In acht Etappen von Oberstdorf nach Sulden über 30.000 Höhenmeter

Carmen Otto und Peter Schneider bei Trans Alpine auf Platz 9

Erschöpft - aber glücklich im Ziel in Sulden nach acht hammerharten TAR-Etappen: Carmen Otto und Peter Schneider belegten in der Master-Mix-Wertung Platz 9.

Altenhundem/Sulden - 16.150 Höhenmeter bergauf und knapp 14.500 Höhenmeter bergab: Das sind die Parameter des Trans Alpine-Run 2019 mit acht Tagesetappen von Oberstdorf nach Sulden am Ortler; Distanz: 274 Kilometer.  Carmen Otto und Peter Schneider vom Sport Schneider Trail-Team aus Altenhundem belegten in der "Master-Mix"-Wertung den 9. Platz.

23 Finisher-Teams gab es in dieser Top-Kategorie, insgesamt nahmen knapp 900 Athleten aus mehr als 40 Nationen an diesem 15. "TAR" teil.

Peter Schneider: "Der Transalpine-Run gehört nicht umsonst zu den härtesten Team-Etappenrennen der Welt, was sich auch im hochkarätig besetzten Starterfeld aus mehr als 40 Nationen widerspiegelt. In acht Etappen ging es von Oberstdorf nach Sulden am Ortler.  Direkt bei der ersten Etappe von Oberstdorf nach Lech am Arlberg mit 39,4 Kilometern und 2343 Höhenmetern wurde es aufgrund der enormen Wärme auch in der Höhe zusätzlich sehr anspruchsvoll. Viele Teilnehmer litten unter den Umständen, sodass die von Bergbächen gespeisten Kuhtränken regelrecht belagert wurden. 

Die 2. Etappe ging dann weiter nach St. Anton am Arlberg. Mit 27,7 Km und 1787 Höhenmetern nicht ganz so lang, aber über den Flexenpaß; unglaublich spektakulär und technisch sehr anspruchsvoll. Auf der 3. Etappe nach Landeck über 39,2 Km, 1968 Hm Aufstieg, wurden die 2479 Hm im Abstieg zur größten Herausforderung, da die Oberschenkel gefühlt schon nach der Hälfte zu platzen drohten! 

Danach ging es in der 4. Etappe nach Samnaun. Die mit 46,3 Km und 2895 Höhenmetern ausgewiesene Königsetappe erwies sich auch als solche. Es ging unglaublich lang und steil immer wieder erbarmungslos … nach oben! 

Der 5. Tag ist der sogenannte ,Erholungstag` mit einem Bergsprint von Samnaun zur Bergstation Alp Trida über 7,8 Km. Hier ging es ohne Rucksäcke einfach hoch, so schnell es irgendwie geht. Danach konnte man sich ein paar Stunden länger ausruhen, bevor es am folgenden 6. Tag im Regen bei einstelligen Temperaturen nach Scuol über 40,5, 2275 HM Aufstieg, 2886 HM Abstieg ging. Gefühlt war der erste Berg und höchste Punkt des Tages, Fuorcia Val Gronda (2752), nun wirklich genug, aber danach kam der zweite Berg, Fuorcia Champatsch (2730). Hier musste man alle Kräfte mobilisieren, denn es ging über Schotter-Serpentinen erbarmungslos hoch.  Und was gleichzeitig schlecht und gut war,: Oben stand ein Streckenposten, der mit einer Kuhglocke anfeuerte.

Die 7. Etappe führte dann über 44,9 Km mit 1698 Hm nach Prad am Stilfersjoch. Durch die spektakuläre Uinaschlucht über die Grenze nach Italien, sehr beeindruckend! Dem tat auch das schlechte Wetter keinen Abbruch. Am letzten Tag , der 8. Etappe, gab es eine Überraschung: Streckenänderung aufgrund von Neuschnee!

Allerdings wurde die vermeintlich kürzere Strecke, es fehlten 4 Km, dadurch nicht wirklich leichter. Die etwas tiefer gelegene Alternativroute war so angelegt, dass durch das ständige Auf und Ab nahezu die gleichen Höhenmeter (2500) bewältigt werden mussten.

,Der  TAR beginnt eigentlich erst ab dem Tag 5`, so ein Teilnehmer. Und so ähnlich ist es: Die morgendliche Schlange vor dem ,Medi-Zelt`wird länger, die Emotionen beim Zieleinlauf intensiver. Das Hauptziel aller Teilnehmer: ,Ankommen`!  

Carmen und ich hatten  das ,heimliche Ziel`, vielleicht in die Top 10 zu laufen. Am Ende des ersten Tages lagen wir auf Platz 11. Gleich auf der zweiten Etappe gelang es uns aber, auf Platz 8 zu kommen. Den konnten wir bis auf den letzten Tag verteidigen, rutschten dann um fünf Minuten auf Platz neun, was aber unserer Freude im Ziel keinen Abbruch tat. " 

Fazit der zwei Ultraläufer nach 42.27:44,3 std. am Ziel in Sulden: "Tränen, Freude, Erschöpfung, sich immer wieder gegenseitig zu motivieren, so ein Lauf gibt einem unglaublich viel."

Aus Sicherheitsgründen wird immer in Zweier-Teams gestartet. Das notwendige Equipment für unterwegs - warme und regendichte Ersatzbekleidung, das obligatorische Erste-Hilfe-Set inkl. Rettungsdecke - mussten im Laufrucksack mit. Peter Schneider: "Alpine Erfahrung, Trittsicherheit, Orientierungsfähigkeit bei schlechtem Wetter sowie eine gute gesundheitliche und ausdauersportliche Verfassung sind Grundvoraussetzung für die Teilnahme an so einem Lauf." 

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