Durchmarsch zum Titel

HV Sundern feiert Aufstieg in die Bezirksliga

So sehen Sieger aus: Nach dem 41:26-Sieg beim VfS Warstein II ließ sich die Mannschaft des HV Sundern von den mitgereisten Fans feiern.

Sundern. Nach dem deutlichen 41:26-Sieg bei der zweiten Mannschaft des VfS Warstein kannte der Jubel keine Grenzen: Die erste Herrenmannschaft des HV Sundern sicherte sich die Meisterschaft in der Handball-Kreisliga und damit auch erstmals in der über 40-jährigen Vereinsgeschichte den Aufstieg in die Bezirksliga.

„Wir sind mit der Saison mehr als zufrieden“, bilanziert HVS-Trainer Frank Schaden im Gespräch mit dem SauerlandKurier. Er und sein Team waren zwar mit dem Ziel in die Spielzeit gegangen, unter den ersten Drei zu landen und eventuell ein Wörtchen um den Bezirksliga-Aufstieg mitzureden, doch ein solcher Durchmarsch, wie ihn die Sunderner hingelegt haben, war nicht zu erwarten. „Dass es so gut läuft, damit hätte keiner gerechnet“, gibt Schaden unumwunden zu. 

Viel besser hätte es tatsächlich nicht laufen können: Nach 19 von 20 absolvierten Spielen steht die Mannschaft mit 37:1 Punkten an der Tabellenspitze. In der laufenden Saison kassierte der HVS keine einzige Niederlage und musste nur beim 21:21 beim TV Westfalia Halingen II einen Punkt abgeben. Diese Partie war in den Augen des Trainers auch eins von vier Schlüsselspielen. „Das war das erste Mal, dass wir in Halingen nicht verloren haben“, berichtet Schaden. 

"Es geht vielleicht doch mehr" 

Die weiteren wichtigen Duelle waren zu Saisonbeginn der 30:28-Erfolg über den HSV Hemer II, der laut Schaden zu dem Zeitpunkt noch Top-Favorit auf die Meisterschaft war, der 30:25-Sieg beim HVE Villigst-Ergste II – auch hier gewannen die Sunderner zum ersten Mal – und das erste Aufeinandertreffen mit dem ebenfalls bereits feststehenden Vizemeister SG Iserlohn-Sümmern, das der HVS nach 10:11-Halbzeitrückstand noch drehte und schließlich mit 28:25 gewann. „Da haben wir gemerkt: Es geht vielleicht doch mehr“, erinnert sich Schaden. 

Schlüssel zum Erfolg war nach Ansicht des Erfolgscoaches die mannschaftliche Geschlossenheit. „Das gesamte Team besteht nur aus Sunderner Jungs, die haben alle schon in der Jugend beim HVS gespielt. Da sind wir alle stolz drauf“, erklärt Schaden. Zwei Schicksalsschläge in den vergangenen Jahren hätten zudem dafür gesorgt, dass die Truppe und der gesamte Verein noch enger zusammengerückt seien. 

"Jeder hat seinen Beitrag geleistet" 

Aber auch leistungsmäßig seien seine Spieler ganz eng beisammen, berichtet der Trainer. Deshalb wolle und könne er auch keine Leistungsträger hervorheben. „Der Aufstieg war eine Mannschaftsleistung, jeder hat seinen Beitrag geleistet. Unser Top-Torjäger kann nur mehr als 100 Tore werfen, weil ihm die anderen den Ball gut zuspielen“, betont Schaden. Auch seine eigene Rolle will der Coach nicht zu hoch hängen: „Ich sehe mich als Hirte. Ich zeige den Schafen die Weide, fressen müssen sie alleine.“ 

Nun haben die Sunderner aber noch ein Ziel. „Wir wollen die Saison ungeschlagen beenden“, kündigt Schaden an. Dazu dürfen sie auch das letzte Saisonspiel am kommenden Samstag, 5. Mai, um 19 Uhr bei Vizemeister Iserlohn-Sümmern nicht verlieren. Dann steht der offiziellen Aufstiegsfeier am 12. Mai, nichts mehr im Weg.

In der kommenden Saison startet die erste Herrenmannschaft des HV Sundern also in das „Abenteuer Bezirksliga“. Weil erst drei Spieler aus dem Kader höherklassig gespielt haben, brechen die meisten HVS-Akteure somit in absolutes Neuland auf. 

Vorfreude auf Derbys

„Die Spiele werden wesentlich enger und wir werden sicherlich keine hohen Siege wie in dieser Saison einfahren“, erwartet Trainer Frank Schaden und nennt zudem eine ungewöhnliche Herausforderung für seine Mannschaft: „Die Jungs müssen nach der Wahnsinns-Saison auch wieder lernen, zu verlieren.“ Der Coach hat sich bereits einige Partien der neuen Spielklasse angeschaut und dabei festgestellt, dass das Niveau in der Bezirksliga „erstklassig“ ist. „Da wird ganz anderer Handball gespielt“, hat Schaden festgestellt. Die mangelnde Erfahrung will der Trainer durch Einsatzwillen und Teamgeist wett machen. „Wir sind in jedem Spiel gefordert und müssen jede Woche Höchstleistungen bringen“, gibt Schaden die Devise aus. 

Das Ziel steht bereits jetzt fest: „Es geht nur um den Klassenerhalt, alles andere wäre überhaupt nicht realistisch.“ Diese „Mission“ will der HVS-Coach mit dem unveränderten Meisterkader angehen. „Wenn Neue dazukommen, dann aus der eigenen Jugend“, schildert Schaden. Diese bekommen die Möglichkeit, sich in der Vorbereitung, die Ende Juni beginnen soll, zu präsentieren und den Sprung in die erste Mannschaft zu schaffen. 

Gelingt das, können sich die Nachwuchs-Handballer auch auf einige Derbys in der neuen Liga freuen. Mit der SG Ruhrtal, dem TV Neheim und Landesliga-Absteiger TV Arnsberg trifft der HVS voraussichtlich auf drei Mannschaften „aus der Nachbarschaft“. „Volle Hallen, gute Stimmung – da können die Jungs sich drauf freuen“, weiß Frank Schaden, was sein Team ab dem Saisonstart Anfang September erwartet.

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