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Einmal Bundesligaluft schnuppern

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„Hier geht´s lang“: Alexander Becker zeigt den Keepern beim Torwarttraining die Richtung an. Foto: privat
„Hier geht´s lang“: Alexander Becker zeigt den Keepern beim Torwarttraining die Richtung an. Foto: privat

Mal ehrlich: Wer hat als kleiner Junge nicht davon geträumt, irgendwann einmal bei einem Bundesligaclub mittrainieren zu dürfen und hinter die Kulissen eines Profifußballvereins zu schauen?

Für Alexander Becker aus Ramsbeck wird dieser Kindheitstraum jetzt wahr: Der 28-Jährige hospitiert vom morgigen Montag, 30. Juni, bis 6. Juli als „Trainingskiebitz“ bei den Profi-Torhütern des vergangene Saison erst in der Relegation am Bundesliga-Aufstieg gescheiterten Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth.

Wenn der Gießereiingenieur am kommenden Montag gemeinsam mit Stammtorhüter Wolfgang Hesl und Torwarttrainer Frederik Gössling am Fürther Ronhof die Arbeit aufnimmt, dann weiß er ganz genau, auf was es bei einem Keeper ankommt.

Schließlich hat Alexander Becker über 20 Jahre lang selbst das Tor seines Heimatvereins TuS Valmetal gehütet, ehe er die Seiten wechselte und als Torwarttrainer zunächst bei „seinem“ TuS agierte sowie seit August 2013 in Diensten des Bezirksligisten SV Brilon steht. „Ein kompletter Torhüter muss eine gute Veranlagung und Auffassungsgabe haben, über Reaktionsvermögen, Handlungsschnelligkeit und Antizipationsvermögen verfügen, beidfüßig mit dem Ball umgehen können und physisch und vor allem psychisch topfit sein. 80 Prozent der Leistung entscheidet sich im Kopf“, erklärt der nun in Neheim wohnende gebürtige Ramsbecker, der unter anderem Inhaber der Trainer-C-Lizenz ist. Für ihn ist Marc André ter Stegen – in diesem Sommer von Borussia Mönchengladbach zum ruhmreichen FC Barcelona gewechselt – der zurzeit beste Torhüter der Welt. „Er ist der kompletteste Torhüter. Stark in der Strafraumbeherrschung, überragend mit dem Fuß und in 1 gegen 1-Situationen kaum zu überwinden“.

Mit Profikeepern „per Du“

Mit prominenten Namen kennt sich Becker auch persönlich bestens aus. Als einer der Ersten erwarb er nicht nur 2013 den vom DFB neu geschaffenen „Basis Schein Torwarttraining“, sondern besuchte im gleichen Jahr auch die Sportschule Edenkoben, um dort zusammen mit ehemaligen Bundesliga-Torhütern wie Andreas Menger, Dirk Heinen oder Gintaras Stauce die höchste Ausbildungsstufe für Torwarttrainer, den „Leistungskurs Torwarttraining“, erfolgreich zu absolvieren. „Das hat wirklich Spaß gemacht. Mit den ehemaligen Profitorhütern war ich sofort ,per Du’, die waren alle extrem nett und locker. Für das Torwarttraining habe ich zudem in dieser Zeit sehr viel gelernt“, blickt Alexander Becker mit positiven Gefühlen zurück.

Von seiner Hospitanz bei Greuther Fürth, die Brilons Trainer Georg „Schorsch“ Niglis mit seinen guten Kontakten an den Ronhof einfädelte, erhofft sich Becker vor allem, „neue Erfahrungen und Eindrücke zu sammeln“. Zudem geht es darum, neue Übungsformen zu studieren. „Die Grundtechniken sind oft vergleichbar, aber in den Feinheiten unterscheiden sich Übungen für Profi- und Amateurtorhüter doch entscheidend“. Es bedürfe etwa 2000 bis 2500 Wiederholungen einer Übung, bis ein Torhüter einen speziellen Bewegungsablauf automatisieren kann.

Zehn Trainingseinheiten und drei Testspiele wird der Ramsbecker während seines „Praktikums“ vor Ort miterleben dürfen. Ob er dabei hauptsächlich Beobachter bleibt oder auch selber aktiv ins Geschehen eingreift, entscheidet sich erst kurzfristig vor Ort. So oder so: Alexander Becker freut sich „wahnsinnig“ auf die kommende Zeit – und die Erfüllung eines Kindheitstraums. (Von Lars Lenneper, l.lenneper@sauerlandkurier.de)

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