Schallow: "Kämpfen kann man kaum besser"

3:2 beim ASV Senden: RC Sorpesee gewinnt rassiges Drittliga-Spiel

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Der RCS-Block um die angeschlagenen Vanessa Vornweg und Nicole Freiburg packte am Netz beherzt zu.

Senden/Sundern. Auswärtssieg für die Volleyballerinnen des RC Sorpesee: In einem laut Trainer Julian Schallow "Spiel der Marke absolut rassig und sehenswert" schlugen die RCS-Damen den ASV Senden mit 3:2 - und belohnten sich damit für einen "beherzten Kampf".

"Natürlich kann man immer noch besser spielen, aber kämpfen kann man kaum besser", schwärmte Schallow nach der Partie. 

Doch schon im ersten Satz zeigten die Gastgeberinnen um die glänzend aufgelegte Ex-RCS-Akteurin Leonie Hoffmann ihre Stärken - und unter der klugen Regie von Coach Suha Yagioglu, zu welchen taktischen Schachzügen sie nach dem souveränen Erfolg in Hildesheim in der Lage waren. Der Gast vom Sorpesee mühte sich zwar nach Kräften, doch weder der Aufschlag entfaltete die gewohnte Wirkung noch fanden die Angriffe die wenigen freien Flecken im ASV-Feld. 

So wuchs der Druck auf das Team um Zuspielerin Michelle Henkies stetig. Entlastung für die Spielmacherin war ob der Verletzung von Alina Hustadt Fehlanzeige. Doch das war nicht das einzige Handicap, mit dem der RCS in Senden klarkommen musste: Kapitänin Vanessa Vornweg und Doppel-MVP Nicole Freiburg düsten quasi direkt vom Krankenbett auf das Spielfeld in der gut gefüllten Steverhalle. "All diese Bemühungen fruchteten in Satz eins allerdings nicht", berichtete Julian Schallow. Ab dem 16:16 zog der ASV davon und konnte ob einiger Abstimmungsprobleme auf RCS-Seite nicht mehr gestellt werden. Das 19:25 bedeutete für die Gäste einen denkbar schwierigen Start in die Partie.

Aufbruch nach Aussprache

Nach einer kurzen Aussprache legten die Damen vom See aber plötzlich vor: Eine 6:1-Führung sollte den gesamten Satz über Bestand haben und unter tatkräftiger Mithilfe aller RCS-Akteurinnen wurden die nie aufsteckenden Sendenerinnen in Schach gehalten. "Der Block um Franziska Finke und Vanessa Vornweg legte einen Gang zu und auf der Außenposition warfen Laura Kemper, Katharina Schallow, Bonnie Bastert und Nicole Freiburg alles in die Waagschale, um den Satzausgleich zu erkämpfen", schilderte Julian Schallow. Mit Erfolg: Die Anfeuerungen von der Tribüne trugen Früchte und der RC Sorpesee behielt in der hitzigen Endphase des Satzes die Nerven. Michelle Henkies fand ihre Angreiferinnen immer besser und beim 25:22 jubelte die Blaue Wand über das 1:1 nach Sätzen.

Der RCS-Abwehrverbund um Michelle Henkies hatte in der Feldabwehr alle Hände voll zu tun.

Diesen Schwung nahm das Team von der Sorpe dann auch gleich mit in den dritten Durchgang. Die Außen erhöhten den Druck im Aufschlag und Libera Victoria Vornweg putzte trotz Knieblessur alles vom Boden, was sie zu greifen bekam. Schnell wuchs der Vorsprung des RCS an und beim 15:6 hatten die Fans und Team ins Spiel gefunden und feierten einige spektakuläre Punkte, bei denen allerdings fast alle langen Ralleys zu Gunsten der Gastgeberinnen ausgingen. Am Ende aber hatte der RCS beim 25:16 dennoch die Nase vorn und die Partie zu diesem Zeitpunkt mit viel Kampf und Engagement gedreht.

"Dass mit einem kampfstarken Team wie dem ASV gerade zu Hause aber immer zu rechnen ist, stellte der vierte Satz einer faszinierenden Partie eindrucksvoll unter Beweis", teilte Julian Schallow mit. Senden startete stark und beim RCS kehrte die Passivität des ersten Satzes zumindest kurzzeitig wieder zurück aufs Feld. Coach Schallow verpasste es nach eigenen Angaben, "dem Satzverlauf eine schnelle Wende zu geben", sodass Nicole Freiburg und Co. mit zeitweise fünf Punkten Rückstand in das Satzfinale gingen.

Schrecksekunde für Nicole Freiburg 

Doch plötzlich war der Kampfgeist im RCS-Team wieder da: Franziska Finke und Bonnie Bastert steuerten starke Aufschläge bei und beim 21:23 war die Chance da, die Lücke entscheidend zu schließen. Aber der RCS stand sich in den entscheidenden Situationen selbst im Weg und zwei Punkte später jubelte der ASV über den 2:2-Satzausgleich.

Der entscheidende fünfte Satz lief lange Zeit "ganz und gar nicht rund", wie Julian Schallow berichtete. In der entscheidenden Phase fassten sich die Gäste aus dem Sauerland aber ein Herz: Laura Kemper startete im Angriff den Turbo und auch eine Schrecksekunde mit Umknicken von Nicole Freiburg bei einer etwas übermotivierten Angriffsaktion einer Sendener Spielerin überstand das Team. Ab dem 5:7 aus RCS-Sicht übernahmen die Damen vom Sorpesee Schritt für Schritt die Kontrolle und hatten beim 15:11 das bessere Ende in einer aufregenden und emotional geführten Partie. 

Trainer Julian Schallow bescheinigte seinem Team schließlich eine "kämpferische Leistung der Extraklasse". Dabei sammelten die erschöpften, aber gut gelaunten RCS-Damen die Punkte sechs und sieben für das mittlerweile gut gefüllte Auswärtspunktekonto. Laut Julian Schallow sei es "bald an der Zeit, daheim den Bock umzuwerfen und den ersten Heimsieg einzufahren".

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