SG Attendorn/Ennest steht vor Matchball in eigener Halle

Sie haben‘s in der eigenen Hand

Als Aufsteiger in die Handball-Bezirksliga gestartet, steht die SG Attendorn/Ennest nun sogar unverhofft vor der großen Chance, den Durchmarsch in die Landesliga zu schaffen.

Attendorn/Ennest. Nicht nur in der Fußball-Bundesliga kann sich am Samstag noch einiges ändern. Auch im Handball kommt es zu einem echten „Showdown“: In der Rundturnhalle erwartet Bezirksliga-Aufsteiger SG Attendorn/Ennest die HSG Herdecke/Ende zum Spiel um Platz 2. Und der bedeutet den Aufstieg in die Landesliga.

Die Ausgangssituation vor dem Spiel am Samstag, 18. Mai, um 17.30 Uhr ist denkbar einfach und schwierig zugleich: Gewinnt die SG mit mindestens fünf Toren Differenz, steht der Durchmarsch in die Landesliga fest. 

Schon vor zwei Wochen haben sich die Handball-Herren aus Attendorn und Ennest durch einen Heimsieg gegen den VfL Eintracht Hagen IV den dritten Tabellenplatz und damit die Teilnahme an der Relegation zur Landesliga gesichert. 

„Unser Saisonziel war der Klassenerhalt“, berichtet Geschäftsführer Jörg Menzel, „und als der schon Weihnachten unter Dach und Fach war, haben wir uns den dritten Tabellenplatz vorgenommen.“ In der Relegation müsste sich die SG mit der drittplatzierten Mannschaft der Bezirksliga Ruhrgebiet in Hin- und Rückspiel messen. 

Seit dem überzeugenden Auswärtssieg beim TV Arnsberg vor Wochenfrist steuern die Hansestädter – auch durch Patzer der besser platzierten Konkurrenz – jedoch als I-Tüpfelchen auf einen echten Showdown zu: Am kommenden Samstag (17.30 Uhr) treffen die Herren der SG in der Attendorner Rundturnhalle auf die Zweitplatzierte HSG Herdecke/Ende. In Attendorn hätte man sich das letzte – reguläre – Saisonspiel nicht besser Wünschen können. Trainer Ivo Milos ist voller Vorfreude: „Das wird für alle Spieler und auch für mich ein absolutes Highlight.“ In Attendorn schiebt man die Favoritenrolle derweil der sehr starken Handballspielgemeinschaft aus Herdecke zu, man weiß aber auch, dass man zu Hause in der ganzen Saison noch keinen Punkt abgegeben hat. „Das Spiel hat einen gewissen Pokal-Charakter, in einem Spiel ist alles möglich“, bewertet Geschäftsführer Menzel die Ausgangssituation. Im Hinspiel musste sich die SG nach durchschnittlicher Leistung mit 28:24 in Herdecke geschlagen geben. Matchwinner auf Seiten der Hagener war damals der Drittliga-erfahrene Torhüter Formella. „Unsere Abwehrarbeit war okay, unser Angriffsspiel von den Ansätzen sogar sehr gut“, erinnert sich Trainer Milos. Fast in jedem Angriff erarbeitete sich die SG im Aufeinandertreffen im Januar eine gute Wurfchance, scheiterte aber deutlich zu oft am Keeper. Milos weiter: „Wir sind alle mit dem Gefühl abgereist, dass in diesem Spiel mehr drin gewesen wäre.“ 

Nun bietet sich für die SG vor den eigenen Fans unverhofft die Möglichkeit, das Hinspielergebnis zu revidieren. Die Attendorner Rundturnhalle wird dabei vermutlich an ihre Kapazitätsgrenzen kommen, rechnet man neben den eigenen Fans und Interessierten aus dem ganzen Handballkreis auch mit einer dreistelligen Anzahl Herdecker Fans. 

Zuletzt gab es eine „volle Hütte“ in der Saison 2016/17 im Bezirksliga-Derby gegen den TV Olpe, das die SG damals übrigens völlig überraschend für sich entscheiden konnte.

 Jörg Menzel vor dem Aufstiegs-Endspiel: „Es ist ein Traum, der sehr unwirklich wirkt, aber die Chance ist real.“ Neben dem sportlichen Aufstieg hätte die Landesliga für die Attendorner Handballer noch ganz andere Reize: Im Aufeinandertreffen mit den Mannschaften des TV Olpe, der HSG Lüdenscheid und vielleicht sogar der HSV Plettenberg/Werdohl würden echte Derbys anstehen, die die Halle in aller Regelmäßigkeit füllen. 

Unabhängig vom Ergebnis am kommenden Samstag lädt die SG alle Fans anschließend zum Saisonabschluss und Verweilen an der Rundturnhalle ein. „In jedem Fall haben wir etwas zu feiern, entweder den direkten Aufstieg oder eine tolle Saison, die für uns noch in die Verlängerung geht“, so der Attendorner Trainer Ivo Milos in Richtung Anhang.

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