchen vor drei Jahren, als die Arndt-Elf erstmals Kreisligameister wurde, aufgrund der bestehenden Regelung für Spielgemeinschaften aber noch nicht aufsteigen durfte. In der Saison 2018/2019 wiederholten die Fußballerinnen ihr Meisterstück und setzten sich anschließend souverän gegen Hickengrund und Reiste in der Aufstiegsrelegation zur Bezirkliga durch.

Dreijährige Erfolgswelle

Dort gab es im August 2019 zunächst eine 2:5-Heimpleite – „ohne fünf Stammspielerinnen“, so Martin Arndt, gegen Mitaufsteiger Sümmern, ehe eine nahezu makellose Serie folgte. Lediglich Germania Salchendorf, Mitfavorit im Kampf um den Titel, konnte beim 3:3 Paroli bieten. Auswärtssiege in Freudenberg, Hohenlimburg, Oeventrop und ein 3:1-Heimsieg gegen den ebenfalls favorisierten SV Schameder ließen die Konkurrenz aufhorchen. Erst am letzten Spieltag gab es die zweite Saisonniederlage beim 0:3 in Ostentrop.

"Die Tabellen lügen nicht"

„Die Tabellen lügen nicht“, sagte denn auch Erfolgstrainer Martin Arndt bei der Vorstellung der Neuzugänge. „Wir haben die mit Abstand meisten Tore geschossen und mit 60:22 eine Differenz von plus 38. Zudem sind wir die mit neun Zählern Vorsprung beste Auswärtself. Von neun Spielen haben wir sieben gewonnen, einmal Remis gespielt und einmal verloren bei 30:16 Toren. Von zehn noch ausstehenden Spielen hätten wir sieben zu Hause. Wir waren Herbstmeister, mit Johanna Sellmann, 21 Tore, und Madeline Habbel, 20, stellen wir darüber hinaus die zwei besten Torschützinnen der Bezirksliga 3.“

Erfolgsrezept Teamgeist

Das Erfolgsgeheimnis: "Unser Teamgeist", sagt die spielende Co-Trainerin "Madi" Habbel. "Wir haben in der Bezirksliga ganz bewusst auf die Meistermannschaft gesetzt. Dieses Vertrauen hat sich ausgezahlt", ergänzt Arndt.

Doch nun steht das "Abenteuer Landesliga" an. "Wir sind nicht so blauäugig, zu glauben, dass diese dreijährige Erfolgswelle so weitergeht. Also mussten wir uns quantitativ, vor allem aber qualitativ, verstärken. Und das haben wir in allen Bereichen. Wenn mir einer vor zwei Jahren gesagt hätte, dass wir mal Spielerinnen vom FC Finnentrop kriege, hätte ich den für verrückt erklärt", ist Arndt "total happy" über die Neuzugänge.

"Königstransfer" Gutwein

Als "Königstransfer" bezeichnet er Jacqueline Gutwein, Defensiv-Allrounderin mit Landes- und Westfalenligaerfahrung. Gutwein kann sowohl in der Innenverteidigung als auch im defensiven Mittelfeld eingesetzt werden und besticht durch ihre herausragende Spieleröffnung.

Ebenfalls im Defensivbereich zu Hause ist Franziska Jungermann, ebenso vom FCF gekommen. Für Peggy Sellmann, die die Handschuhe an den Nagel hängt, rückt Anna-Lisa Tigges zwischen die Torpfosten nach. Vierte im Bunde aus Finnentrop ist Offensivspielerin Lena Baltes.

Arndt: "Alle drei Feldspielerinnen sind sehr flexibel einsetzbar. Wir wollten uns gezielt verstärken, das ist uns gelungen."

"Wir können nur gewinnen"

Mit Pia Rentz ist nach einjähriger Pause zudem eine Meisterspielerin zur SG zurückgekehrt. Auch sie ist im vorderen Bereich auf vielen Positionen zuhaus.

Eine Option für die Zukunft ist die 16-jährige Leonie Baier, ein Eigengewächs aus den Reihen des VfL Heinsberg.

Und wie geht der Überflieger der vergangenen Jahre die neue Herausforderung an? Martin Arndt ist ganz cool: "Wir haben nichts zu verlieren. Wir können in der Landesliga nur gewinnen. Erstmal müssen wir uns natürlich in der neuen Umgebung akklimatisieren. Wenn wir am Ende einen Platz oberhalb der Abstiegsplätze stehen, haben wir alles richtig gemacht."

Dass die SG inzwischen regional wahrgenommen wird, verdeutlicht eine nette Geste: Als Erster gratulierte Andreas Edelmann, Cheftrainer der SF Siegen-Frauenmannschaft, seinem Kollegen Arndt zum Aufstieg. "Die Siegenerinnen sind ja genau so wie wir aufgestiegen, Andreas wusste offenbar sehr schnell vom Saisonabbruch. Diese Gratulation hat uns alle sehr gefreut."

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