Ex-Nationalspielerin macht den Unterschied

2:3 gegen Ostbevern: RC Sorpesee kassiert erste Heimniederlage 2019

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Sundern - Die Serie ist gerissen: Die Volleyballerinnen des RC Sorpesee haben die erste Heimniederlage im laufenden Jahr kassiert. Gegen den BSV Ostbevern unterlag die Mannschaft von Trainer Julian Schallow mit 2:3. 

Am Ende machte auf Seiten der Gäste laut Schallow "eine ganz große ihrer Zunft" den Unterschied: "Keine andere als Wiebke Silge konnte den entscheidenden Punkt im fünften Satz erzielen. Tatsächlich war es die Ex-Nationalspielerin auf Seiten der Gäste, die in den entscheidenden Momenten einige Argumente mehr auf ihrer Seite hatte", lobte der RCS-Coach. 

Daran konnte auch der "glänzend agierende Mittelblock" um Franziska Finke, Vanessa Vornweg und Leonie Baumeister nur phasenweise etwas ändern. So waren die Damen vom See keinesfalls Spielball der designierten Aufsteigerinnen aus dem Münsterland, vielmehr war es ein "rassiges Klassespiel", das die vollbesetzte Tribüne im Schulzentrum zu bestaunen bekam - mit dem schlechteren Ende für das Heimteam, das nach der Partie aber dennoch eine Menge Sympathien für einen niemals endenden Kampf erntete. 

Schon der erste Durchgang zeigte im bestens besuchten Sunderner Schulzentrum ein Spiel, das an Emotionen und druckvollem Volleyball kaum zu überbieten war. Der RCS startete mit viel Schwung in die Partie und es entwickelte sich ein Fight auf Augenhöhe. Die Annahme um die kurzfristig eingesprungene Kirsten Prachtel und Victoria Vornweg arbeitete auf hohem Niveau und beide Teams bewegten sich auf Augenhöhe in Richtung letztes Satzdrittel. Franziska Finke rückte für Newcomerin Leonie Baumeister in den Mittelblock und entschärfte mit ihrer Partnerin Vanessa Vornweg Ball um Ball. So riss der RCS gegen Ende eine kleine Lücke und verbuchte den ersten Satz auf der Habenseite. 

Satz zwei deutlich verloren

Der Auftakt zu Satz zwei verlief für das Heimteam allerdings alles andere als nach Plan. Beim 1:11 hatte der nach eigenen Angaben "wieder einmal glücklos agierende" Trainer Julian Schallow bereits beide Auszeiten ohne Wirkung verpulvert und der Vorsprung der Gäste sollte auch bis zum Ende nicht mehr schrumpfen. Daran konnten auch die formidablen Einsätze von Alina Hustadt und Bonnie Bastert von der Bank nichts mehr ändern. Ostbevern war enteilt und trotz großen Kampfes nicht mehr zu stellen. Beim 14:25 jubelten die Gäste und ihre mitgereisten Fans über den Satzausgleich. "Schon in dieser Phase wurde auf der Tribüne klar, dass die Stimmung beider Lager von gegenseitigem Respekt und fairer sportlicher Anerkennung geprägt war. Seinen Teil dazu bei trug das gute Gespann der Unparteiischen, die Emotionen zuließen, das Spiel gut kontrollierten und mit viel Fingerspitzengefühl leiteten", berichtete Schallow später. 

Bonnie Bastert (Nummer vier) setzte neue Akzente und brachte frischen Wind.

Noch etwas betäubt vom desolaten zweiten Satz strauchelte das RCS-Team in Satz drei und hatte leider den nächsten Rückschlag zu verkraften: Libera Victoria Vornweg musste verletzt immer kürzer treten und wurde ab dem Ende des Satzes durch Rückkehrerin Kristen Prachtel ganz entlastet. "Die Annahme funktionierte aber trotz aller Umstellungen exzellent und entschärfte die starken Aufschläge der Münsteranerinnen bestens", schilderte Schallow. Allerdings fehlte es im Angriffsspiel des RCS etwas an Druck. Die meisten auf Sicherheit gespielten Angriffe parierte die gute Feldabwehr des BSV und so verließ die sonst so druckvollen Außenpositionen im Spiel des RCS etwas der Mut - mit Folgen: Der BSV sicherte sich die entscheidenden Punkte und hatte beim 25:20 das Spiel gedreht. 

RCS kämpft sich zurück - verliert aber doch

Wer aber nun glaubte, dass die Moral der Gastgeberinnen nach dem Punktverlust gebrochen war, der hatte die Rechnung ohne den RCS gemacht. Bonnie Bastert wechselte auf die Diagonale und wirbelte die Gäste ab Beginn des vierten Durchgangs ordentlich durcheinander. Das Spiel der Mädels vom See nahm an Fahrt auf und plötzlich war das Funkeln in den Augen der Gastgeberinnen wieder da. Bis zum 25:17 hatte der Satz noch eine Menge spektakulärer Punkte parat, aber in den meisten Fällen war es der RCS, der jetzt die besseren Antworten parat hatte. 2:2 und es kam, wie es kommen musste: Tiebreak zwischen zwei ebenbürtigen Teams. 

Und auch der finale Durchgang sollte alles bieten, "was man in einem rassigen Spiel verlangen konnte. Tolle Ralleys, krachende Angriffe und Spannung noch und nöcher", schwärmte Julian Schallow. Der RCS startete gut, musste dann aber eine bittere Durststrecke überstehen. Alle Wechsel und Umstellungen von Coach Schallow nutzen nichts, beim 3:8 war der Satz fast verloren. Dennoch fighteten die Damen vom See zurück und suchten ihre Chance, den Rückstand zu verkürzen. Einzig Wiebke Silge stand dem Vorhaben mit immer wieder spektakulären Aktionen im Wege - bis zum letzten Punkt und auch den machte sie: 2:3, die erste Heimniederlage 2019 und enttäuschte Gesichter allenthalben. 

"Schon eine halbe Stunde nach dem Spiel aber war die Stimmung im Schulzentrum eine andere. Die erste Enttäuschung war verraucht, die Fans blieben auf ein Bier oder zwei und mit etwas Abstand konnten beide Lager dem Geschehen auf dem Feld etwas abgewinnen: Volleyball vom Feinsten, maximaler Sport und das mit ganz viel Herzblut auf beiden Seiten", berichtete Schallow.

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