Oberammergau: Benjamin Selter im König-Ludwig-Lauf mit vorn

13 eine Glückszahl

Benjamin Selter aus Attendorn – hier beim Zielsprint zu sehen – wurde nach einem Superrennen 13. des König-Ludwig-Laufs in Oberammergau.

Kreis Olpe/Oberammergau. Tagelang stand es auf der Kippe, das wohl bedeutendste Skilanglaufrennen in Deutschland. Letztlich wurde es aber ausgetragen. Zum Glück vor allem für den jungen Benjamin Selter vom TV Attendorn.

Heftiger Dauerregen hatte die bestens präparierten Loipen des König-Ludwig-Laufs im beschaulichen Oberammergau einfach weggeschwemmt. Aber ein Rennen, das zum Worldloppet, der Langstrecken-WM, gehört und gleichzeitig Teil der Deutschen Langstreckenmeisterschaft ist, lässt man nicht so einfach ausfallen und so war der ganze Ort mit vielen freiwilligen Helfern im Einsatz, um zu retten, was zu retten war. Es reichte zwar nicht für die ausgeschriebene Distanz von 50 Kilometern, die 38 km aber, die schließlich samstags um 10 Uhr im Sonnenschein vor den Läufern aus mehr als 30 Ländern lagen, boten beste Voraussetzungen. 

Die hatte ein Athlet, der am Start ganz vorn in der ersten Reihe stand, eigentlich nicht. Am Tag zuvor noch Klausuren an der Uni in Köln, dann „mal eben“ nach Oberammergau und nach einer kurzen Nacht sofort auf die Bretter. Was Benjamin Selter vom Attendorn dann aber in den Schnee zauberte, war aus heimischer Sicht schon ein echter Paukenschlag. „Der Ski lief einfach und ich konnte das Rennen nach den Anspannungen der letzten Tage so richtig genießen“, lautete der knappe Kommentar des 20-Jährigen schließlich im Ziel. Ständig in der Spitzengruppe und vor allem stark in den kurzen knackigen Anstiegen, konnte der Attendorner das enorme Tempo über die volle Distanz mitgehen. 1:30,17 std. zeigte die Uhr schließlich nach 38 Kilometern im Zentrum des legendären Passionsspielortes: Rang 13 in einem internationalen Klassefeld mit einer absoluten Spitzenzeit. Und es wäre noch mehr drin gewesen. Praktisch in der letzten Kurve hatte Selter im Zielsprint einen Sturz, der ihm den sicheren Top-ten-Platz kostete. 

Äußerst zufrieden war auch Vater Uli Selter, für den das Rennen allerdings gar nicht gut begonnen hatte. Bereits nach 200 Metern war er nach dem Massenstart in einen Sturz verwickelt und brach sich einen Stock. Mit geliehenem Ersatz und ungleichen Längen nahm der 59-Jährige seinen Wettkampf wieder auf und lief schließlich nach ebenfalls guten 2:14,49 std. als 280. über die Ziellinie. 

Genau 24 Stunden später stand schließlich der dritte Sportler aus dem Kreis Olpe an der Startlinie. Manuel Schöttes vom SC Oberhundem, bekannt als Spezialist über die klassischen langen Distanzen, fand bei seinem Rennen nach Regen am Abend und bangem Warten auf Klarheit für die richtige Wachswahl schließlich die begehrten schnellen Verhältnisse vor. 1:56,49 std. stand schließlich auf der Anzeigentafel, als der 24-Jährige nach ebenfalls 38 Kilometern die Finishline passierte. Das bedeutete für ihn Rang 228 im Gesamtklassement und Rang 37 der Altersklasse. 

„Manuels Zeit von klar unter zwei Stunden über eine Distanz von fast 40 Kilometern lässt noch auf einiges hoffen für die noch ausstehenden Langdistanzrennen dieses Winters“, bilanzierte ein zufriedener Uli Selter abschließend.

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