Läuferin der SG Wenden in Tallinn überragend: beste Deutsche U 20 über 3000 Meter

Johanna Pulte mit persönlicher Bestzeit EM-Fünfte

Johanna Pulte (2.v.r.), hier im Vorlauf, belegte bei der U20-EM in Tallinn Platz 5 über 3000 Meter
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Johanna Pulte (2.v.r.), hier im Vorlauf, belegte bei der U20-EM in Tallinn Platz 5 über 3000 Meter.

Zur rechten Zeit in Bestform: Johanna Pulte, Top-Nachwuchsläuferin der SG Wenden, belegte bei den U20-Europameisterschaften der Leichtathleten in der estnischen Hauptstadt Tallinn einen sensationellen fünften Platz über 3000m. Und es war sogar eine Medaillenplatzierung möglich.

Wenden/Tallinn - Kurz vor 19 Uhr Ortszeit fiel am Samstag, 17. Juli, bei leichtem Wind und herausfordernden 30° C der Startschuss über die 7,5 Stadionrunden. Johanna Pulte reihte sich von Beginn an im vorderen Bereich des Feldes ein und war konstant auf den Plätzen 3 bis 5 zu finden. Eine größere Gruppe Läuferinnen spulte die 400m Runden in rund 74 Sekunden ab. Neben dem Wendener Lauftalent waren mit Anneke Vortmeier und Lisa Merkel noch zwei weitere Deutsche im Finale am Start.

Das Trio hielt sich auch in der zweiten Rennhälfte in der vorderen Gruppe auf, die mittlerweile nur noch aus sieben Läuferinnen bestand. Kontinuierlich wurde das Tempo erhöht. Die im Livestream eingeblendete Anzeige der aktuellen Geschwindigkeit lag bei 21km/h, als die letzte Runde eingeläutet und es noch schneller wurde. Etwa 300 Meter vor dem Ziel setzte sich Johanna Pulte an die Spitze des Feldes und zog die Gruppe auseinander. In ihrem „Windschatten“ lief Ilona Mononen aus Finnland, die spätere Siegerin. Sie zog an Johanna Pulte vorbei, bis zum Beginn der Zielgeraden hielt die 18-Jährige Olperin den zweiten Platz.

Gegen drei Konkurrentinnen, die allerdings über 800m und 1500m bessere Zeiten laufen können und damit besonders gute Spurtqualitäten aufweisen, verlor Johanna ihren Podestplatz.

Nach insgesamt 9:17,10 min. lief Johanna Pulte so schnell wie noch zuvor in ihrem Leben über den Zielstrich und zu Platz 5, und wurde damit beste deutsche Teilnehmerin vor ihren Mannschaftskolleginnen, die auf den Rängen 6 und 7 - ebenfalls mit Bestleistungen - direkt hinter ihr über die Ziellinie liefen.

Qualifiziert hatte sich die SG-Athletin bei ihrem ersten Auftritt im Nationaltrikot für das Finale durch einen souveränen 4. Platz.

Ihr Trainer Egon Bröcher war restlos begeistert „Das ist ein top Ergebnis. Man muss ja auch noch bedenken, dass es für Johanna eine vollkommen unbekannte Situation war, mit einer Vorbelastung durch den Vorlauf in den Beinen ins Finale zu starten. Dann eine Bestzeit zu schaffen ist eine fantastische Leistung.“

Nach ein paar Momenten der Enttäuschung direkt nach dem Rennen war auch Johanna Pulte am Samstag glücklich über ihr Ergebnis. „Natürlich hätte ich gerne eine Medaille gewonnen, zumal es nicht vollkommen aussichtslos war. Ich bin aber glücklich über meine neue Bestleistung und habe sehr viel Erfahrung für weitere Rennen sammeln können.“ Damit werden die Zielsetzungen des jungen Talents deutlich, denn schließlich gehört die gerade 18-Jährige zum jüngeren der bei U20-Meisterschaften startberechtigten Jahrgänge.  

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