Snowboard-Stars und Trainer testen ersten Schnee

Hohe Erwartungen

Eigens aus Bayern sind sie angereist, die deutschen Snowboard-Asse, um den Winterberger Weltcuphang in Augenschein zu nehmen. Die Olympiazweite von Sotchi Anke Karstens, Olympiavierter Patrick Bussler (Parallel-Slalom und Parallel-Riesenslalom) samt Cheftrainer Andreas Scheid freuten sich zudem über den ersten Schnee der Saison. „Hier stehen alle Vorzeichen auf ‚perfekt‘“, lobt Scheid.

Dabei traf die sechsfache Weltcupsiegerin und achtfache Deutsche Meisterin alte Bekannte wieder. Vor zehn Jahren hatte sie in Winterberg ihren ersten Weltcupeinsatz: „Ich hab mich mega gefreut, als ich hörte, dass Winterberg Austragungsort ist.“ Und auch ihr Kollege, größter Erfolg bislang der dritte Platz bei der Snowboard-Weltmeisterschaft 2009, war mit am Start. „Damals“ waren beide noch Newcomer, doch heute haben sie sich viel vorgenommen. Bussler will bei der WM wieder ganz nach vorne kommen. Vor allen Dingen für das Weltcup-Finale in Winterberg hat er große Hoffnungen: „Da ist alles möglich.“

Gute Chancen rechnet sich auch Kartens aus. Bei der WM will sie mit Edelmetall nach Hause kommen und in Winterberg auch ganz nach oben aufs Treppchen: „Der Hang liegt mir. Oben steil aufgebaut, unten steil auslaufend, dazwischen eine flaches Stück und dann auf Frühlingsschnee im März – das ist genau mein Ding.“ Das sieht auch der Cheftrainer so: „Ein sehr schöner Hang, ideal für unsere Bedürfnisse. Ein bisschen ähnlich ist er dem in Sotchi.“ Und da hat die Crew bekanntlich gut abgeschnitten. Das will das Team gern wiederholen und zwar mit geballter Kraft. Acht Mädels und sechs Jungs will Scheid an den Start schicken.

Freude auf Weltcup ist groß

Groß ist die Freude auf einen zweiten Weltcup im eigenen Land, insbesondere so weit im Norden, nah dran an vielen Fans im Rhein-Main- und Ruhrgebiet. „Ich find’s super. Wir brauchen viele Wettkämpfe im eigenen Land, gerade im Norden. Im Süden sind die Leute fast schon etwas übersättigt. Wir brauchen die vielen Zuschauer hier, dann macht das einfach viel mehr Spaß“, hat Karstens erfahren. Und so hoffen alle auf weitere Wiederholungen in den kommenden Jahren. Eine weitere Überraschung wartete auf die Drei. Einen kleinen Schnee-Hügel hatte Liftbetreiber Florian Leber mal testweise präpariert, mit dem ersten Schnee, den die neue temperaturunabhängig arbeitende Beschneiungsanlage produziert hat. „Erstaunlich, wie gut und wie haltbar der Schnee ist und das jetzt im Oktober. Eine super Absicherung für den Weltcup“, freuten sich die Sportler und der Trainer. „Hier kann eigentlich nichts schief gehen.“

Das Thema Schneesicherheit betrifft nicht nur die Mittelgebirge. „Auch in den Alpenregionen müssen die Skigebiete Maßnahmen treffen, ihre Angebote zu sichern. Ohne Beschneiung geht es nicht“, betont Scheid. Die Scherbeneisanlage an der Ruhrquelle sei eine Technologie, die er das erste Mal gesehen habe. Die Vakuumtechnologie der zweiten Anlage, deren Bau noch geplant ist, kennt das Team bereits. „Damit kommen wir auch super klar“, so Scheid. Hinzu kommt eine hohe Dichte an konventionellen Schnee-Erzeugern. „Wir als Leistungssportler bewegen uns sowieso zu 90 Prozent auf Kunstschnee. Für uns hat der Naturschnee mehr Schwachstellen als der maschinell erzeugte.“

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