E- und F-Junioren im HSK spielen ohne Schiri – das klappt sehr gut

„Fair-Play“ früh verankern

Der BVDA (Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter) will in einer Kampagne auf das facettenreiche Thema „Gewalt auf Fußballplätzen“ aufmerksam machen. Als Beitrag zu dieser Kampagne zeigt nebenstehender Artikel auf, wie prophylaktisch im HSK mit dem Thema umgegangen wird.

„Gewalt auf Sportplätzen“ – zwei Stichwörter, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben sollten – da sind sich Spieler und Funktionäre grundsätzlich einig. Einigkeit besteht auch darüber, dass den Spielern schon in jüngsten Jahren beigebracht und vor allem vorgelebt werden soll, dass Gewalt niemals eine Alternative zum sportlichen Gedanken ist. Entsprechend dem geflügelten Wort „Wehret den Anfängen“ (Ovid) kicken die F- und E-Junioren im HSK in einem ganz besonderen Modus: Der „Fair-Play-Liga“.

Im ehemaligen Fußballkreis Meschede sowie im FLVW Arnsberg läuft dieses Projekt seit vorletzter Saison, Brilon (heute FLVW HSK Ost) schickt die kleinen Kicker seit dieser Saison in einem besonderen Modus auf das Feld, um damit dem Fair-Play-Gedanken im Sport stärker Rechnung zu tragen.

Die Kinder regeln ihr Spiel selbst

Was verbirgt sich hinter den Fair-Play-Ligen? Die Spiele werden nicht von Schiedsrichtern geleitet, es gibt nur noch Spielbegleiter, die zu neutralem Verhalten verpflichtet sind. Sie erklären die Spielregeln und achten darauf, dass diese auch eingehalten werden. Die Regeln des Fußballs werden hierbei vereinfacht, denn es gibt nur noch: „Aus“, „Tor Aus“, „Foul“, „Tor“ und „Anstoß“. Einen besonderen Stellenwert nehmen hierbei natürlich die Trainer und Betreuer der Jugendmannschaften ein, die vom Spielfeldrand aus nur noch die nötigsten Anweisungen erteilen und den Fairplay-Gedanken bereits in den Trainingseinheiten vorleben. Den Rest regeln die Junioren im Spiel quasi selbst. Auf diese Weise möchte man den Leistungsdruck von den Kindern nehmen und somit ein faires, soziales Verhalten den jungen Fußballern vermitteln, um langfristig die Fairness im Fußballalltag zu verbessern.

„Fanzonen“ für die Eltern

Um den Kindern letztendlich das Spiel zu überlassen und weniger Emotionen von außen aufkommen zu lassen, sind Fanzonen am Spielfeld eingerichtet, in denen die Eltern ihren Platz haben. „Wir haben die Erfahrung gemacht, je weiter die Eltern vom Spielfeld entfernt sind, umso ruhiger ist das Spielgeschehen auf dem Platz“, weiß zum Beispiel Jugendleiter Markus Vogt (Fredeburg) aus eigener Erfahrung zu berichten. „Eltern sind oftmals das Zünglein an der Waage auf dem Fußballplatz“, ergänzte Georg Wobst, Vorsitzender des Jugendausschusses im Fußballkreis Meschede.

Die Erfahrungen mit diesem System sind fast ausschließlich positiv. „Es ist merklich ruhiger geworden auf den Plätzen“, weiß Heiner Preibisch, Kommissarischer KJA-Vorsitzender Arnsberg zu berichten. Das bestätigt auch Hermann Vondereck, Vorsitzender des Kreisjugendausschusses HSK Ost, der schon einige Väter zu diesem Modus gesprochen hat. „Sie waren hellauf begeistert.“ Zwar spiele man hier erst kurz in den Fair-Play-Ligen, aber die Resonanz sei durchweg positiv.

Alle drei KJA-Vorsitzende waren sich übrigens unisono einig darin, dass „Gewalt auf dem Fußballplatz“ bei den Junioren im HSK kein Thema ist. Dennoch unterstützen alle das Projekt. Nicht umsonst heißt es schließlich „Wehret den Anfängen“.

Die Idee zu einer Fair-Play-Liga wurde vor einigen Jahren im Fußballkreis Aachen geboren und entwickelt sich allmählich in mehreren Fußballkreisen Deutschlands.

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